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Den richtigen Verlobungsring finden – ein kleines 1×1 des Ringkaufs

Nach meinem Beitrag Herzensangelegenheit, in welchem ich ein paar Worte über meine Verlobung verloren habe, landen immer Mal wieder Mails von euch in meinem Postfach, wie man denn nun eigentlich den richtigen Verlobungsring findet. Dies ist aber definitiv nicht mein Spezialgebiet und mit einer Verlobung kann ich auch nicht aus einem riesigen Erfahrungsschatz Infos in diesen Beitrag packen.

Daher habe ich mir erneut das fachkundige Team der Goldschmiede Arntz, Meisterbetrieb aus dem Herzen Münchens, geschnappt, um deren Erfahrungen und Kenntnisse in einen Beitrag zu packen. Schon deren Gastbeitrag zum Thema: 1×1 der Produkt- und Pflegekunde von Edelmetallen kam ganz gut an, warum also nicht daran anknüpfen?

Du hast dich entschiedenen deiner Traumfrau/deinem Traummann die wichtigste aller Fragen zu stellen? Dann gratulieren wir von ganzem Herzen! Damit nicht nur der Antrag, sondern auch die Auswahl des Verlobungsrings ein voller Erfolg wird gibt es nachfolgend ausgewählte Tipps und Hinweise für die richtige Auswahl des Verlobungsring.

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Eines gilt wie immer vorweg: Mach bitte keine Kompromisse was Qualität und Service angeht – denn dies hängt bei guten Anbietern nicht von Ihrem Budget ab. Grundsätzlich stellt sich ja immer die Frage ob es überhaupt ein Stein im Verlobungsring sein muss, aber weil es eben so schön klassisch ist und uns alle doch immer wieder träumen lässt, beginnen wir mit den Edelsteinen.

Welcher Stein darf es sein – Worauf bei der Auswahl achten?

Obwohl die Natur beinahe unzählig viele Farbnuancen im Edelstein- und insbesondere auch Diamantbereich bietet ist und bleibt der weiße Brillant der beliebteste Stein. Nicht zuletzt seine besondere Härte als Zeichen der Unverwüstbarkeit und des Bestands machen ihn sicherlich so interessant.

Der Diamant ist darüber hinaus der natürliche Edelstein mit der am eindeutigsten definierten Qualität, die in den sogenannten „5 C“ graduiert wird die wir dir nachfolgend ausführlich aufführen:

  • Clarity: der Reinheitsgrad
    bezieht sich auf sichtbare Einschlüsse bei 10facher Vergrößerung:

    • if = internal flawless = lupenrein
    • vvsi= very, very, small inclusions
    • vsi= very small inclusions
    • si= small inclusions
    • Piquee I = mit bloßem Auge erkennbare, kleine Einschlüsse
    • Piquee II = mit bloßem Auge erkennbare Einschlüsse
    • Piquee III = mit bloßen Auge erkennbare große Einschlüsse
  • Color: die Farbe
    • River (D/E) = hochfeines Weiß
    • Top Wesselton (F/G) = feines Weiß
    • Wesselton (H) = Weiß
    • Top Crystal (I) = leicht getöntes Weiß
    • Crystal (J) = getöntes weiß
    • Yellow I (K/L) = leichter Gelbstich
    • Yellow II (M-Z) = Gelbstich
    • Darüber hinaus gibt es auch noch die sogenannten „Fancy-Colors“. Das sind farbige Diamanten, z.B. rosa, champagner, blau, grün, gelb, etc.. Diese müssen aber deutlich aus der Entfernung als farbig erkennbar sein.
  • Cut: der Schliff
    Die Häufigste Schliffform für Diamanten ist der Brillantschliff. Der Brillantschliff ist ein genormter, runder Schliff mit 56 Facetten. Aber natürlich kann man den Diamanten auch in allen möglichen anderen Formen erhalten, wie z.B. im Princesscut, Emerald- oder Asshercut, Navette, Herz, Tropfen oder in freien Fantasie Schliffen.
  • Carat: das Gewicht
    die Größe wird als Gewicht in Carat angegeben. Carat ist eine Uralte Gewichtseinheit und bezieht sich auf die Samen des Johannisbrot-Baumes. Ein Carat entspricht 0,2g.
  • Confidence: Vertrauen
    Gilt für konfliktfreie Diamanten aus Zertifizierten Quellen. Das ist zum einen eine Frage der Herkunft, zum anderen eine Frage der Weiterverarbeitung. Möglicherweise kostet ein Stein aus einer Vertrauenswürdigen Quelle etwas mehr, aber dafür kann man sich sicher sein keine Kinderarbeit zu unterstützen oder an sogenannte „Blutdiamanten“ zu geraten.

