Ein neuer Look ist da. Markt-Beobachter haben es geahnt und noch mit einer gewissen Zurückhaltung die einzelnen Angebote analysiert. Nun hat das Kind einen Namen: Athleisure-Look. Das heißt so viel wie eine gekonnte Kombination von Sport- und Freizeitmode. Wobei nur aktuelle im Sinne top-modischer Kleidungsstücke gemeint sind. Natürlich bietet sich an Accessoires auch allerhand, um zumindest den Hauch von Athleisure zu erlangen.

Gemeint ist dabei nicht wirklich, das eine oder andere Kleidungsstück von Sportlern hervorzukramen und an diversen Events zu tragen. Es steckt schon ein bisschen mehr dahinter. Gut umgesetzt ist der Stil sogar für den Büro-Alltag nicht minder geeignet. Das hängt aber, wie immer, vom konkreten Aufgabenbereich ab. Ich würde hier eine Faustregel statuieren: Im selben Ausmaß wie modisch-hippe Akzente eingesetzt werden dürfen, kann auch dieser Look Eingang in die Arbeitswelt finden. Es gibt aber einige Dinge zu beachten.

Klartext: Athleisure-Look im Büro?

Es wird immer wieder „Autoren“ oder Blogger geben, die andere Meinungen vertreten. Vielleicht auch der Eine oder Andere, der entweder keinen Büroalltag kennt oder dort von niemand gesehen wird. Telefonisten vielleicht. Dann ist es gewiss einfacher. Darum eine kleine List von „Do’s & Dont’s“ im Büro:

  • Polo-Shirts im Sommer – jedenfalls, im Winter auch gerne unter Pullis
  • Sportliche Sneakers – jedenfalls, solange dazu kein traditioneller Anzug getragen wird
  • Läufer-Shirts – nein
  • Leggings oder Trainingsanzug – niemals

Die Kernaufgabe dieses Looks liegt in der Freizeit. Die Ausstrahlung und das gesamte Auftreten ist anders gelagert. Darum beziehen sich die folgenden Ausführungen auf diesen Lebensbereich.

Mut, Innovation und Power sind beim Athleisure Look Dresscode gefragt

Gekonnte Kombinationen des Dresscode Athleisure-Looks haben den Zweck, exakt diese drei Eigenschaften in eine visuelle Erscheinungsform zu bringen. Dabei darf aber nicht der Eindruck entstehen, Seriosität und eine gewisse Bodenständigkeit wären überlagert. Sonst erzielt man Ergebnisse, die einem völlig anders aussehen. Wer sich um jeden Preis auffallen will, nennt es oftmals „Eye-Catcher-Outfit“. Das ist aber eine ganz andere Frage und vom Dresscode Athleisure-Look abzugrenzen.

Backflash aus den 80ern?

Wer sich an Silvester Stallone als „Rambo“ im Jahr 1982 erinnert, denkt vielleicht sofort an jenen Trend, der als adäquater Vorläufer des Athleisure-Looks bezeichnet werden darf: Schweißbänder, schulterlange Haare, Ruder-Shirts und sogenannten Sweater. Die jungen Männer von damals kamen auch an „Jogging-Hi“ nicht vorbei – an sich ein traditioneller Sportschuh. Die besseren Schuhläden halten sie im Sinne des Retro-Styles noch heute bereit und ihre hochwertige Funktionalität unterscheidet sich in keinster Weise von aktuellen Sportschuhen. Im Jahr 2010 erlebte er eine kleine Renaissance – allerdings eher in den Medien als auf den Straßen.

Nichtsdestotrotz: Mit einem Sweater, Sportschuhen und Chino oder Jeans verkörpert man den Athleisure-Look von heute auf eine besonders lässige Art. Die Sweater sind aktuell nicht so weit geschnitten wie damals, aber die Optik ist geschaffen. Nostalgiker können ausnahmsweise auf eine Größe zurückgreifen, die eigentlich zu groß ist. Bei dieser Art von Kleidungsstück kein wirkliches Vergehen.

Die eigentliche Bezeichnung des Sweaters bedeutet schlicht „Pullover“. Die Assoziation mit dem Athleisure-Look von heute wird aber mit der landläufigen Begriffsverwendung hergestellt: Man sollte wissen, dass diese Art von Pullover explizit für die Sportmode erfunden wurde. Wobei freilich eine Verbreitung auf den gesamten Freizeitbereich nicht lange auf sich warten ließ. Ein Sweater zeichnet sich aus durch einen weiteren, locken Schnitt, Bündchen an Ärmel und unterem Ende sowie einen Rundhals-Ausschnitt.

Sie unterscheiden sich von normalen Pullover durch saugfähige, weiche und angenehme Materialien. Zudem sind sie viel pflegeleichter als ihr Pendant aus Wollmaterialien. An sich wäre das für Oberteile nichts Besonderes. Doch ihr fast traditioneller Schnitt macht sie erkennbar als das, was sie in den frühen Achtziger waren: Standard-Bekleidung für die damals wie Pilze aus dem Boden sprießenden Fitness-Clubs und Bodybuilding-Center. Ob sich die Schweißbänder im Freizeitbereich wieder durchsetzen, kann nicht gesagt werden. Zurzeit sollte man das allerdings nur bewusst und aus nostalgischen Erwägungen oder eben in einer Turnhalle riskieren.

