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Dresscode Smart Casual – das verbirgt sich dahinter!

Wer jetzt nicht wirklich weiß, was damit gemeint ist: Keine Angst. Du hast nichts verpasst. Der Dresscode Smart Casual ist nichts anderes als eine gängige Beschreibung eines Outfits, das jeder für sich schon sehr oft in Anspruch genommen hat. Unten gibt es klare Does & Donts für Zweifelsfälle.

Kurz gesagt: ein Dresscode definiert die Anforderungen an ein jeweilig passendes Outfit. Bei „Smart Casual“ sind es Veranstaltungen, die keinen offiziellen Anspruch vertreten und der Freizeit zuzurechnen sind. Völlige Freiheit aber bei der Kleidungsauswahl herrscht mit dem Zusatz des „smart“ dennoch nicht vor – es gilt daher eine gewisse Stilvorgabe.

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Sie zu erfassen, mag jenen schwerfallen, die persönlich einer Aufmachung im Privatleben keinen besonderen Mehrwert beimessen und eigentlich gerechtfertigte Position vertreten. Lädt aber jemand unter diesem Dresscode Gäste zu sich, erwartet er eine besondere Wertschätzung in der Aufmachung und wird seinerseits einem erhöhten Niveau als Gastgeber gerecht. Wer „falsch“ angezogen ist, wird zwar nicht ausgeschlossen werden aber persönlich mit dem Auftritt in ein Fettnäpfchen treten. Wann das der Fall ist, wird hier erklärt.

Gedanken sollte man sich wenigstens einmal darüber gemacht haben, und das am besten rechtzeitig. Es sind im Wesentlichen nur Kleinigkeiten zu beachten. „Smart Casual“- die wortgetreue Übersetzung verweist auf eine Freizeitkleidung unter der Prämisse wohlüberlegter Auswahl. Ein gehobener Anspruch ist unweigerlich zu erfüllen.

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Der größte Fehler liegt im Glauben, die bisherige Tagesbekleidung einfach zu belassen und mit demselben Outfit zur Einladung zu eilen, weil es „ohnehin der Freizeit“ zuzurechnen ist. Lieber vorher Gedanken machen und sich zuhause bewusst umstylen!

Dresscode Smart Casual – Wo wird´s brenzlig?

Am Beispiel eines Shirts innerhalb eines, neuen, topaktuelle Trends ist die Überlegung wohl am schwierigsten. Die Angemessenheit in der Freizeit ist unbestritten – aber wird das einer gewissen Eleganz, einem doch gehobenen Anspruch, gerecht? Die Antwort lautet: eingeschränkt. Jetzt ist jedes Detail bedeutsam. Jüngere Männer haben es durchaus leichter, wenn ein Kleidungsstück ihnen eher zuzurechnen ist, wie es einst bei den Jeans der Fall war. Das liegt allerdings schon mehrere Jahrzehnte zurück.

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Für die damaligen „Midlife“-Männer wäre das Tragen einer Jeans mit Hinblick auf diesen Dresscode etwa so gewesen, als würden sie heute im schlabbrigen Rapper-Style erscheinen, also ein Fauxpas, der sich nach jüngeren Semestern wieder bis zu einem gewissen Ausmaß und detailabhängig relativiert. Übernimmt man nun den Dresscode einer anderen „Ära“, ist ständig anzupassen: Die Jeans ist für Männer mittleren Alters nicht nur erlaubt, sondern auch als „smart“ zu bezeichnen.

Erscheint er mit einer umgedrehten Kappe, möge auch der bekannteste Designer sie entworfen haben, passt es nicht. Einem Zwanzigjährigen wird es verziehen, vorausgesetzt, er kombiniert gekonnt. Den erbosten Mittvierzigern, denen man heute noch das Tragen einer Jeans madig macht, kann „Entwarnung“ vermittelt werden.

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„Brennpunkt“ Jeans: was wirklich zählt und Gesamt-Kombinationen

Jeans in ihren heute derart vielfältigen Ausführungen sind auch immer unterschiedlicher Natur hinsichtlich des Dresscodezusatzes „Smart“. Bedeutsam ist zum Einen die Sattheit der Farbe. Wo kein Stone-Washed-Effekt vorherrscht und anstatt dessen die Farbe einheitlich und „satt“ verläuft, ist der Eleganz eher Rechnung getragen. Wer dann noch bewusst ein tiefes Schwarz oder Dunkelblau wählt, erhält automatisch mehr Spielraum bei den anderen Aspekten.

