Bamigo Bambuskleidung Bambusstoff

Bamigo – Kleidung aus Bambus, eine Alternative zu Baumwolle?

Zwei Dinge durfte ich beim Schreiben dieses Beitrags lernen: Es gibt Kleidung aus Bambus – als Alternative zu Baumwolle – und es gibt rote Pandas. Beides Dinge die mir zuvor nicht bewusst waren. Wie auch, oder setzt du dich oft mit Bambus und kleinen Pandas auseinander, wie der rote Panda eigentlich bezeichnet wird? Eher nicht. Der rote Panda ist im östlichen Himalaya und im Südwesten Chinas beheimatet und ernährt sich vorwiegend von Bambus. Womit wir wieder beim Ausgangspunkt sind – Bambus.

Um dieses Süßgras dreht sich der heutige Beitrag, richtig gelesen, Bambus ist kein Holz. Bamigo setzt bei den eigenen Produkten auf Bambus als Rohstoff und bietet so im eigenen Online-Shop Kleidung aus Bambus an, welches gegenüber Kleidung aus Baumwolle einige Vorteile mit sich bringt, wie du noch erfahren wirst. Vorab muss ich sagen, dass ich bis zum Kennenlernen von Bamigo noch nichts von Bambuskleidung gehört habe. Geschweige denn das Bambus als etwas Anderes nützlich ist, außer als Pandafutter zu dienen.

So kann sich irren. Aber keine Sorge, so lange gibt es Stoffe aus Bambus noch nicht. Erst im Jahr 2001 hat die Universität Peking entdeckt wie sich aus Bambus Stoff herstellen lässt. Seitdem gewinnen Kleidungsstücke aus Bambusstoff an Beliebtheit.

Die Idee hinter Bamigo

Bamigo entstand aus dem Gedankenspiel, dass es doch eine komfortablere und dauerhaftere Alternative zu Unterwäsche geben muss, die wir täglich tragen. Mit Bambus als Rohstoff war zumindest von Seiten des Materials ein Lösungsansatz gefunden und auch beim Namen wurde man sich einig.

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So hat man einfach das Wort Bambus, das Material aus dem die eigenen Produkte hergestellt werden, mit dem spanischen Wort „Amigo“ das „Freund“ bedeutet kombiniert. Aus dieser Kombination ist schließlich Bamigo entstanden, den Kleidung von Bamigo ist mehr als ein Stück Stoff, es ist der beste Freund im Alltag, da es sich anfühlt wie eine zweite Haut und sehr komfortabel ist – so zumindest die Aussage des Unternehmens.

Auf Bambus setzt das Label, da es eine dauerhafte Alternative zu Baumwolle anbieten wollte. Denn dort sieht man Bambus als Textil der Zukunft an. Sämtliche Produkte, sprich, T-Shirts, Longsleeves, Boxershorts und Socken von Bamigo sind aus Bambus hergestellt. Der Stoff hat hierbei den Vorteil, dass dieser zu 100 % biologisch abbaubar ist. Zudem halten die Bamigo Basics nichts von Rauheit, Bakterien und gelben Transpirationsflecken und sind also samtweich, anti-bakteriell und anti-transpirierend.

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Davon durfte ich mich aber auch selbst überzeugen, denn Bamigo hat mir zwei T-Shirts, ein Longsleeve sowie drei Paar Socken zukommen lassen. Wenn ich ganz ehrlich bin, muss ich schreiben, dass ich zunächst den Versprechen des Labels kritisch gegenüberstand. Denn die Versprechen hören sich hoch gegriffen an, also ruhig weiterlesen, um zu erfahren, ob diese auch eingehalten wurden.

