Quality-Time & Männerfreundschaften am Schluchsee im Schwarzwald

Am vergangenen Donnerstag war Vatertag. Ein Tag den viele Männer nutzen um mit Freunden und Bekannten loszuziehen. Trinken, Grillen, Feiern und eventuell sogar ein wenig Wandern vorab. Kennt man allzu gut und bis vor ein, zwei Jahren war der Ablauf für mich recht ähnlich. Doch dieses Jahr war alles ein wenig anders. Persönlich wollte ich mich bewusst ein wenig aus dem Alltag herausziehen und die Möglichkeit eines Brückentags am Freitag nutzen, um mir ein Vier-Tage-Wochenende zu schaffen.

Allerdings sollten es keine vier Tage sein, an denen ich faul auf der Couch herumlungern wollte. Auch, wenn es sich noch so verlockend anhört. In der Tat wollte ich komplett aus meinem Alltag verschwinden. Sprich, Laptop und Co. hinter mir lassen und ein wenig abschalten. Meine Frau unterstützte diesen Plan und brachte mich bereits vor zwei Monaten auf die Idee mit meinem besten Kumpel campen zu gehen. Eine Idee die Gold wert war, um das Fazit direkt zu Beginn in Kurzform aufzugreifen.

Campen am Schluchsee im Schwarzwald

Der Plan war es, dass wir uns für drei Tage komplett aus dem Alltag verabschieden. Ehefrauen und Kinder hinter uns lassen, den Stress von der Arbeit ebenfalls und einfach ein wenig Zeit für uns haben. Schließlich sieht man sich auch nicht mehr so oft, da wir doch durch ein paar Kilometer Autobahn voneinander getrennt leben. War eben auch alles Mal einfach, als wir noch im gleichen Ort lebten. Um Klischees zu bedienen, wollten wir natürlich etwas Männliches unternehmen. Und was ist männlicher als Campen in freier Natur, an einem See, mit Lagerfeuer am Abend, Bier und tiefsinnigen Gesprächen? Nicht viel!

Gut, ganz so extrem haben wir unseren Plan dann doch nicht umgesetzt. Wir waren Campen am Schluchsee im Schwarzwald. Um genau zu sein im Schwarzwaldcamp direkt am Schluchsee. Das Besondere an diesem Camp ist definitiv die Tatsache, dass die Zelte nicht Meter auf Meter aneinander aufgereiht stehen. Im Gegenteil, über einen Hektar Fläche verteilen sich normale Zelte, Tipis, eine alte Gondel, ein Bulli sowie Baumzelte mit großzügigem Abstand. Jeder Gast bekommt also die Möglichkeit sich das zu nehmen, was er möchte.

 Egal ob er wie wir mit eigenem Zelt dort auftaucht, oder sich in eine der dort vorhandenen Unterkünfte einmietet. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Man ist zwar direkt in der Natur, dank des naheliegenden Campingplatzes aber auch nicht ganz abgeschnitten von fließendem Wasser und Strom. Eine Tatsache, die mich nach der ersten Nacht im Zelt noch mehr zu überzeugen wusste, als der vorab Hinweis auf der Webseite des Schwarzwaldcamps. Denn mit gut 32 Jahren steckt man kühle Nächte, harte Böden und die Natur direkt vor der Zelttür eben doch nicht mehr ganz so gut weg. Eine heiße Dusche wirkt da manchmal wahre Wunder.

Freundschaften die verbinden…

Noch wichtiger war für mich, während dieser Tage fernab des Alltags, allerdings mein Begleiter. Mein bester Kumpel, wie ihn hoffentlich jeder Mann hat, mit dem man über alles sprechen kann und auch Mal schwach sein darf. Etwas was man im Alltag eben doch nicht ist. Auch nicht bei der eigenen Frau.

Bereits beim ersten Treffen auf dem Parkplatz, nach ein paar Monaten ohne persönlichen Kontakt. Nur über Telefon oder WhatsApp, zeigt sich, dass uns immer noch etwas verbindet. Es war eher so, als ob man sich gerade erst letzte Woche gesehen hat. Ein tolles Gefühl. Eingecheckt, Zelt aufgebaut, Autos ausgeräumt und dann haben wir die Zeit genutzt uns mit ein paar Bier aufzumachen ein wenig zu laufen. Ganz ohne Plan und Ziel, ein wenig die Gegend erkunden, miteinander reden, schweigen, um dann am Ufer des Schluchsees endgültig von Mails, Telefonaten, Alltagsproblemen, … abzuschalten.

Fehlen durfte natürlich auch nicht das gemeinsame Grillen. Klischees bedienen. Muss auch sein. An einem der Gemeinschaftsplätze des Campingplatzes haben wir uns in einer Feuerschale mühsam unsere erste Glut für unser Essen erarbeitet. Nach und nach bekamen wir Gesellschaft von anderen Campern, mit denen wir einige Stunden am Feuer verbrachten, um uns dann wieder zu trennen.

Wenn man sich nun noch vorstellt, dass wir uns vorher nicht kannten, keine Namen austauschten und uns dennoch so unterhielten, als ob wir uns nicht zum ersten Mal über den Weg gelaufen sind, dann zeigt sich, wie schön dieser Abend war. Am zweiten Abend war es übrigens nicht anders. Zur kleinen, heiteren Runde des Vorabends gesellten sich einfach noch ein paar mehr Menschen dazu. Und es wirkte keine fehl am Platz. Egal ob alt oder jung, jeder hatte zumindest für diesen paar Stunden seinen Platz gefunden.