Grundsätzlich sind den eigenen Wünschen aber keine Grenzen gesetzt – vor allem wenn es kein Diamant sein soll. Saphir, Rubin, Smaragd, Aquamarin, Spinell – die Palette ist riesig und bietet tausendundeine Möglichkeit!

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Damit man lange Freude an seinem Ring haben kann ist es aber entscheidend auf die Alltagstauglichkeit zu achten: Perlen, Bernstein oder beispielsweise Koralle wären zu weich für einen Ring der viel getragen werden soll.

Welches Material darf es sein?

Ist die Frage des Steins geklärt steht natürlich unmittelbar die nächste Frage im Raum: Welches Material? In erster Linie ist das natürlich wieder reine Geschmackssache.

Zur Auswahl stehen Silber, Weißgold, Gelbgold, Roségold, Palladium oder Platin. Von Ringen in Edelstahl, Titan oder ähnlichem ist eher abzuraten, da bei diesen Ringen die Größen nachträglich nicht mehr geändert werden können.

Welche Form darf es sein?

Und nach dem Material? Welche Form und welche Fassung für einen Stein soll es denn sein? Wie immer gilt auch hier: Ob breit, schmal, mit Stein, ohne Stein, Stein in eine Ringschiene eingefasst oder Stein in aufgesetzter Fassung – es gibt unendlich viele Möglichkeiten. Regeln gibt es keine – bis auf eine: Der Ring sollte tragbar sein. Denn: der Ring sollte für den Finger konzipiert sein, nicht für das Foto!

Gerade im Moment sind super zarte Schmuckstücke sehr in Mode. Das sieht auf dem Foto auch wunderbar aus und ist für ein Fashion-Accessoire auch sicherlich in Ordnung, aber ein Verlobungsring, den man wirklich tragen will, sollte nicht zu zerbrechlich sein. Auch ein alltagstauglicher Ring, kann filigran sein, sollte aber solide und stabil gearbeitet sein, und nicht nur dem Trend nachjagen.

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Denke bitte immer daran was so ein Ring in seinem Leben alles mitmachen muss! Versuch dir nur einmal vorzustellen wie oft am Tag er in Taschen gestopft, durch Mantelärmel gezogen, mit
Tischen, Türen und Griffen kollidiert oder mit ihm in Handtaschen gewühlt wird!

Die Fassung bewahren…

Und natürlich hört die schier endlose Auswahl bei den Fassungen und Fassungsarten nicht auf. Wir haben nachfolgend die gebräuchlichsten und beliebtesten aufgeführt:

  • Der eingeriebene/eingesetzte Stein

Der Stein wird direkt in den Ring eingefasst. Der Vorteil dabei: absolut alltagstauglich. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass das i.d.R. nur bei kleineren Steinen möglich ist, da der Stein
ja, samt Unterkörper im Ring „verschwindet“. Je größer der Stein, desto dicker muss also der Ring werden. Für schlichte Ringe mit einem einzelnen oder mehreren kleinen Steinen, ist es eine schöne, empfehlenswerte Fassungsform, da der Stein rundherum sicher vom Metall umschlossen ist.

