Maßgeschneiderte Kleidung, Markenkleidung und limitierte Stücke hat man natürlich am liebsten im Schrank. Gibt es hierbei jedoch ein Problem, der Preis. Solch exklusive Kleidungsstücke kosten durchaus ein wenig mehr, als die von der Stange. Aber auch hierfür gibt es eine Lösung, das Zauberwort lautet: Second-Hand. An sich für jedermann eine Lösung, der nicht sein ganzes Gehalt für ein T-Shirt, Jeans oder Schuhe ausgeben möchte. Worauf es bei Kleidung aus dem Second-Hand-Shop ankommt, möchte ich mit diesem Guide aufzeigen.

Second-Hand – was hat es damit auf sich?

Der Begriff Second-Hand-Shop bezeichnet traditionellerweise Geschäfte die gebrauchte Bekleidung im Angebot haben. Dabei zeichnen sich die meisten Läden über eine begrenzte Ladenfläche aus und sind meist abseits der Hauptgeschäftsstraßen der Innenstädte zu finden. Gerade in größeren Städten wie beispielsweise Hamburg (Secondella) und Trier (Le Fyn) findet man Secondhandshops für Designerware, die sich nur auf höherklassige Bekleidung spezialisiert haben. Natürlich kann man entsprechende Stücke auch im traditionellen Second-Hand-Shop finden, hier muss man nur die Augen für offen halten.

Leider haben Second-Hand-Shops einen Ruf, der ihnen nicht gerecht wird. So werden diese meist damit in Verbindung gebracht, dass dort finanzschwache Menschen oder Menschen mit alternativer Lebenseinstellung einkaufen gehen. Eine Tatsache, die zwar zutrifft und vollkommen in Ordnung ist, aber auch andere Käufergruppen sollten sich Second-Hand Kleidung nicht verschließen. Wieso auch? Die Kleidung, die man dort findet ist meist im guten Zustand, sauber und kostet nur einen Bruchteil des ursprünglichen Preises.

Gerade wenn man auf der Suche nach zeitlosen, gar einzigartigen Stücken ist, empfiehlt sich der Besuch eines solchen Ladens. Für mich kommt das übrigens auch infrage, wenn man auf der Suche nach speziellen Kleidungsstücken ist, die man nicht so oft im Alltag trägt. Hierzu zähle ich beispielsweise die Lederhose für den nächsten Oktoberfestbesuch oder einen wärmenden Wintermantel aber auch eine schicke Weste, die man so im aktuellen Angebot von Shops, Discountern, usw… nicht findet. Eben Kleidungsstücke mit ein wenig Geschichte.

Worauf sollte man(n) beim Shoppen im Second-Hand-Laden achten?

Augen auf! Sowohl bei der Auswahl des Second-Hand-Ladens, als auch später im Geschäft selbst. Doch bevor man diese Betreten kann, muss man diesen erst einmal finden. Nicht gerade einfach, wenn Second-Hand-Läden nicht gerade auf der Einkaufsmeile vorzufinden sind. Am besten hört man sich ein wenig im Bekannten- und Freundeskreis um, wirft einen Blick in den Kleinanzeigenteil der Tageszeitung oder städtischen Informationsblättchen ansonsten gibt es natürlich auch noch so etwas mit dem Namen „Internet“, wo sich der nähste Second-Hand-Laden ohne Probleme recherchieren lassen sollte.

Ist man, dann dort angekommen gilt wieder: Augen auf! Begrenzt durch die meist überschaubare Fläche stapelt sich Second-Hand-Kleidung für Männer und Frauen meist endlos in die Höhe, Tiefe und Breite. Zumindest war dies mein persönlicher Eindruck, denn ich bisher in solchen Läden erfahren habe. Zudem würde ich persönlich eher „normale“ Second-Hand-Läden aufsuchen und nicht die Variante, die sich nur auf hochwertige Designerkleidung spezialisiert hat. Dies hängt einfach damit zusammen, dass diese Art Laden eher von Schnäppchenjägern aufgesucht wird. Dabei kann man vor allem günstige und qualitativ hochwertige Männer Second-Hand-Kleidung in nicht spezialisierten Shops vorfinden.

Rein optisch lässt sich das Angebot nicht im vollen Umfang erfassen und einordnen. Daher gilt es zu fühlen, die Finger über die verschiedenen Kleidungsstücke mit ihren unterschiedlichen Materialien streifen lassen, um erste interessante Stücke aufzufinden. Der Blick auf das Label verrät im Anschluss, um welches Material es sich handelt und ob dies den eigenen Vorstellungen entspricht. Auch ein gezielter Blick auf Logos, Etiketten usw kann nicht schaden. Von Vorteil ist es, wenn man die Originallabel kennt, um Fälschung von Original zu unterscheiden, denn auch gefälschte Kleidungsstücke können sich dort einschleichen.