Unterschied Baumwoll- und Bambusstoff

Zunächst möchte ich jedoch, zumindest kurz, auf den Unterschied zwischen Stoffe aus Baumwolle und Bambus eingehen. Diese finden vor allem im Wachstum des eigentlichen Rohstoffes statt. So wird um 1 kg Baumwolle herzustellen, 10.000 bis 20.000 Liter Wasser benötigt. Zur Relativierung, mit 1 kg Baumwolle kann man ungefähr ein Paar Jeans herstellen. Bambus hingegen muss nicht künstlich bewässert werden und manche Bambusarten wachsen sogar mehr als einen Meter pro Tag.

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Zudem wird Bambus ohne Pestizid und düngerfrei angebaut, im Gegensatz dazu ist Baumwolle aus dem konventionellen Anbau hoch belastet und benötigt dazu noch extreme Bewässerung was gerade in Ländern zum Beispiel des Nahen Ostens ein großes Problem ist. Wie bereits im vorherigen Absatz erwähnt ist Bambus eine der schnellwachsensten Pflanzen auf Erden und lässt sich zudem umweltfreundlich ernten. Es reicht, einen Teil der Pflanze zu schneiden, der Rest treibt wieder aus.

Und keine Sorge, der rote Panda, als auch sein großer Bruder der Pandabär haben genug zu Essen. Denn der Bambus zur Garnherstellung wird aus Plantagenbambus hergestellt, keine Wildsammlung, es werden also keine Nahrungsquellen der Pandabären oder bedrohte Bambusarten dafür verwendet.

Bambusstoff ohne Baumwolle geht aber auch nicht ohne weiteres…

Eins muss ich allerdings auch erwähnen. Bambusstoff kommt nicht ganz ohne den Einsatz von Baumwolle aus. Denn aus Bambus selbst lässt sich direkt keine Faser spinnen, dies passiert erst auf dem Weg der Viskoseherstellung. Hierzu werden Teile des Bambus zerkleinert, chemisch aufbereitet und es entsteht eine Masse die dann durch dünne Düsen gepresst wird. Dabei entsteht ein dünner Faden, der wiederum zu Garn verarbeitet wird. Aus dem Garn werden dann unterschiedlichste Stoffe verarbeitet. In den meisten Fällen wird dieser dünne Faden mit Baumwolle kombiniert, da sich das Material alleine nur schwer verstricken lässt.

Vorteile von Bambus gegenüber Baumwolle

Bambus als Stoff absorbiert bis zu 60 % mehr Feuchtigkeit als Baumwolltextilien. Dies liegt an der offenen Struktur und Hohlfaser, welche der Bambus besitzt. Davon profitieren natürlich auch Kleidungsstücke, welche aus diesem Rohstoff hergestellt wurden. Im Sommer kleben T-Shirts, Longsleeves, Boxershorts und Socken nicht auf der Haut, wenn es heiß ist. Aber auch im Winter wird einen Bambuskleidung nicht im Stich lassen. Denn dann sorgt Bambus für eine warme zweite Haut, viele Male wärmer als Baumwolle.

Longsleeve, T-Shirt und Socken aus Bambus – meine Meinung

Wie zu Beginn des Beitrags bereits erwähnt war Bamigo so freundlich und hat mir ein paar Produkte aus dem eigenen Programm zugesendet. Einfach, um den Stoff einmal auf der eigenen Haut zu spüren und mich davon überzeugen zu lassen oder eben nicht. Ein Punkt vorab, der mit dem eigentlichen Produkt nichts zu tun hat, mich aber im Gesamteindruck einfach gestört hat.

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So wirbt Bamigo mit den Vorteilen von Bambus gegenüber Baumwolle als Rohstoff – wir erinnern uns Wasserverbrauch – verschickt allerdings alle drei Produkte in drei einzelnen Kartons, anstatt diese in einen Karton zu verpacken. Wirtschaftlich gesehen ist es wahrscheinlich einfacherer die angebotenen Produkte schon griffbereit im Karton, im Lager liegen zu haben, aber der ökologische Ansatz mit Rückssichtsnahme auf die Natur steht zumindest in meinen Augen im Widerspruch dazu.

