Bootsschuhe und Segelschuhe abseits der Straße

Es geht nicht immer nur um Optik und die Einhaltung von Dresscodes. Bootsschuhe und Segelschuhe haben vor allem funktionalen Anforderungen Rechnung zu tragen. Je nach Umständen kann es sich bei den praktikablen Eigenschaften sogar um lebenserhaltende Details handeln. Im Normalfall ist natürlich nur der Komfort betroffen und kleinere Sicherheitsaspekte werden mit professionellem Schuhwerk eingehalten – aber immerhin.

Mögen optisch auch diverse Sneakers zu den Shorts besser aussehen, so erkennt der Insider sofort den Mangel an Problembewusstsein und Professionalität. Diesem Eindruck kommt auch kein Attraktivitätswert zu, man sollte sich vor dem Kauf mit den Anforderungen vertraut machen, wenn man neu in der Szene ist.

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Es gibt genügend Modelle, die Professionalität mit Mode vereinen. Ein Mangel an optischer Überzeugungskraft kann diesen speziellen Schuhen auch nicht vorgeworfen werden, ist es doch genau jener spezifische Charakter, der sie von seinen Mitstreitern zur Fußbekleidung abhebt und auf ihr eigenes Level noch anhebt.

Ein Überblick der „Does & Donts“ auf See

Die Herausforderungen liegen einmal in der nassen Umgebung, wenngleich das Deck nie geplant einem großen Fußbad dienen soll. Die Erfahrung lehrt uns eines Besseren denn nur ein kleiner Witterungsumschwung ist jederzeit einzuplanen. Dazu kommt, dass man nicht auf einem linear verlaufenden Estrich herumgeht, sondern auf einem schaukelnden Untergrund. Das kann auch extremere Ausmaße annehmen. Die funktionalen Eigenschaften beim Kauf stehen also fest:

  • Wasserabweisende Obermaterialien, die wieder rasch trocknen
  • Rutschfeste Sohle
  • Besondere Sohlenprofile – Beispiel: „Messerschnittsohle“, wo sich kein Fremdkörper am Landgang festsetzen und die Eigenschaften beeinträchtigen kann

Bootsschuhe und Segelschuhe – Vorsicht – Falle!

Die Anforderungen mögen einfach aussehen und es gibt heute kaum einen Outdoor-Sportschuh, bei dem diese Eigenschaften nicht zumindest angedeutet werden. Man soll sich aber nicht so leicht zufrieden geben, sondern mit den Details intensiver auseinandersetzen. Seriöse Testberichte haben hohe Aussagekraft und erläutern, warum wirklich auf deklariertes Profi-Schuhwerk wie Bootsschuhe und Segelschuhe zurückgegriffen werden müssen um alle Sicherheitsaspekte zu erfüllen.

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Stiefel oder Halbschuhe?

Wir setzen wohl automatisch eine gedankliche Verbindung zwischen einem Stiefel und warmen, trockenen Füßen. Das sollte man kurz überdenken: Sie werden beim typischen Segelausflug oder auf einer Rundfahrt bei Schönwetter sicher nicht gerne getragen, außerdem ist dieses Ausmaß an Wärme dort ein Nachteil. Die diesbezüglichen Unterschiede einzelner Modelle beim Seestiefel liegen vor allem darin, wie viel Wasser sich im Schaft sammeln kann. Ob das unter kalten Bedingungen wünschenswert ist, darf eigentlich bezweifelt werden. Ob ein Stiefel hier besser oder schlechter stellt, entscheidet nur das konkrete Modell.

Zum Thema Rutschfestigkeit und Profilierung der Sohle fanden sich in ihrer Liga keine nennenswerten Differenzen bei den letzten Tests. Bei so manchen sorgen zwar etwa Schnürung und Klettband für eine bombensichere Abweisung von Wasser, nur war das Material nicht wirklich dicht und führten ihre Optik eigentlich ad absurdum. Es ist erstaunlich, welche hohe Preise manche Bootsstiefel aufweisen, die in ihrer Optik überragend schon eher an Science Fiction-Helden erinnern, die neue Planeten erobern müssen, aber nicht einmal wasserdicht sind.

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Vereinzelt war sogar das Profil der Sohle schlechter als bei jedem Gummistiefel im Discounter. Es gibt auch viele Modelle, die ähnlich einer Stiefelette geschnitten sind, also bis zum Knöchel reichen. Für sie gilt dasselbe wie oben. Der Unterschied bei der Machart könnte auch auf See in besserer Wärmeversorgung des Beins liegen. Füllt sich dieser Bereich aber mit Wasser, wird auch dieser Aspekt eher zur destruktiven Farce.

Die Halbschuhe unter den Bootsschuhen und Segelschuhen sind von einem kleinen Plus begleitet: ihre unterschiedliche Optik. Heute unterscheiden sie sich vom Freizeitschuh nur in sichtbarer Professionalität aber sind stetig von Trends getragen. Kurz: Sie sind schlicht schöner als der schlichte Seestiefel, der in der einfachen Ausführung eher an das Schuhwerk eines Schlächters erinnert.

