Es dürfte mittlerweile ein offenes Geheimnis sein, dass man mich mit hochwertigen Armbanduhren, vor allem Automatikuhren, begeistern kann. Das in diesem Fall kein Weg an Glashütter Uhren vorbeiführt, sollte demnach auch klar sein. Aus diesem Grund beschäftige ich mich in diesem Beitrag ein wenig ausführlicher mit Glashütte Uhren, deren Herkunft und den verschiedenen Manufakturen und Unternehmen aus Glashütte.

Glashütte liegt gut 45 Minuten entfernt von Dresden und gilt als Zentrum der deutschen Uhrmacherkunst. Auf ungefähr 6.500 Einwohner kommen um die 1.650 Jobs in der Uhrenindustrie, welche in dem sächsischen Städtchen ausgeübt werden. Derzeit sind in Glashütte zahlreiche, national und international anerkannte Manufakturen und Unternehmen tätig. Auf zehn dieser Manufakturen, die durch ihre Glashütter Uhren zu überzeugen wissen, werde ich zu einem späteren Zeitpunkt des Beitrags noch eingehen. Zunächst möchte ich jedoch ein paar Worte zu Glashütte im Allgemeinen verlieren.


Glashütte – Zentrum der deutschen Uhrmacherkunst

Glashütte liegt im Osterzgebirge im Müglitztal. Seit der Fusion mit der ehemaligen Gemeinde Reinhardtsgrimma erstreckt sich das Gemeindegebiet von den Höhen östlich des Müglitztales über das Lockwitztal hinweg bis zum Wilisch im Westen. Der Höhenunterschied im Gemeindegebiet reicht von 260 bis 637 m ü. NN. Glashütte wuchs im Verlaufe der letzten Jahrzehnte stetig.

So schlossen sich beispielsweise 1994 Ortschaften Johnsbach und Luchau dem Uhrmacher-Städtchen an, 1995 folgte Schlottwitz, 1996 dann Dittersdorf. Am 2. Januar 2008 vereinigten sich die Stadt Glashütte und die Gemeinde Reinhardtsgrimma mit den Ortsteilen Cunnersdorf, Hausdorf, Hermsdorf a. Wilisch, Hirschbach, Oberfrauendorf und Niederfrauendorf zur Stadt Glashütte.

Nun, da die geografische Einordnung Glashüttes geklärt ist, gehe ich ein wenig mehr darauf ein, was es eigentlich mit Glashütter Uhren auf sich hat und wie sich Glashütte im Laufe der Zeit zum Zentrum der deutschen Uhrmacherkunst erhoben hat. Die wohl wichtigste Rolle bei der Entwicklung der Stadt zum Anlaufpunkt für international anerkannte Manufakturen und Unternehmen spielt sicherlich der Uhrmachermeister Ferdinand Adolph Lange.

Ferdinand Adolph Lange – legte den Grundstein für den Siegeszug eines neuen Industriezweiges

Auf der Webseite der Stadt Glashütte beschreibt diese selbst, dass es ein Glücksumstand war, dass sich der Uhrmachermeister Ferdinand Adolph Lange für die Stadt entschied, um dort seine Taschenuhren zu produzieren. Lange war Schwiegersohn des Dresdner Hofuhrmachermeisters Johann Christian Friedrich Gutkaes und kam am 7. Dezember 1845 mit 15 Lehrlingen in die Stadt Glashütte, um dort seine Arbeit aufzunehmen. Der Uhrmachermeister zog weitere Fachleute nach Glashütte, die selbständige Uhrenfabrikanten wurden und mit dazu beitrugen, dass Glashütte und die Glashütter Uhren Weltruhm erlangten.

Neben F.A. Lange spielte auch Moritz Großmann eine entscheidende Rolle in der Geschichte der Stadt. Großmann, seines Zeichens Uhrenfabrikant sowie Theoretiker, der mit seinen Schriften im In- und Ausland berühmt wurde, trug maßgeblich dazu bei, dass am 1. Mai 1878 die Deutsche Uhrmacherschule eröffnet werden konnte. Drei Jahre später, 1881 war ein neues Schulgebäude errichtet und später erweitert worden.

Deutsches Uhrenmuseum mit Glashütter Uhren

© René Gaens

Im Jahr 1950 erhielt die Uhrmacherschule Glashütte den Status einer Fachschule und wurde bis 1957 als „Fachschule für Feinmechanik Glashütte“ geführt. Ab 1957 wurde sie zur „Ingenieurschule für Feinwerktechnik“. Die Wende und ihre Nachwirkungen bringen 1992 das vorläufige Ende der Ingenieursschule für Feinwerktechnik. Nach umfangreicher Rekonstruktion konnte in diesem Haus 2008 das Deutsche Uhrenmuseum Glashütte eröffnen.