Das war aber auch schon der einzige Kritikpunkt, welcher mir aufgefallen ist. Denn das Gefühl, wenn man beispielsweise die T-Shirts oder Socken aus Bambus in die Hand nimmt ist äußerst angenehm, man möchte es beinahe mit Samt vergleichen. So angenehm fühlt es sich in der Hand an. Zunächst war es ein wenig verwirrend für mich, dass bei den verwendeten Materialien (T-Shirt) zu lesen war: 68% Bambus, 28% Baumwolle und 4% Elasthan – da ich dachte, dass diese ohne Baumwolle auskommen. Die Erklärung warum Baumwolle auch zum Einsatz kommt habe ich dann bei meiner Recherche gefunden und unter dem Punkt „Bambusstoff ohne Baumwolle geht aber auch nicht ohne weiteres…“ bereits aufgegriffen.

Sowohl T-Shirts als auch die Longsleeves von Bamigo sind am unteren Ende ca. zehn Zentimeter länger, als bei vergleichbaren Kleidungsstücken. Dies liegt einfach daran, dass man gewährleisten möchte, dass die Oberteile gut in der Hose getragen werden können. Gerade wenn man diese unter einem anderen Kleidungsstück trägt, ist dies sicherlich von Vorteil. Persönlich freue ich mich darüber vor allem im Winter, da der Rücken so selbst beim Aufsammeln von Schnee nicht entblößt wird.

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Ein weiterer Vorteil in meinen Augen ist der, dass man sich beim Waschen keine allzu großen Gedanken machen muss. Einfach mit anderer weißer oder schwarzer Wäsche zusammen bei 30 bis 40°C in die Wäsche schmeißen und gut ist. Der Einsatz von Trockner oder Bügeleisen ist nicht notwendig, da Bambus als Stoff sehr pflegeleicht ist und auf Beides nicht angewiesen ist. Wer dennoch bügeln möchte kein Problem, auch das kann der Stoff ab.

Sowohl die bereits erwähnten T-Shirts und Longsleeves glänzen mit den gleichen Punkten wie die Socken aus Bambus. So ist der Stoff aus Bambus geruchsneutralisierend, ventilierend, anti-allergisch, anti-bakteriell, schnell trocknend und super absorbierend. Alles Dinge über die man sich im Alltag keine Gedanken gemacht. Denn ganz ehrlich, Kleidung muss funktionieren.

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Für mich habe ich allerdings schon entschieden, neue T-Shirts aus Bambus zu ordern, alleine schon aus dem Tragegefühl. Wie es sich mit sichtbaren Transpirationsflecken verhält wird die Zeit zeigen, sollte das auch noch eingehalten werden, gibt es für mich zukünftig Baumwolle nur noch in Verbindung mit Bambus.

Bambus – Top oder Flop?!

Wie du bereits am vorherigen Absatz lesen konntest, bekommt Bambus bei mir in nächster Zeit die Möglichkeit zu zeigen, was es wirklich kann als Stoff. Wenn dieser allerdings weiter so glänzt wie bei den ersten Aufeinander treffen, habe ich einen neuen Freund fürs Leben gefunden. Quasi einen Bamigo.

Mit freundlicher Unterstützung von Bamigo

About Sebastian

Ich schreibe hier regelmäßig über Mode & Lifestyle. Wenn dir der Artikel gefallen hat, würde ich mich darüber freuen, wenn du ihm, trotz des Social-Network-Dschungels ein "Gefällt mir" geben würdest.

Ein Kommentar

  1. Hallo Sebastian,

    danke für diesen tollen Artikel. Ich war ebenfalls auf der Suche nach Artikeln aus Bambus. Ich hatte schon von Socken aus Bambus gehört und das diese mit einem tollen Tragegefühl daher kommen sollen. Jetzt werde ich mir die Marke mal anschauen und evtl ist diese auch etwas für unseren Shop.

    Hab einen angenehmen Tag.

    Viele Grüße,
    Marc

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