Gestaltungsmöglichkeiten des Athleisure Looks

Der Athleisure Look lässt sich sicherlich in eine Art Dresscode einordnen. Ist aber sicherlich nicht so stark reglementiert wie der Sportiv Casual oder Smart Casual Style, wobei gerade erstgenannter durchaus Parallelen zum Athleisure Look aufweist.

It’s easy: Oberteile

Shirts für den Herrn findet man nicht ausschließlich in „normalo“-Shops. Gerade Sportabteilungen und dessen eigener Handel geben heute in Sachen Fashion einiges her. Man darf sich anlässlich des Trends ruhig hinein wagen – ohne Garantie, tatsächlich fündig zu werden. Bei den Shirts für Läufer oder für den Fitness-Club dürfte das eine oder andere Teil dabei sein, welches zur Jeans oder Freizeithosen harmoniert.

Getragen im Freizeitbereich oder – je nach Funktion – im Job, sollte heuer nicht nur kein Problem, sondern sogar in sein. Die diesbezügliche Entwicklung an sich sollte man im Auge behalten. Es gibt aber auch solche Oberteile, die per se sportlich sind. Man darf etwas in der jüngeren Zeitgeschichte kramen und mit dem Heute verbinden.

Summertime: das Experimentierfeld für den Athleisure-Look schlechthin

Bevor sich die kürzeren Tage und damit kühlere Zeit durchsetzt, ist im Bereich der Shorts allerlei möglich: Hier lautet die Frage eher, welche Sportler-Shorts nicht angemessen wären, wenn man privat unterwegs ist oder vielleicht sogar irgendwohin ins kühle Nass pilgert. Aufpassen würde ich vor allem bei den typischen Radfahrer-Outfits– wer kurze, enge Leggings trägt, wird mit Radfahren assoziiert. Möglicherweise sogar mit einem Freak. Wer also nicht wirklich mit dem Fahrrad zum See fährt, wirkt einfach sonderbar wenn er sie trägt. Ob mit Bus, Bahn oder eigenem Cabriolet. Athleisure-Look hin oder her.

„Just look“: Die Modemacher geben den Ton an

Die eigens kreierten Modelle der Top-Marken in der beginnenden Herbst-Saison zeigen vor, was möglich ist: Der Handel hat den Style ohnehin intus. Manche Kleidungsstücke, insbesondere für den Oberkörper, wurden bewusst gefertigt, um diesen Look umzusetzen. Wer wie ich als Gewohnheitstier auf solche eher neuen Angebote stößt, mag innerlich noch befremdet sein und möchte intuitiv einmal abwarten. Darüber bewusst nachgedacht ist das schon wieder ganz anders. Ich suche bereits. Definitiv.

Stripes – sportlich angesagt!

Streifen kommen immer wieder mal. Ob längs oder quer ausgerichtet – sportive Effekte lassen sich immer erzielen. Werden Oberteile mit Streifen getragen, nimmt man unverfänglich einen Hauch von Athleisure mit ins Büro, an Hosen oder manchen Jacken ist die Unverfänglichkeit aber dahin:

Bis an den Hosen wieder Stripes erlaubt sind, ist noch ein gutes Stück hin. Das letzte Mal war das etwa an Jeans in den Siebzigern der Fall. So long: lieber ganz verzichten.

Step by step: der erste Schritt beginnt mit Schuhen

Zumindest hier. Sportschuhe sind längst etablierter Bestandteil jeder guten Herrengarderobe. Hier darf man wagemutige und innovative Kombinationen kreieren. Eine solide Stoffhose mit Sportschuh – why not? Ein häufigerer Einsatz, eine Erweiterung des hauseigenen Repertoires – man setzt Akzente, die um jedes neue Kleidungsstück der Linie erweiterbar sind.


Mein Tipp: Auch mal ein bisschen Magazine blättern und aufmerksamer als sonst durch die Straßen ziehen. Dann ist man beim letzten Schrei ganz vorne dabei. Und bei Unsicherheit lieber auf der sicheren Seite bleiben und nichts übertreiben.

Gepostet von Sebastian

Ich schreibe hier regelmäßig über Mode & Lifestyle. Wenn dir der Artikel gefallen hat, würde ich mich darüber freuen, wenn du ihm, trotz des Social-Network-Dschungels ein „Gefällt mir“ geben würdest.

2 Kommentare

  1. […] angehaucht, stylisch anzusehen und definitiv eine gelungene Umsetzung des Athleisure Looks. Die Kernaufgabe dieses Looks liegt in der Freizeit, kann sich richtig kombiniert aber auch im […]

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  2. […] Athleisure-Trend ist längst keine Neuigkeit mehr, jedoch sind die Möglichkeiten der Weiterentwicklung noch lange […]

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