Glashütte – Stadt der Uhren und der Feinwerktechnik

Erwähnt werden muss, dass die Stadt nicht nur durch die bekannten Uhren aus Glashütte zu glänzen weiß, sondern neben der Uhrenindustrie auch im Industriezweig der Feinmechanik breit vertreten ist. So stammt beispielsweise die erste serienmäßig hergestellte deutsche Rechenmaschine aus Glashütte, produziert wurde diese von Arthur Burkhardt in seinem dortigen Unternehmen. Weitere Unternehmen, wie die Rechenmaschinenfabrik „Saxonia“ und „Archimedes“, folgten. Auch Schreibmaschinen stellte man ab den 1920er Jahren bis 1991 dort her.

Bedingt durch den Ausbau der Kompetenz im Bereich der Feinmechanik war Glashütte nicht mehr länger nur die „Uhrenstadt“, sondern fortan die „Stadt der Uhren und der Feinwerktechnik“. Sicherlich ein interessanter Fakt, da heutzutage Glashütte meist gleichgesetzt wird mit höchster Präzision bei den bestehenden und neu gegründeten Uhren- und feinmechanischen Betrieben. Nachfolgend möchte ich nun auf mehrere namenhafte Fabrikanten, welche die Tradition der anspruchsvollen handwerklichen Uhrenfertigung fortsetzen und damit Glashütte als Standort hochfeiner mechanischer Armbanduhren weltweit bekannt machen, eingehen.


Glashütter Uhren – Manufakturen und Unternehmen in Glashütte

Uhren aus Glashütte gelten heutzutage als Garant dafür, dass man eine besonders hochwertige Armbanduhr in den Händen hält. Interessant ist hierbei die Tatsache, dass sich Uhren mit der Herkunftsbezeichnung „Glashütte“ nur dann so bezeichnen dürfen, wenn der Hersteller mindestens 50 % der Wertschöpfung am Kaliber vor Ort in Glashütte erbringt. Durch die breite Aufstellung an dort ansässigen Unternehmen und Manufakturen finden sich dort für so ziemlich jeden Geschmack die passende Armbanduhr. Nachfolgend möchte ich ein wenig näher auf zehn Manufakturen und Firmen eingehen, welche von dort aus Glashütte Uhren in die ganze Welt verkaufen.

A. Lange & Söhne

Der Name lässt es vermuten, bei A. Lange & Söhne handelt es sich um die Marke, welche von Uhrmachermeister Ferdinand Adolph Lange ins Leben gerufen wurde. Gegründet wurde das Unternehmen von diesem, als er 1845 mit seinen Lehrlingen nach Glashütte kam, damals noch unter dem Namen: „A. Lange & Cie.“. Mit dem Eintritt der beiden ältesten Söhne, Richard und Emil Lange, im Jahr 1868 wurde dieses in A. Lange & Söhne umbenannt. Die beiden Söhne zeichneten sich auch dafür verantwortlich, dass die Manufaktur zu Weltruhm gelangte. Dennoch bestand A. Lange & Söhne nur bis 1948, als das Unternehmen von der sowjetischen Besatzungsmacht enteignet wurde, genau 103 Jahre nach der Gründung.

Walter Lange gründete am 7. Dezember 1990 im 66. Lebensjahr die „Lange Uhren GmbH“ als neue Uhrenmanufaktur und erwarb dann die Markenrechte für die bekannte Marke A. Lange & Söhne. Zum damaligen Zeitpunkt existiert keine direkte rechtliche Firmentradition, dennoch setzt die das Unternehmen von Walter Lange die Geschichte der traditionsreichen Uhrenmarke fort. Vier Jahre später erschienen die ersten vier Modelle der neuen/alten Marke aus Glashütte: die Lange 1, den Tourbillon „Pour le Mérite“, die Saxonia sowie die Arkade.

Vor gut zweieinhalb Jahren, im August 2015 wurde in Glashütte ein neues, größeres Manufakturgebäude für die Fertigung der Uhren von A. Lange & Söhne eingeweiht. 5.400 Quadratmeter Fläche bieten seitdem Platz für 200 Mitarbeiter. Walter Lange, der der Marke Anfang der 90er neues Leben einhauchte, verstarb im Januar 2017, im Alter von 92 Jahren. Man kann sich jedoch sicher sein, dass wir die Uhren des bekannten Glashütter Unternehmens noch eine ganze Zeit an unserer Seite haben.

