Bomberjacke_Mann_2016_Titel

Bomberjacken – nicht nur für Piloten ein stylisches Kleidungsstück

Für den Einen mag sie schlicht „bombenmäßig“ sein, für den Anderen ist ihr Style auf den ersten Blick ungeeignet, indiziert mancher doch die Bomberjacke auch mit Homogenität gewisser Gruppen. Doch man sollte nicht oberflächlich urteilen. Denn wenn man genauer hinsieht, gibt es heute keinerlei gesellschaftliche Strömung, welche mit einer Bomberjacke auch nur annähernd präsentiert würde außer höchstens die US Airforce beziehungsweise die Pilotenschaft selber. Und diesen werden ohnehin andere Modelle angeboten als der Zivilgesellschaft.

Vielmehr handelt es sich bei den Erzeugnissen  um ein erwiesenes Paradebeispiel von Qualität und Funktionalität. Zumindest einmal sollte man daher hinter die Kulissen dieser Kleidungsstücke blicken um für sich fundiert entscheiden zu können.

Bomberjacke_Mann_2016_001

Die Bezeichnung kommt nicht von ungefähr, denn ihre zivile Nutzung setzte erst ab den 1950er Jahren ein, nachdem es bereits in erfolgreicher Verwendung stand. Denn die Gründe für die US Air Force, sich bei ihren Piloten verpflichtend für diese Jackenart zu entscheiden, sind tatsächlich überzeugend. Doch fangen wir zunächst ganz vorne an.

Historie der Bomberjacke

Die ebenfalls gängige Bezeichnung „Fliegerjacken“ meint genau genommen ein etwas anderes Modell. Diese dienten den Alliierten aus den 1930er und 40er Jahren und stammen somit aus einem Zeitraum, in dem Flieger- und Bomberjacken noch offiziell identisch verwendet wurde. Alle Modelle trugen und tragen dabei ihre eigene Bezeichnung, wie etwa die MA-1 als Vorreiter der heute erzeugten Arten. 1958 hatte sie die US Airforce erstmals an ihre Flugbesatzung ausgeteilt.

Zuvor gab es andere Modelle mit ähnlichen Kurzbezeichnungen. Die genauen Unterschiede sind allerdings nur dem ersichtlich, der etwas Ahnung von der Entstehungsgeschichte hat. Anfangs waren sie  mit einem Emblem der US Airforce ausgestattet. Nachdem aber die internen Abteilungen ihre eigenen Aufnäher verwenden wollten war deren Weglassen die effizientere Variante und insofern wurde ihr Erscheinungsbild insofern neutral.

Alpha Industries, mit heutigem Sitz in Virginia, lieferte bislang rund eine Million alleine an die US-Behörde. Auch europäische Luftstreitkräfte kamen während der Nachkriegszeit auf den Geschmack und ließen für sich anfertigen. Daneben entstand für Private in Europa aufgrund der hohen Beliebtheit ein kleiner „Schwarzmarkt“. Doch schon bald entschloss sich der Anbieter auch an Zivilisten zu liefern.

Bomberjacke_Mann_2016_002

Im Jahr 2013 erreichte die Bomberjacke die Laufstege internationaler und namhafter Designer. Die oft eigenwilligen Interpretationen wie etwa Blumenmuster sind allerdings eingeschränkte Geschmackssache, wie immer bei solchen Abwandlungen, und nur bedingt geeignet, bei den Massen erfolgreich zu sein. Vielmehr ist es hier die möglichst authentische Ausgestaltung, die zur Beliebtheit beiträgt. Heute werden die Märkte mit unzähligen Modellen überschwemmt, die mit dem Original nicht mehr viel gemeinsam haben. Es gibt aber Kriterien, denen originale Ausdrucksfähigkeit zukommt.

Merkmale des Originals

Das Grundmaterial ist Nylon. Andere Stoffe wurden und werden nicht herangezogen – unten wird der Grund veranschaulicht. Die damalige MA-1 war mit Strickkrägen ausgestattet und nicht mit Fell, wie häufig angenommen wird. Diese Nylonmodelle sind als Vorläufer zu qualifizieren und setzten sich noch nicht auf vergleichbare Weise durch, erfüllten aber wichtige Voraussetzungen für die heutige Machart, nämlich durch das Gewinnen von Erfahrungswerten für Verbesserungen. Die Verwendung von Strickkrägen lag daran, dass Felle nicht mit den Gurten inkompatibel waren.

Bomberjacke_Mann_2016_003

In Anlehnung an das Original sind Fellkragen-Varianten ungeeignet und als Ausfluss einer Entwicklung zu sehen, demnach die Modemacher der mit einst fallenden Umsatzzahlen konfrontierten Pelzlobby zusammenarbeiten. Mit dem originalen Style hat diese Machart aber nichts zu tun. Der Charakter des Originals wird durch die Strickeinsätze an Kragen, den Ärmeln und unterem Rand ausgedrückt.

Überzeugend: Die Vorteile der Bomberjacke

Das Tragen der Bomberjacke erwirkt einen Ausgleich der Temperaturen. Man konnte sie schon damals bei bis zu 18 Minusgraden heranziehen und bei 15 Grad Celsius im Plus war sie noch immer verwendbar. Sie deckte damit eine Schwankungsbreite ab, die von der typischen Kleidung niemals erfasst sein konnte. Die Verwendung von Nylon löste das zuvor noch verwendete Leder ab.

Mit diesem Stoff, als „Flight Nylon“ bezeichnet, werden Bewegungsfreiheit und Leichtigkeit erreicht und der Originalität Rechnung getragen. Erst dieses Modell wurde zum Kultobjekt auf der ganzen Welt. Solche Errungenschaften weiß natürlich jeder Konsument zu schätzen. Wolle bei der Steppung wurde mittlerweile durch Polyester ersetzt – unter anderem deshalb, weil die Kleidungsstücke noch leichter wurden.