Fazit: Bootsschuhe und Segelschuhe

Werden Seestiefel deshalb gekauft, weil sie besser trocken halten sollen, geht diese Rechnung jedoch nicht auf – dasselbe Ausmaß kann nämlich beim See-Halbschuh genauso erreicht werden. Der hohe Schaft lenkt eventuell von der Qualität ab und indiziert vielleicht nicht vorhandene Eigenschaften. Das soll nun keineswegs als ein Abraten vom Kauf verstanden werden, nur sollte man sich dessen bewusst sein und den Aufpreis für den Schaft mit dem Nutzen abwägen. Wer die Optik mag, bei dem kann es sich durchaus rechnen

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Marken und Preise – Garant für Qualität?

Um Eigenschaften von Bootsschuhe und Segelschuhe abschätzen zu können, assoziieren wir allesamt das, was wir über Marken denken mit dem Preis-Leistungsverhältnis und gehen oft davon aus, dass teurer auch besser ist. Wie bei allen käuflichen Dingen sollten wir zumindest die Basics selber abschätzen können. Hier sind das die oben beschriebenen Qualitätsmerkmale. Kennt man sie, ist es nicht mehr so schwierig. Testergebnisse umfassen immer nur einen Teil der Angebote und lassen all die anderen außer acht. Darum soll hier weniger ein bestimmter Schuh, der hier als Sieger gekrönt wurde, propagiert werden nur um auf Nummer Sicher zu gehen. Vielmehr werden Expertenmeinungen allgemeiner Natur zusammengetragen. Sie lassen sich so bei der Auswahl sehr gut berücksichtigen.

Vorauszuschicken ist, dass der Bootsschuh von der Masse gar nicht mehr ausschließlich zweckgewidmet getragen wird. Als eigener Trendsetter entspricht er mit seiner Ausstrahlung den Anforderungen für alle sportlichen Events – warum auch nicht? Hier aber wird auf seine Bestimmung Rücksicht genommen, um nicht jenen auf den Leim zu gehen, die für diese Zielgruppe „Freizeit allgemein“ produzieren und ein höheres Augenmerk auf schicke Details anstatt Funktionalität zu legen.

Checkliste beim Vergleich

Die gute Sohle bei Bootsschuhe und Segelschuhe besteht hier aus Gummi und ist breit angelegt, das bedeutet, sie soll ein kleines Stück weit noch über den Oberschuh hinausragen. So gewährt sie noch dann Schutz, wenn der Fuß seitlich einknickt aber am, vielleicht auch noch nassen, Boden auftreten möchte. Gerade dann kann er seine Schutzwirkung entfalten. Das Profil hat erkennbare Lamellen einfacher Struktur aufzuweisen sie leiten Wasser wieder rascher ab als diverse Schnörkel-Lamellen, mit denen man via futuristischer Nuancen den Interessantheitsgrad hochschrauben will. Darin finden auch kaum Steinchen Platz, die das Deck zerkratzen.

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Der typische Bootsschuh ist in seiner Optik eigentlich nicht am Sportschuh ausgerichtet, auch wenn viele Anbieter diese Zielgruppen im Auftritt vermengt. Sein Aussehen ist nämlich traditionell einem Mokassin ähnlich. Dieser ist nicht gefüttert, denn es geht nicht darum, mit warmen Füßen in Schnee zu waten, sondern dass Nässe schnell wieder verschwindet. Natürlich werden meist dazu Socken getragen, die kann man aber jederzeit ausziehen und wechseln oder austrocknen lassen.

Ein Schaft an der Innenseite ist auf diese Weise eigentlich gar nicht notwendig, viele Modelle sind aber damit ausgestattet. Er ersetzt praktisch die Socken – kann aber nicht ausgezogen oder gewechselt werden wenn er nass ist. Die Schnürsenkel umfassen in einer Art Verlauf-Schiene den oberen Rand und sind vorne mittig zu binden. Damit wird dem Sitz seine individuelle Passform ermöglicht und sorgt für besseren Halt.

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Vorsicht ist insofern geboten, als viele Modelle eher auf Freizeit ausgerichtet sind, weil Mokassin einfach eine beliebte Optik darstellen. Die Eigenschaften aber sind mit bloßem Auge überprüfbar.

Segelschuhe sehen anders aus – Qualitätsmerkmale bleiben ziemlich gleich

Zum Segeln etablierte sich ein spezieller Segelschuh. Er sieht eher aus wie ein Laufschuh. Wer beides intensiv betreibt, bei dem rechnen sich zwei Paar Schuhe. Die Sohle ist das Wichtigste: Die Kriterien vom Bootsschuh gelten auch hier. Bewegungsfreiheit ist beim Segeln besonders wichtig, um rasche Reaktionen beim Manöver zu ermöglichen.

Mit diesem Segelschuh wird der Fuß noch intensiver umfasst und er trägt diese Bewegungen mit. Der Schuh darf ruhig wasserdurchlässig sein, aber muss rasch wieder trocknen. Mit Mesh-Material liegt man jedenfalls richtig. Ob man die Stiefel- oder Halbschuh-Variante wählt, ist wie gesagt Ansichtssache. Von dieser Variante leitet sich die Bezeichnung des Marine-Stiefels ab, man muss aber auch bei ihm die Eigenschaften noch kontrollieren.

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