Kurz zu diesen, die Uhren zeichnen sich nicht nur durch technische Perfektion aus. Auch höchste ästhetische Ansprüchen müssen erfüllt werden, hierzu findet man in jedem Zeitmesser charakteristische traditionelle Elemente wie den gravierten Unruhkloben, verschraubte Goldchatons oder naturbelassenes Neusilber. Zum Gedenken an Walter Lange erschien erst vor kurzem die „Homage to Walter Lange“ in der 1815 Kollektion. Eine Uhr die wohl auch Lange als perfekte Uhr hätte durchgehen lassen. Äußerlich ganz auf das Wesentliche reduziert und im Inneren mit dem gewissen Etwas überzeugend: einer schlichten, aber technisch spannenden Komplikation.

Die 1815 Kollektion ist aus meiner Sicht auch mit die Schönste aus dem Portfolio von A. Lange & Söhne. Mir gefällt das minimalistische Auftreten mit aufgeräumten, auf das Notwendige begrenzte Auftreten. Wer es ein wenig verspielter mag, der dürfte bei der Richard Lange beziehungsweise Lange 1 Kollektion mit ihren verschiedenen Modellen fündig werden.

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Bruno Söhnle

Bruno Söhnle Uhrenatelier Glashütte

Der Namensgeber des Unternehmens, Bruno Söhnle, ist bereits im Alter von 17 Jahren fasziniert von der Idee, modernste Technik innerhalb des begrenzten Raumes eines Uhrengehäuses am Handgelenk der Menschen zu platzieren. Dies treibt ihn dazu an, dass er gerade einmal zehn Jahre später mit der Produktion von Armbanduhren unter verschiedenen Markennamen beginnt. Über verschiedene Stationen in der Uhrenindustrie bewegt sich Bruno Söhnle über verschiedenste Höhen und Tiefen hin zur eigenen Uhrenmarke. Im Jahr 2000, zu seinem 60. Geburtstag, schenkt er sich selbst seine eigene Uhrenmarke. Zunächst setzt er auf den Bau klassischer Armbanduhren mit Quarzwerk, 2010 folgt die Produktion von mechanischen Uhren.

Daraufhin entsteht in Glashütte eine erste kleine aber sehr feine Kollektion von Automatik- und Handaufzugsuhren aus dem Hause Bruno Söhnle. Auch die erste Taschenuhr nach der Wende, in einem massiven Silbergehäuse, entspringt der Idee und Produktion des Schwaben. Die Uhren von Söhnle zeichnen sich durch ein klassisches Design in Anlehnung an das Dessauer Bauhaus aus und setzen bewusst auf die Kunst der Reduktion. In Verbindung mit hochwertigsten Materialien zu einem erschwinglichen Preis entstehen so Uhren die zu begeistern wissen. Wenn du mehr über die Geschichte von Bruno Söhnle erfahren möchtest, empfehle ich dir einen Blick auf diese Webseite zu werfen.

Triest Big Bruno Söhnle

Wer einen Blick auf das Angebot von Bruno Söhnle riskiert, der wird schnell merken, dass man sich beim Uhrenatelier breit aufgestellt hat. Verschiedenste Glashütter Uhren, für unterschiedlichste Anlässe finden sich dort wieder. Stark minimalistisch angehaucht, bis modern interpretiert mit interessanten Funktionen wie großes Tagesdatum auf zwölf Uhr, Wochentaganzeige im Halbkreis angeordnet oder gesondert gesetzter Sekundenanzeige. Eine Auswahl der Armbanduhren – sowohl mit Quarz- als auch mechanischem Uhrwerk – finden sich ebenfalls bei Amazon wieder.

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C.H. Wolf

Auch die Uhren von C.H. Wolf blicken auf eine längere Geschichte in Glashütte zurück. Gegründet wurde das Unternehmen Carl Heinrich Wolf bereits 1868 als Turmuhren-Fabrik, war dann ab 1872 in der Feldstraße 2 angesiedelt. Dort wurden unter anderem Großuhren für Kirchen und Schulen hergestellt. Nach der Jahrhundertwende wurde das Geschäft von den Söhnen Wolfs weitergeführt und im Rahmen dessen umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen unterzogen. Seit 2006 ist Hendrik Klein der neue Geschäftsführer der Uhrenmarke C.H.Wolf.