Bomberjacke_Mann_2016_004

Wer es ganz original liebt oder Wert auf gute Sichtbarkeit legt, sollte sich eines Exemplars bedienen, das auch als Wendejacke mit orangem Innenfutter zu verwenden ist. Damals diente dies der leichten Erkennbarkeit abgestürzter Piloten, ist aber auch heute als Warnfunktion in vielen Lebenslagen ein nicht zu vernachlässigender Sicherheitsaspekt. Auch die gut platzierten Taschen erweisen sich auch für den vielzitierten „Otto Normalverbraucher“ immer als nützlich.

Zu beachten ist außerdem, dass der Hersteller ziemlich ohne Einsatz tierischer Produkte auskommt. Es werden Innovationen gesetzt, die höhere Kostenfaktoren bei der Produktion darstellen anstatt des meist günstigeren Rückgriffs auf tierische Bestandteile. Somit wird die originale Bomberjacke auch in ethischer Hinsicht für Interessierte zur besseren Option.

Typische Verwendung der Zivilisten

In den 90er Jahren wurden kurzfristig Bomberjacken eher dem Nazi-Style zugerechnet obwohl es eigentlich die damaligen Feinde derselben waren, welche diese Modelle berufsmäßig tragen mussten. So manchem Mitläufer ohne Hintergrundwissen schien das allerdings nicht gänzlich bewusst gewesen zu sein und man griff auf das coole Kleidungsstück dennoch zurück. Das war wohl auch darauf zurückzuführen, dass das Logo von Alpha Industries eine minimale Ähnlichkeit mit der SA, also der Sturmabteilung der damaligen Hitler-Partei, aufwies.

Bomberjacke_Mann_2016_005

Als amerikanisches Erzeugnis konnte sich eine Etablierung in diesen Kreisen aber auch gar nicht durchsetzen. Heute tendiert das Risiko gegen Null, durch das Tragen von Bomberjacken als Nazi eingeordnet zu werden. Wer natürlich Glatze und Schnürstiefel dazu kombiniert, setzt damit Zeichen. Allerdings wären diese etwas irr, denn der identitätsstiftende Charakter dieser US-Innovation ist mittlerweile weltweit bekannt. Heute sind die Bomberjacken-Modelle außerdem in der Hipster-Szene beliebt und waren auch damals schlicht Vorreiter des Blousons. Es hängt beim Tragen außerdem auch hier davon ab, was man aus einem Kleidungsstück macht.

Bomberjacke_Mann_2016_007

Natürlich greifen auch private Piloten gerne auf diesen Kleidungs-Codex zurück. Immerhin erfüllt die Jacke selbst dort alle Anforderungen mit Bravour. Kleidungsstücke, die sich derart lange hoher Beliebtheit erfreuen, werden logischerweise von diversen Zeitgeistern aufgegriffen – ob Hipsters oder eben auch Skinheads. Alpha Industries wird jedenfalls nicht müde, sich davon zu distanzieren und diese Episode zulasten des hochwertigen Kleidungsstückes darf heute als abgeschlossen betrachtet werden.

Farbliche Ausgestaltung

Die Farbgebung für den zivilen Einsatz gestaltet sich breiter als für das Militär, welches nach wie vor dem Erzeuger seine Kundentreue mit seinen Aufträgen unter Beweis stellt. Mit „Spicy Red“ schuf man etwa eine zivil gerne in Anspruch genommene Ausführung. Authentizität erwirkt man natürlich eher mit den Farben Blau und Grün. Bis zum Koreakrieg fiel die Farbgebung immer zugunsten dieser kühlen Farben aus.

Bomberjacke_Mann_2016_006

Die für Zivilisten letztlich nur wenig modifizierten Originale von Alpha Industries trägt man gerne zu Jeans aber eine richtige Einschränkung ergibt sich nur aus unterschiedlichem Stil oder weniger harmonischer Farbkombination – der Klassiker ist aber grundsätzlich offen für jedes inoffizielle Beinkleid. Selbst wem keine Bomberjacke gefällt oder wer sie nicht benötigt, kann die detaillierten Ausführungen mit anderen Kleidungsstücken vergleichen und davon ausgehen, dass dort die hochwertigere Option gewählt wurde.

Doch Vorsicht: Auch wenn viele Blousons als „Bomberjacke“ angeboten werden, ist doch meist die einzige Gemeinsamkeit mit dem Original ein nur ähnlicher Schnitt. Um ihre Funktionalität am Stand der jeweiligen Wissenschaften zu messen, muss man die Unterschiede zum Original vergleichen. Ob als Arbeits-, Sport- oder Freizeitbekleidung ist die originale Machart dieser Outdoor-Bekleidung geradezu ein Garant für Funktionalität. Der Erzeuger würde seinem jahrzehntelangen Hauptabnehmer, nämlich dem Verteidigungsministerium der USA, gewiss mit keinen bösen Überraschungen verärgern und steht in Sachen Innovation damit wohl an der Spitze.

AlphaIndustries_Zalando

Ein Klick aufs Foto bringt dich zu aktuellen Angeboten aus dem Sortiment von Alpha Industries, unter anderem zu angesagten Bomber- und Fliegerjacken.

About Sebastian

Ich schreibe hier regelmäßig über Mode & Lifestyle. Wenn dir der Artikel gefallen hat, würde ich mich darüber freuen, wenn du ihm, trotz des Social-Network-Dschungels ein "Gefällt mir" geben würdest.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.