Bei Framers – die Rahmenbauer aus Berlin ist der Name Programm. Das junge Berliner Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt handgemachte Designbrillen aus Acetat, die Wert darauf legen mehr zu sein als ein reines funktionelles Accessoire. Für den zweiten Beitrag der Im Blick Beitragsserie anlässlich der opti 2018 – Eventbericht zur opti 2017 – kam Chefdesignerin Sarah Settgast zu Wort und gibt uns einen exklusiven Einblick hinter die Kulissen. Dass Designer, aber wohl vor allem Künstler im Allgemeinen, ab und an in einer anderen Welt leben – positiv gesehen -, wurde mir klar, als ich die Antworten auf das Interview zum ersten Mal gelesen habe.

Die Zuordnung hat nicht ganz gepasst, Inhalte ein wenig durcheinander geschmissen und irgendwie alles aufgegriffen. Naja, dafür bin ich da, ein wenig Ordnung und Struktur rein bringen und schon kann man das Interview von Framers – die Rahmenbauer aus Berlin vorzeigen. Und sagen wir Mal so, Sarah Settgast hat mich zumindest vorgewarnt:

„Ich hoffe Du hast einen Lektor? Ich schreibe immer so wie ich denke… bzw. was mir in dem Augenblick in den Sinn kommt.“

Bei der Beantwortung der vier Fragen, die jedes Label im Rahmen der Im Blick Beitragsserie gestellt bekommt, hat Sarah teilweise noch Margotte Eyewear erwähnt. Ein Brillenlabel für welches Sie ebenfalls designt. Margotte Eyewear betrachten wir im Rahmen dieses Im Blick Beitrags allerdings nicht. Hier geht es rein um Framers – die Rahmenbauer aus Berlin, deren Unternehmen, das Design sowie die Fertigung der eigenen Brillen, eigene Inspirationsquellen. Als auch ein Ausblick auf angesagte Brillen Trends in 2018, aus Sicht der Framers Chefdesignerin Sarah Settgast.

Gebt uns doch bitte einen kurzen Einblick über euer Brillenlabel Framers

Framers entwickelt, produziert und vertreibt handgemachte Designbrillen aus Acetat. Als junges Unternehmen mit Sitz in Berlin sind wir eine der wenigen Marken der Branche, die mit den verbliebenen Brillenmanufakturen in Deutschland zusammenarbeiten. Alles Handmade in Germany. Urbanes Design und Lifestyle stehen ebenso für unsere Brillen wie Nachhaltigkeit und Tradition.

Die neue Framers-Kampagne 2018 steht ganz im Zeichen von shit happens! – Doch egal was Euch im Alltag auch widerfährt, Framers lässt Euch nicht im Regen stehen, unsere Brillen lassen Euch jederzeit atemberaubend gut aussehen! – Und so durchlaufen in diesem Jahr unsere Framers-Brillen eine Anzahl von Missgeschicken, die nur eines beweisen: Eine Framers-Brille sitzt immer, in jeder Lebenslage, perfekt auf Eurer Nase! Weder Feuer, Wasser noch ein Boxkampf können einer Framers-Brille etwas anhaben!

Lebendig inszeniert die Künstlerin und Fotografin Esra Rotthoff eine Reihe von verschiedenen Persönlichkeiten und deren Erlebnissen rund um die von Chefdesignerin Sarah Settgast entworfenen Framers-Brillen. – Manchmal ist eben die Brille von Framers das einzige, was wirklich sitzt, zum Beispiel nach langen Berliner Partynächten oder, wenn man mal wieder im Regen steht, weil man gerade den Bus verpasst hat. – Wie elegant man dennoch dabei mit einer Brille von Framers aussehen kann, auch wenn die Küche abgebrannt ist oder man einen Boxkampf verloren hat, sieht man kunstvoll in Szene gesetzt in der von Esra Rotthoff entworfenen Serie.

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Was schätzt ihr, wenn ihr eure eigenen Brillengestelle entwerft und herstellt?

Das, dass ganz schön einzigartig ist und man dankbar sein darf, diesen Beruf ausüben zu dürfen. Schließlich entwerfe ich etwas, was die meisten Menschen fast 365 Tage im Jahr mindestens 18h am Tag im Gesicht tragen. Meist ist es doch so, auch als nicht Brillendesigner oder Optiker, das Erste was wir an einem Menschen sehen der eine Brille im Gesicht trägt, ist ja nun mal eben diese. Das bedeutet, sitzt diese Brille nicht gut, ist sie zu groß zu klein für den Träger oder zu dunkel, hell fällt dies auf. Fügt sich die Brille jedoch toll in das Gesamtbild ein, wird sie eins mit ihm.