Abgesehen von Labels, Marken und dem richtigen Material gilt es auch darauf zu achten, dass das Design zu einem passt. So ist Schulterpolster nicht gleich Schulterpolster, kann dies doch unterschiedlich stark ausgeprägt ausfallen. Daher genau hinschauen, denn dies lässt sich im Anschluss nicht so einfach anpassen. Vintagestücke erkennt man meist daran, dass diese nur mit Halbfutter oder mit noch weniger Fütterung daherkommen. Die meisten Kleidungsstücke, die für den Massenmarkt bestimmt sind, heben sich seit den 70er Jahren durch Vollfütterung von einzigartigen Vintagestücken ab.

Ansonsten gilt natürlich lieber einmal mehr, als zu wenig anprobieren. So sieht man relativ schnell, ob der Grundschnitt des Anzugs, die Länge der Jeans oder der Sitz des ins Auge gefasste T-Shirt passt. Sind die Grundvoraussetzungen für einen vernünftigen Sitz gegeben, können die Details im Nachhinein für einen überschaubaren Betrag bei einem Schneider angepasst werden. Das Kürzen einer Jeans stellt in der Regel kein Problem dar, länger machen schon.

Auf die Details kommt es an. Wer in Second-Hand-Läden einkaufen geht, der möchte nicht zwangsweise nur günstig einkaufen. Einzigartige Stücke mit ihrer ganz eigenen Geschichte können ebenso im Fokus stehen. Gerade am Beispiel von Anzügen kann man dies gut erläutern. Dunkelblaue oder Schwarze Anzüge findet man sicherlich in jedem Second-Hand-Shop der Männerkleidung im Sortiment hat. Aber eben diese Anzüge mit ausgefallenem Fischgrät- oder Hahnentrittmuster wird man nicht so oft vorfinden. Und gerade diese machen das Shoppingerlebnis doch interessant, ob sie dann optisch zu einem passen muss natürlich gesondert entschieden werden.

Anpassen lässt sich einiges – aber nicht alles!

Wie zuvor bereits erwähnt kann man aus bereits gut sitzenden und passenden Bekleidungsstücken mit dem richtigen Schneider an der Hand noch einiges herausholen. Allerdings lässt sich eben nicht alles so einfach und ohne größere Probleme an die eigene Figur anpassen. Daher gilt es auf einige Punkte zu achten, wenn man sich seine Kleidungsstücke im Second-Hand-Laden heraussucht.

  • Achte darauf, dass es an den Schultern passt.
  • Sind zusätzliche Stofflagen eingearbeitet, die sich nicht so einfach anpassen lassen?
  • Im Brust- und Ärmelbereich kann man meistens ein wenig Stoff wegnehmen (enger machen) – hinzugeben (weiter machen) ist abhängig davon, wie viel Stoff vorhanden ist.
  • Jacken lassen sich nur in einem bestimmten Verhältnis kürzen, je mehr man kürzt, desto mehr zerstört man den gewünschten Look der Jacke.
  • Hosen enger und kürzer machen stellt in der Regel kein Problem dar. Wichtig ist hierbei nur, dass die Hose an der Taille gut sitzt.
  • Verlängern und weiter machen lässt sich eine Hose in der Regel nur dann, wenn genügend Stoff vorhanden ist.

Festzuhalten ist sicherlich auch, dass die Anpassungen durch einen Schneider nicht umsonst sind. Aber dadurch, dass man beim Kauf der Bekleidungsstücke schon etwas gespart hat, sollte man sich dies durchaus leisten. Denn Stücke, die bereits von der Stange gut an einem aussehen, sehen mit der richtigen Anpassung noch besser aus. Versprochen!

Wenn es dir gefällt kauf es – wenn nicht, nicht!

Ein Grundsatz, an dem ich festhalten ist der, dass du es Kaufen solltest, wenn es dir gefällt. Denn eins ist sicher, nicht nur du entdeckst schicke Stücke im Second-Hand-Laden. Und dann heißt es schlussendlich: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!

Zudem besteht immer die Möglichkeit Bekleidung nicht nur im Second-Hand-Bereich einzukaufen, auch verkaufen kann man dort, um den eigenen Kleiderschrank ein wenig auszumisten, um Platz für Neues zu machen. Bin schon gespannt, ob und welche Schnäppchen du aus dem Second-Hand-Bereich schon ergattern konntest.

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Gepostet von Sebastian

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