Der letzte Punkt zum Mitdenken betrifft natürlich die Oberbekleidung, Socken und Schuhwerk – auch bei allen anderen Hosenarten als der Jeans. Wer auch noch hier die eleganteren Alternativen wählt, kann auch mit der Jeans dem Dresscode entsprechen, selbst wenn er nicht der Jüngste ist. Doch das Alter muss bewusst in jede Überlegung mit einbezogen werden und im Zweifel gilt für sie: Lieber doch auf Trends verzichten.

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Es gilt, den Level eines lässigen Anzugs zu erreichen. Ohne Krawatte oder Fliege, wohlgemerkt. Auch unter den Anzügen gibt es Modelle, die der informellen Events beziehungsweise der Freizeit zuzurechnen sind. Bei den Materialien eines Anzugs bestehen keine Einschränkungen, hier ist alles erlaubt sofern es sich um keine absoluten „Sondermodelle“ wie Jeans- oder stark gemusterte Anzüge handelt.

Es ist durchaus möglich, dass in den nächsten Jahren die Paradiesvögel der 70er wieder in die Schaufenster einziehen. Leinen ist bei Smart-Casual ein sehr guter Tipp, ob für das Hemd, die Hose oder den Anzug. Diesem Material ist in der Regel der „Smart Casual-Effekt“ charakterlich immanent – vorausgesetzt, es handelt sich um eher klassische Schnitte.

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Zu berücksichtigen ist nun einmal auch, wie alt der Träger aussieht, genauso wie die Statur: Mit einer Halbglatze zu Anfang seiner 30er ist der Gesamteindruck einfach anders, als bei einem Geschlechtsgenossen, der wie durch Wunder als Mittvierziger noch kein graues Haar verbuchen muss und auch Fältchen zurückhaltender auftreten.

Es ist wohl ungerecht, aber Fakt: Mit der Kleidung darf sich Letzerer bei topmodischen Erscheinungen mehr herausnehmen als sein jüngerer Kontrahent. Dasselbe gilt natürlich auch für die Damenwelt.

In der Folge werden konkrete Beispiele dieses Dresscodes genannt um jenen einen näheren Eindruck zu verleihen, die unsicher sind: Ein Sakko oder Blazer in stimmiger Kombination zu Hemd und Hose kann nicht falsch sein. Bei Pullovern entscheidet der Stil des konkreten Modells, also Vorsicht. Kapuzen scheiden aus. Es kommt natürlich auch auf das Wetter an. Ein Sommerfest bei hohen Temperaturen bedingt das Ausziehen der Jacke.

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Umso größere Bedeutung erlangt die Oberbekleidung. Ein Hemd oder Shirt mit Kragen kann nicht falsch sein, bei den typischen Polo-Shirts scheiden sich die Geister. Ein gutes Modell in seiner Anlehnung kann nicht falsch sein. Man muss nur auf eine gewisse Eleganz achten und jedenfalls komplett ärmellose T-Shirts oder sogenannte „Ruder-Leibchen“ strikt ausscheiden. Kurzärmelige Hemden sind im Sommer die sichere Variante.

Die hellere Tageszeit der Feierlichkeit gewährt noch weitere Spielräume: Zur Abendkleidung gehört der schwarze Schuh, während schönes Wetter und Outdoor beige oder braune Farbe der Schuhe schon fast einfordern. Der Farbton der Socken kann die beste Harmonie zwischen Schuh und Hose unwiderruflich durchbrechen und zunichte machen. Der Ton liegt idealerweise dazwischen und stellt so die Verbindung her. Wenn hier von „ideal“ gesprochen wird, ist erst die Anforderung der Eleganz erfüllt, also unbedingt beachten. Das bedarf einer rechtzeitigen Anschaffung in ausreichender Anzahl.

Accessoires als Ausgleich?

Die klügste Antwort lautet zumeist: Es kommt drauf an. So auch hier: Einstecktücher sind hier eine gute Wahl. Sie nehmen den Platz der Krawatte ein und können individuelle Akzente setzen. Gerade wenn die Wahl nicht auf einen Anzug fiel, kann um ein elegantes Element ergänzt werden. Der Einsatz unachtsam ausgewählter Accessoires wie hippe Gürtel sind allerdings weniger „smart“.