Wie verrückt es ist, wenn ich egal WO auf der Welt bin und Menschen treffe die meine Brillendesigns tragen. Da gab es schon die ein oder andere witzige Begegnung, die letzte auf den Bayreuther Festspielen mit einem Herren aus China, der diese Brille dort gekauft hatte! Dann nach Deutschland zu den Wagner Tagen reiste und von mir fast überfallen wurde, weil ich mich so freute, eine Margotte Fassung wieder zu erkennen. Auch in der Komischen Oper Berlin gab es so etwas, ein Herr machte mir ein Kompliment, ich erwiderte und meinte tolle Brille und wissen sie was, ich kann sogar hellsehen! Denn es handelt sich um das Model GUSTAV von Framers. Der staunte nicht schlecht..

Ein riesen Vorteil wenn man in Deutschland produziert beziehungsweise auch selber produziert ist, man kann schnell reagieren, gerade mit den Margotte Fassungen. Man ist viel flexibler, kann auf Ideen viel schneller reagieren und diese umsetzten. Das macht einfach unheimlich viel Spaß. Ich habe auch das große Glück, dass mein Chef Dirk Margotte, mir viel vertrauen in meine Entwürfe hat und mich machen lässt. Er versucht alles umzusetzen, ist etwas technisch nicht möglich, reden wir drüber.

Was inspiriert euch beim Design eurer Brillengestelle?

Wir suchten nach einem urbanen Look für erwachsene Menschen. Auf Berliner Flohmärkten, in der U-Bahn, in Clubs und Cafes. Eine Brille mit Berliner Profil. Selbstbewusst. Stilsicher. Individuell. Und den fanden sie in einer klaren, manifesten Einfassung, die ihrer Firma den Namen gab: Framers – die Rahmenbauer. Retrochic mit Berliner Schnauze: jung, frech und trotzdem alte Schule!

Wenn ich eine Brille zeichne, überlege ich mir: In welchem Jahrzehnt würde ich diese wohl gern getragen haben oder was ziehe ich dazu an? So ergeben sich aber auch total unkonventionelle Formen. Für die ich schon von einigen Optiker lobend hören durfte, also so eine Form habe ich noch nie gesehen. Mich inspiriert das Leben, die Musik der 20er/30er Jahre, alte Filme bis 1980…. ein Hauch von Nostalgie schwingt wohl in allen meinen Brillen mit. Egal ob bei Framers oder Margotte Eyewear, trotz des modernen Materials!

Was sind eurer Meinung nach die Trends für Brillen im Jahr 2018?

Am Ende ist zu sagen: Ein Trend ist vergänglich, ich möchte Brillen schaffen für die Ewigkeit. Also wenn es einen Trend geben sollte, geht dieser hin zu hochwertigen handgemachten Brillen aus Deutschland, die durch ihre Geschichte, Leidenschaft und Nachhaltigkeit immer wieder Freude bereiten. Wir bekommen, wieder mehr ein Bewusstsein für das Traditionelle beziehungsweise das Handwerk zurück. Die Schnelllebigkeit lädt uns nun wieder zum Verweilen ein, man will sich die Zeit nehmen persönlich bei dem Optiker seines Vertrauens, die Brille die zu einem passt anzuprobieren, zu wissen wie und wo sie produziert wurde. Wie viele Schritte es braucht, das der Kunde sie am Ende in den Händen hält.

Also mein Brillentrend 2018 eindeutig back to the roots, Entschleunigung auch bei der Produktion und Auswahl der Fassung. Ich sage immer, alles braucht seine Zeit und vom ersten Strich bis hin zur fertigen Brillen vergehen nun auch einmal mindestens fünf Monate. Auch das Material ist dabei nicht zu verachten, kein günstiges Acetat, sondern hochwertige Qualität Made in Europa. Dem Design sind zum Glück keine Grenzen gesetzt, aufsetzen was gefällt, im Moment geht es für mich wieder ganz klar zum Doppelsteg und zur Pilotenform. Im Metall ganz stark auf Farbe und Individualität.

Gepostet von Sebastian

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