Aktuell arbeitet Klein mit einem Team von fünf leidenschaftlichen Uhrenexperten, an der Herstellung feinster Uhren. Im Jahr 2014 lassen diese die Marke C.H. Wolf, als auch das ehemalige Fabrikgebäude, nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wieder aufleben. Die Uhren-Kreationen des Unternehmens verbinden Tradition und Moderne ohne die Glashütte-typischen Werte außen vor zu lassen. Neben der Verwendung außergewöhnlicher Rohstoffe legt man bei C.H. Wolf größten Wert auf die sorgfältige Verarbeitung der speziellen Materialien. Daher setzt man auf die Zusammenarbeit mit hochqualifizierten Spezialisten und Zulieferern vornehmlich aus der Region und Mitteleuropa.

Die Armbanduhren von C.H. Wolf kommen weniger minimalistisch und aufgeräumt daher, als man es von anderen Glashütter Uhren kennt. Das Design ist wesentlich sportlicher, was man unter anderem daran sieht, dass die Leidenschaft für Sportwagen und Motorsport in das moderne Uhrendesign mit einfließt. Dafür spricht beispielsweise die Tatsache, dass das Zifferblatt einiger Modelle in Hochglanz-Echtcarbon ausgeführt ist. Optisch erinnert dies stark an das „Look-and-Feel“ der Anzeigeinstrumente im Cockpit eines Sportwagens.

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Glashütte Original

Glashütte Original blickt auf eine Geschichte zurück, welche bereits seit 1845 in Glashütte verwurzelt ist. Dem Jahr in dem Ferdinand Adolph Lange in die kleine Stadt nahe Dresden kam, um den Grundstein für die heutige Uhrenindustrie zu legen. Die Manufaktur zählt somit zu einer der ersten, die den eigenen Traum von einer eigenständigen sächsischen Uhrenindustrie verwirklichten. Dennoch ist man nicht im Gründungsjahr stehen geblieben, im Gegenteil bei Glashütte Original trifft traditionelles Handwerk auf neueste Fertigungsmethoden.

Fingerspitzengefühl, Leidenschaft und eine hohe interne Fertigungstiefe tragen dazu bei, dass in der Manufaktur exklusive Zeitmesser, die höchste Präzision und zeitlose Eleganz vereinen, entstehen. Erwähnenswert ist sicherlich, dass man neben innovativen Konstruktionen und dem Einsatz neuster Technologien auf das Zusammenspiel von jungen Nachwuchsuhrmacher, die ihre Ausbildung mit Bestnoten abgeschlossen haben, mit erfahrenen Kollegen setzt. Eine Wechselbeziehung von der beide Altersgruppen aber vor allem die Uhrenmanufaktur selbst profitieren.

Die Glashütter Uhren von Glashütte Original präsentieren sich sowohl in exklusiven, limitieren Editionen, als auch Bestseller, welche nicht limitiert sind. Dennoch werden selbst diese Bestseller in überschaubarer Stückzahl von wenigen hundert gefertigt. Die Manufaktur hat derzeit vier Kollektionen im Angebot, die allesamt durch einen anderen Anspruch zu überzeugen wissen.

So findet man beispielsweise in der Vintage Kollektion Glashütte Uhren, die von den legendären Glashütter Design-Ikonen aus den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts inspiriert wurden. Die Senator Kollektion wartet hingegen mit klassisch-eleganten Zeitmesser auf, die mit typisch deutscher Funktionalität und traditionellen Designelementen zu überzeugen wissen. Für fast jeden Geschmack sollte es demnach hier das passende Modell geben.

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Moritz Grossmann Uhren

Moritz Grossmann Uhren aus Glashütte werden vom kleinen Detail bis zum gesamten Uhrwerk in Handarbeit gefertigt. Dabei hat man erkannt, dass es notwendig ist historische Grundsätze und moderne Ansprüche sinnvoll miteinander zu kombinieren, um die technische Verwirklichung und das Design passend zusammenzuführen. Das Unternehmen selbst gibt auf deren Webseite einen guten Einblick in den Ablauf der eigenen Manufaktur, jeder Arbeitsschritt kann in Wort und Bild verständlich nachvollzogen werden.

Grossmann arbeitete als Uhrmacher in England, Spanien, Belgien und Schweden. Nach seiner Rückkehr 1854 gründete er in Glashütte eine Uhrenfabrik, die er bis zu seinem Tod leitete. Neben Taschenuhren wurden bei Großmann Sekundenpendel-Uhren, Wächter-Kontrolluhren, Messwerkzeuge, Uhrmacherdrehbänke, Werkzeuge und Hemmungsmodelle mit verschiedenen Hemmungen hergestellt. Aber auch abseits der eigentlichen Uhren erhielt Grossmanns Werkstatt in Glashütte besondere Bedeutung, da dort Dinge konstruiert wurden, die häufig von anderen Glashütter Werkstätten übernommen wurde, wie beispielsweise die Glashütter Sekundenpendeluhr, eine Präzisionspendeluhr, die oft Uhrmachern als Referenzuhr zur Justierung von anderen Uhren diente. Nach seinem Tod wurde die Fabrik liquidiert.