Das Wandern ist des Müllers Lust

Erste Nacht im Camp – Check. Grillen mit Fremden – Check. Kurze Runde am Schluchsee – Check. Nun stand noch ein wenig mehr Bewegung auf dem Plan. Vor allem da das Wetter doch besser war als gedacht. Dankbar war ich da Mal wieder meiner Frau, die mir Sonnencreme eingepackt hat. War bitter nötig. Denn trotz Bäumen, Büschen und viel Grün um einen herum suchte sich die Sonne ihren Weg und den hat sie auch gefunden. Wie ich am Abend vor dem Spiegel mit knallrotem Kopf zu sehen bekommen sollte.

Für meinen Kumpel und mich ging es in die Wutachschlucht. Um genau zu sein waren wir in der Obere Schlucht im Grundgebirge unterwegs. Zunächst haben wir uns aufgemacht den dortigen Klamm zu erkunden. Steil ging es bergauf, enge Wege, viele umgefallene Bäume, Schlamm und einen Blick auf die Natur, den man mit keinem Geld bezahlen kann. Vollkommen natürlich suchte sich hier alles seinen Weg. Bäumen war es egal, ob sie bei ihrem Sturz den Weg versperrten.

Wasser suchte sich seinen Weg durch die Steine, sammelte sich und formte einen Wasserfall inmitten des Waldes. Einen Anblick, den man hier bei uns in der Gegend so nicht geboten bekommt. Menschen waren unterwegs. Aber allesamt leise, andächtig und tief berührt davon wie sich die Natur dort präsentierte. Auch für uns Beide war es ein Erlebnis, welches unsere Gespräche inspiriert hat. Auf einem kleinen Hügel, bei zirka der Hälfte der Strecke, entschlossen wir uns eine kurze Pause einzulegen.

Viel zu sehen war dort nicht. Vereinzelte Blicke in die Tiefe der Schluchten, auf vom Wind herumgerissene Baumwurzeln und das ein oder andere Tier, welches sich seinen Weg durch den Wald suchte. Wunderbar. Entspannung pur. Anders kann man es in der Tat nicht beschreiben. Vor allem, wenn man diese Reise durch die Natur mit jemand teilen kann, der diese ebenso wie man selbst einfach als Wohltat für die Seele aufnehmen kann.

Selfie im Wald – musste sein…

Gegenseitig konnte man ein wenig Ballast abladen, sich über Themen unterhalten, die im Alltag zu kurz kommen oder die eigene Frau nicht unbedingt die richtige Ansprechpartnerin dafür ist. Als auch in Gedanken in alten Zeiten schwelgen, um einen Blick darauf zu werfen, wie man sich entwickelt hat.

Auch aufstöhnen, motzen und kritisches hinterfragen der Streckenvermesser war an der Tagesordnung. Denn die gut zweieinhalb Kilometer zum Räuberschlössel, unserer zweiten Etappe, waren unserer Meinung nach viel länger als eben diese zweitausendfünfhundert Meter.

Zumindest brachten sie Zeit mit sich, in der wir auch schweigend nebeneinander den Berg bestiegen. Ohne das Gefühl etwas sagen zu müssen, da die Stimmung ansonsten einen komischen Touch erhält. Und ganz ehrlich, wenn man mit solchen Szenen belohnt wird, dann hat sich der Aufstieg auf jeden Fall gelohnt.

Schluchsee – ein Ort zum Abschalten

Nach unserer Wanderung stand ein wenig mehr Wandern auf dem Plan. Keine riesige Strecke, aber ein paar Meter entlang des Schluchsees haben wir eben doch noch zurückgelegt. Mit Radlern, einer großen Decke und ziemlich erschöpft suchten wir uns, unseren Platz in der Sonne. Dort kam dann auch endlich meine neue Silver Surfer Basecap von Be Proud zum Einsatz, welche zumindest von oben ein wenig Schutz vor der Sonne bot. Den Schatten suchte man dort vergeblich.

Nicht minder wichtig war mein freigeist Microfaser Badetuch, welches schmal zusammengerollt den ganzen Tag bereits auf seinen Einsatz am See wartete. Auch wenn der Weg dorthin beschwerlich war. Gefühlte hunderttausend Steine bohrten sich in die eh schon von der Wanderung geplagten Füße und machten das kühle Nass noch begehrenswerter. Und was soll ich sagen, es hat sich gelohnt.

Aber nicht nur das kühle Wasser wusste zu überzeugen. Einfach alles wirkte dort stimmig. Die Fotos werden leider nicht in der Lage sein einzufangen, wie ich diese Szenen in mir aufgenommen habe. Für mich waren es dennoch Stunden voller Entspannung und einer Natur, wie ich sie schon lange nicht mehr wahrgenommen habe. Für mich steht fest, an diesen magischen Ort kehre ich zurück.

Auch Männer brauchen Freundschaften

War mir zwar schon vor unserem Ausflug bewusst und dennoch hat sich gezeigt, dass man gute Freunde nie ganz aus dem Auge verlieren sollte. Egal wie schwer manchmal die Planung erscheint oder wie aufwendig es ist den anderen zu sehen. Wenn man es wirklich möchte, kann man es schaffen.

Und manchmal muss man eben selbst ein wenig aktiv werden. Immer nur auf die andere Seite zu warten funktioniert nicht. Gilt übrigens nicht explizit für diesen Ausflug, sondern für eine Vielzahl von zwischenmenschlichen Beziehungen im Leben. Manchmal muss man eben doch über den eigenen Schatten springen und den ersten Schritt machen, auch wenn die andere Seite eigentlich am Zug ist.

Letzte Aktualisierung am 21.05.2018 / Affiliate Links & Bildquelle: Amazon Partnerprogramm

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