Ein Anzug der etwas anderen Art. Einer, den man nicht immer sieht. Aber auch nicht übersieht. Wenn man einen Passenden findet, dann selten etwas in der Art. Wer genau das sucht, sucht oft lange. Für welche Art von Events er passt, zeigt das Leben. Tritt ein Anlass aber ein und hat man nichts Passendes auf Lager, kann es schwierig werden, in Shops rasch mal etwas Derartiges zu finden. Wer damit rechnen kann, manchmal auch etwas crazy aufzutreten, sollte hier und jetzt zugreifen. Grundsätzlich – aber schauen wir mal weiter, ob er hält, was er verspricht.

Slim Fit, ein einziger Knopf vorne zum Verschließen (oder auch nicht), dieselben Knöpfe am Ärmel und den Taschen als Zierde. An der Hose befindet sich eine bewusst kreierte Stulpe in Form von aufgeschlagenen Hosenbeinen. Damit setzt man topaktuelle Akzente um und es ist einfach erkennbar, dass mit dem Anzug kein alter Teil von der hinteren Ecke im Schrank hervorgekramt wurde, sondern der jetzige Zeitgeist beim Entwurf die Feder führte. Hinten mittig befindet sich eine diskrete Falte, die etwas mehr Bewegungsfreiheit lässt.

Das Sakko langt bis an die Hüfte, genau wie es heute sein soll. Am Revers befindet sich eine kleine Anstecknadel, die mit einem goldenen Miniatur-Totenkopf punktgenau ins Gesamtkonzept des Auftritts passt. Die Leibhöhe ist normal, die Taschen innen liegend – wie bei Anzügen heute auch üblich. Es gibt Gesäß-, Eingriffs- und Seitentaschen. Verdeckter Zip-Fly, Reverskragen: Die klassischen Basics jeden guten Anzugs wurden konsequent umgesetzt. Leicht erkennbar ist der gesamte Anzug geblümt – es ist absehbar, dass das Jahr 2018 in der Herrenmode wieder teilweise an Floristik orientiert sein wird.

Schon während der Neunziger im Abflauen befindlich waren die Schulterpolster aus den 80ern, die aus jedem auch noch so zart gebauten Persönchen ein „optisches V“ zaubern konnte. So weit sind wir hier noch lange nicht, doch tatsächlich finden wir wieder einmal ein Sakko mit zumindest zarten Schulterpolstern. Für Staturen eines Mannes gewiss schmeichel- und vorteilhaft. Bei diesem Anzug sind sie eigentlich erkennbar. Eine diskrete, aber treffende Art, beim Träger jene Körperteile zu betonen, die dem Geschlecht zugeordnet werden. Kurz gesagt: Der Anzug macht sexy.

Mit dem schwarzen Rollkragen-Shirt wurde er richtig kombiniert. Es geht aber auch mit Hemd, Rundhals oder engeren Pullis, je nach eigenem Geschmack. Bei Schwarz würde ich betreffend der farblichen Kombination aber bleiben, wenngleich ein sattes Grau auch noch passen würde. Das war´s aber dann so ziemlich. Anzüge müssen so gut wie immer in die chemische Reinigung, so auch dieser. Material Oberstoff mit 56 % Baumwolle, 39 % Polyester und 5 % Elasthan – Letzteres sorgt mit immerhin 5 % an Anteilen für relativ hohe Bequemlichkeit und einen guten Sitz. Das Futter besteht je zur Hälfte aus Viskose und Polyester.

Bei Anzügen ist die Passform noch genauer auszusuchen als bei anderen Kleidungsstücken. Hose und Sakko müssen gemeinsam ein stimmiger Bild abgeben und können nicht mehr mithilfe anderer Teile kaschiert werden. Spielen wir gemeinsam die Größenauswahl durch, die für den Herrn am Foto zu diesem Ergebnis führte. Und Letzteres kann sich sehen lassen. Er trägt die Größe 48. Erhältlich sind die Größen von 44 bis 56. Er ist aber 188 cm groß und eine Beininnenlänge von 81 cm sowie eine Beinaußenlänge von 103 cm sind bei ihm richtig. Die Rückenbreite liegt bei 41 cm. Man muss diese Details nur auf sich selber ummünzen, dann kann nichts schiefgehen.

Gepostet von Sebastian

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