Der Womanizer – mehr als ein Frauenheld?

Was eigentlich ist ein „Womanizer“? Ist es gut, einer zu sein? Ist es nicht eigentlich etwas, das man – gerade in Bezug auf Frauen – eher nicht darstellen sollte? Oder ist er doch mit Coolness behaftet, worauf Frauen fliegen und der Neid die Konkurrenz verblassen lässt?

Cool oder Freak?

Die Antworten sind nicht einfach – vor allem für die ganz Jungen unter uns, die Quantität ihrer Flirts als Maßstab verstehen. Aber ist das nicht zugleich ein Hinweis auf ein gestörtes Selbstwertgefühl und – ab einem gewissen Alter zumindest – eher peinlich? Ist der 50 –jährige Womanizer ein anderer Begriff für Midlife-Crisis? Oder lassen sich an der Beliebtheit beim anderen Geschlecht positive Eigenschaften ableiten?

Der Womanizer im Zahn der Zeit

Mit Giacomo Casanova aus dem Ende des 18. Jahrhunderts haben wir einen Vertreter dieser Bezeichnung gefunden, der diese prägte – zumindest halb-offiziell und allgemein bekannt. Diese Figur gab es jedoch wirklich und nicht nur im öffentlich-rechtlichen TV. Seine doch interessanten Memoiren wurden verfilmt, wobei seine Eigenschaft als „Frauenheld“ eigentlich nicht das Thema seiner Werke und Auszeichnungen darstellte.

Er hatte Witz und Charme und war insofern ein ansprechender Charakter. Er soll eine ihm unbekannte Zahl an Kindern gezeugt haben. Allerdings in einer Gesellschaft, wo uneheliche Kinder kein glückliches Leben erwartete – und die Mütter umso weniger, wenn sie es keinem anderen unterjubeln konnten.

Der zweite Womanizer in der Runde öffentlich bekannter Personen stellt, was weniger bekannt ist, der amerikanische Präsident John F. Kennedy dar. Dabei fließen aber zu 90 % seine Eigenschaft als mächtigste Person und sonstige positive Eigenschaften in das Gesamtbild mit ein. Wäre aber seine Person ohne den Hauch als Womanizer nicht noch besser?

Sichtweise der Frau

Jede Frau denkt und fühlt anders, so wie Männer. Handelt es sich um eine Frau mit geringem Selbstwertgefühl, umso eher wird sie auf den Womanizer fliegen. Oder sie ist jung und lässt sich von Geschichten, Protzerei und großen Worten in den Bann ziehen. Dies wiederum dient dem Selbstwert fast jeden Mannes. Oder doch nicht?

Es hängt schließlich davon ab, was für einen selber als erstrebenswert, schwierig oder herausfordernd gilt. Zweifellos ist es weniger einfach, auf Dauer eine harmonische Beziehung zu führen anstatt in Form bloßer Momentaufnahmen von diversen Liaisons berichten zu können. Es hängt wohl immer vom Ausmaß ab: Wer mit einem neuen Outfit oder Frisur anerkennende Blicke vom anderen Geschlecht erntet, ist durchaus von Vorteilen bereichert. Umso selbstsicherer wird der Rest des Tages beschritten und die Laune kann dadurch gehoben werden.

Resümee „Womanizer“ – Pro und Contra

Zum Aufpeppen des Selbstwerts sind sowohl aus weiblicher und männlicher Sicht zahlreiche Flirts geeignet. Das Risiko, dass der Schuss aber nach hinten losgeht, nämlich weil es im Sinne der Sache ist, auch selbst rasch ausgetauscht zu werden, sollte man berücksichtigen. Das Ausmaß ist wohl der wesentliche Faktor: Wer bemerkt, beim anderen Geschlecht überdurchschnittlich gut anzukommen, fühlt sich gut an und schadet nicht. Immerhin weiß man, dass der eigene Auftritt – und zwar von reiner Optik bis zum ausgestrahlten Wesen – in jeder Hinsicht „passt“.

Frauenheld – als ein Wort, das Ehre inkludiert: Nun ja. Sicher nicht bei der Gattin oder dem Boss. Aber etwas Balsam für die Seele schadet nicht. Man darf es nur nicht übertreiben oder überbewerten. Zu guter Letzt: Selbst Ex-Partner trauern eher um einen treuen, ehrlichen Verflossenen als um einen sogenannten Frauenheld.

About Sebastian

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Ein Kommentar

  1. Ich denke manche Männer kommen mit einem enorm tiefen Verständnis für Frauen auf die Welt, dass die einfach stark von allen anderen Männern abgrenzt. Wenn man mal jemanden kannte der wirklich gut bei Frauen ankommt, ist schnell klar geworden, dass der Kerl einfach ein Talent diesbezüglich besitzt. Manche Männer haben es, die Meisten wohl eher nicht. Für mich macht das einen Casanova aus – ein natürliches Talent im Umgang mit Frauen.

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