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Auch Schmuck wie Lederarmbänder oder ähnlichem ist nur ausnahmsweise vereinbar, wenn dann schmale und dezente Stücke. Grundregel: Im Zweifel lieber nicht. Zusätzliche lässige Akzente sollten nur dann gesetzt werden, wenn der Träger erfahrungsgemäß solche Abwägungen bereits stilsicher beurteilen kann.

Genauso wichtig: Check der Begleitung

Mag es auch ein riskantes Unterfangen sein: Schätzen Sie unauffällig die Aufmachung ihrer weiblichen Begleitung ab. Ihr Auftreten wird einem gnadenlos zugerechnet. Die häufigsten Fehler bei der Damenwelt liegen bei unten genannten Punkten. Wie der Einzelne damit umgeht, bedarf vielleicht erhöhter Sensibilität, doch das ist eine andere Frage.

  • Keine Betonung von Körperstellen, deren Betonung nicht der allgemein empfundenen Ästhetik entspricht – mag es auch unbeliebte Erkenntnisse hervorrufen.
  • Farbliches Zusammenspiel im Bereich der Beine: Hose oder Rock, Strümpfe und Schuhwerk bedürfen einer Harmonie so wie das beim Herrn mit den Socken der Fall ist. Ein extremes No-Go wäre ein krasser farblicher Unterschied zwischen dem Beinkleid und den Schuhen, wie Schwarz und weißen oder bunten Schuhen. Dasselbe gilt für die Strümpfe. Hautfarbene Strümpfe sind bei farbigen Kleidungsstücken eine elegante und kluge Wahl zu sonst farbenfrohen Auftritten. Ihre Neutralität und Eleganz wird auch nicht vom selben Farbton der Hauptbekleidung übertroffen.
  • Die Modemacher ergänzen gerne an sich elegante Kleidungsstücke mit Zusätzen, die der Eleganz einen Todesstoß versetzen. Viele Frauen hinterfragen das nicht mehr, wenn das Verkaufspersonal einen draufsetzt: Wenn mit einem ansonsten elegant geschnittener Blazer etwa auffällig große Knöpfe in Goldfarbe oder ähnlich „üppige“ Details verbunden sind, kann es das gute Stücke für „smart casual“ rasch unbrauchbar machen. Wer sich noch nicht etwa aufgrund der Branche damit auseinandersetzen musste, tappt rasch in solche Fallen. Die Damen sollten dezidiert beim Kauf darauf hinweisen und derartige präsentierte Angebote mit einer Erklärung ablehnen. Möchte eine Frau in einem typischen Shop einen Anzug kaufen, tischt man ihr die unerklärlichsten Kostümarten auf, lediglich weil die Stoffe der Ober- und Unterbekleidung identisch sind. Wer dezente und gute Stücke finden möchte, hat letztlich für „Weniger“ mehr zu bezahlen, dasselbe gilt bei Schuhen.
  • Es gilt aber auch hier „Weniger ist mehr“, gerade auch bei den Accessoires, die zu viele farbliche Gegensätze ins Leben rufen wie Tücher, Taschen und mit Elementen besetztem Schuhwerk. Musterungen bei einem Kleid sind freilich erlaubt, dann sollte man aber noch weniger Akzente dazu addieren und den Gesamtauftritt nur dezent ergänzen.

About Sebastian

Ich schreibe hier regelmäßig über Mode & Lifestyle. Wenn dir der Artikel gefallen hat, würde ich mich darüber freuen, wenn du ihm, trotz des Social-Network-Dschungels ein "Gefällt mir" geben würdest.

3 Kommentare

  1. Hallo Sebastian,

    sehr interessanter Artikel mit einigen geschmackvollen Fotos.
    Die Kombination auf dem mittlerem Bild im vorletztem Bilderblock (Nr. 7 im Artikel) finde ich sehr gelungen. Kannst Du mir sagen, wo Du das Foto gefunden hast? Optimal wäre natürlich Du könntest auf die drei Artikel direkt verlinken (Pullover, Hemd, Hose).

    Beste Grüße
    Timo

    • Hey Timo,

      freut mich, dass es gefällt. Kann dir allerdings nicht sagen, welche Kleidungsstücke dies sind. Das Foto habe ich bei Pinterest entdeckt. Im Zweifelsfall ist meine erste Anlaufstelle immer Zalando, da die eine gute Bandbreite an verschiedenen Kleidungsstücken haben.

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