  • Der Spannring

Bei Spannringen wird der Stein zwischen die offene Ringschiene „geklemmt“. Vorsicht: Ein „echter“ Spannring, bei dem der Stein nur aufgrund der Spannung im Ring gehalten wird, ist nicht empfehlenswert, da der Stein im Alltag zu leicht aus dem Ring „heraus gehebelt“ wird. Wenn man sich für einen Ring in Spannringoptik entscheidet, sollte man darauf achten, das unter dem Stein eine kleine Fassung als Verbindung zwischen der Ringschiene angebracht ist, diese also nicht ganz offen ist. So verfügt der Stein über etwas zusätzlichen Halt. Unbedingt ist darauf zu achten, dass der Stein etwas schmaler als der Ring ist und nicht übersteht.

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  • Die Krappenfassung

Sie sind für viele der Inbegriff des Verlobungsringes! Leider haben die kleinen „Krönchen-Fassungen“ ein paar Tücken: zum einen sind sie nicht sehr sicher, denn schließlich sind es nur ein paar kleine Drähtchen, die die schwere Aufgabe haben, den Stein sicher durch den Alltag zu bringen. Leider kann man an den kleinen Stotzen leicht hängen bleiben und sich so nicht nur Kleidung o.ä. beschädigen, sondern schlimmstenfalls sogar den Stein verlieren. Außerdem wirkt der Stein in einer Krappenfassung kleiner, als in einer geschlossenen Fassung.

  • Die Zargenfassung

Zargenfassungen sind aufgesetzte, rundum geschlossene Fassungen. Sie sind absolut alltagstauglich und können auch einen schönen „Krönchen“-Effekt haben. Es stimmt übrigens nicht, dass der Stein in einer Krappen-Fassung mehr Licht bekommt. Zwar scheint der Stein mehr Licht zu bekommen, aber ohne Effekt denn: die Steine sind so geschliffen dass das Licht das von oben herein fällt, auch wieder nach oben heraus reflektiert wird.

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Ein Mythos wird aufgeklärt…

Und noch einem Mythos wollen wir auf den Grund gehen: Fassungen haben (unten) Öffnungen, damit mehr Licht an den Stein kommt. Falsch! Denn dann würde der Stein ja anders ausschauen, wenn man den Ring an den Finger steckt! Die Steine sind, wie schon erwähnt so geschliffen, dass das Licht das von oben herein fällt, auch wieder nach oben heraus reflektiert wird.

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Das kleine Löchlein am Boden hat einen viel praktischeren Grund: es dient zur Reinigung! Beim Polieren und später im Laufe der Zeit beim Tragen sammelt sich Schmutz in der Fassung an. Auch bei einer geschlossenen Fassung kriecht im Laufe der Zeit Schmutz hinter die Fassung. Wäre diese komplett „dicht“, wäre der Schmutz kaum wieder heraus zu bringen. Durch die kleine Öffnung ist das aber kein Problem.

Darauf sollte man beim Juwelier seines Vertrauens achten

Jetzt musst du nur noch den Weg zu dem Goldschmied deines Vertrauens finden. Auch hier haben wir die wichtigsten Eckpunkte die man dabei beachten sollte zusammengestellt:

  • Die Beratung: ein guter Fachmann sollte sich genügend Zeit für dich nehmen und alle deine Fragen beantworten können.
  • Die Ringgröße ändern: das Anpassen der Ringgröße nach dem Antrag sollte inklusive sein. Ideal wäre natürlich, wenn der Ring gleich passen würde. Sollten Sie die genaue Größe aber nicht
    kennen, lieber den Ring lieber etwas größer nehmen. Dann geht er im entscheidenden Moment über den Finger was natürlich viel schmeichelhafter ist.
  • Die Gravur: eine guter Fachbetrieb sollte die Möglichkeit einer Gravur anbieten können. Diese sollte allerdings erst gemacht werden, wenn die richtige Ringgröße bekannt ist.
  • Achtung: der Begriff Juwelier ist nicht geschützt wie z.B.: Immobilienmakler. Sicherheit gibt der ausgebildete Goldschmied. Oft können Juweliere selber keine Änderungen vornehmen.

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About Sebastian

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