Christine Hutter, Uhrmacherin, wird mehr als 100 Jahre später auf das Erbe Moritz Grossmanns aufmerksam und gründet eine neue Manufaktur. In dieser wird altes Handwerk mit modernster Technik neu interpretiert. Der Beginn einer neuen Ära im Namen Moritz Grossmanns: die Heimat einer neuen Zeit, die sich in aktuellen Modellen der Manufaktur widerspiegelt. Die aktuellen Modelle sind deutlich inspiriert von den Uhren Grossmanns, sie zeigen sich klar im Design, aber dennoch fortschrittlich in der Mechanik. Bei den Glashütter Uhren von Moritz Grossmann beschränkt man sich bewusst auf elementare Eigenschaft der Uhr als Zeitmessgerät. Keine Funktionen, welche die Armbanduhren überladen, sondern reine Präzisionsinstrumente für eine neue Zeit, wie die Manufaktur aus Glashütte diese selbst beschreibt.

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Nautische Instrumente Mühle-Glashütte

Bei Nautische Instrumente Mühle-Glashütte handelt es sich um den heute noch einzigen Glashütter Uhrenhersteller, der sich noch im Besitz einer alteingesessenen Glashütter Familie befindet. Seit fünf Generationen arbeitet die Familie nun durchgängig in der Glashütter Uhrenindustrie, nachdem das eigene Unternehmen 1869 durch Robert Mühle gegründet wurde. Begonnen hat Robert Mühle mit der Fertigung hochpräziser Messinstrumente für die Glashütter Uhrenhersteller. Später kommen Tachometer und Drehzahlmesser hinzu, bis sich in vierter Generation schließlich die Ausrichtung des heutigen Unternehmens herauskristallisiert: die Fertigung von hochwertigen Armbanduhren, Schiffsuhren und anderen nautischen Instrumenten.

Mühle erkennt, dass sich die Form der Messinstrumente in den letzten 147 Jahren geändert habe: Der Name „Mühle“ jedoch seit fünf Generationen in Glashütte für Präzision und das präzise Messen steht. Dem Namenszusatz „Nautische Instrumente“ macht Mühle-Glashütte bereits seit mehr als fünfzehn Jahren alle Ehre. Denn bereits im Februar 2002 wurden in Warnemünde die ersten S.A.R. Rescue-Timer an die Vormänner Erwin Borchardt und Lutz Griesberg übergeben. Die Uhr wurde zuvor gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) entwickelt.

Zum fünfzehnjährigen Jubiläum der Zusammenarbeit von Mühle-Glashütte mit den Seenotretter sollte ich eigentlich, zur Präsentation der S.A.R. Rescue-Timer BRONZE in einer limitierten Auflage von 150 Stück aus Aluminiumbronze, dabei sein. Was leider nicht so ganz geklappt hat. Es wäre durchaus interessant gewesen aus erster Hand zu erfahren, wie sich die S.A.R. Rescue-Timer auf 56 Seenotkreuzern im Dauertest schlagen. Für Mühle-Glashütte eine gute Basis auf der man aufbauen und eigene Modelle anpassen beziehungsweise Neue entwickeln kann.

Die aktuelle Limited-Edition setzt auf Aluminiumbronze, ein Material, das sich jeden Tag ein bisschen verändert und so im Lauf der Zeit zu einem individuellen und ganz persönlichen Begleiter wird. Auch den anderen Armbanduhren von Mühle-Glashütte merkt man den nautischen Einschlag an. Beste Ablesbarkeit, ein aufgeräumtes Zifferblatt sowie ein simples, aber dennoch durchdachtes Design – so lassen sich die Armbanduhren von Mühle-Glashütte durchaus beschreiben.

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NOMOS Glashütte/SA

Bei NOMOS Glashütte/SA handelt es sich ebenfalls um eine deutsche Uhrenmanufaktur aus Glashütte in Sachsen. Bei NOMOS stellt man mechanische Armbanduhren, sowohl mit Handaufzug- als auch, seit 2005, mit Automatikwerk her. Dennoch blickt das Unternehmen nicht auf eine lange Geschichte zurück, wie es bei anderen Glashütter Uhrenunternehmen der Fall ist. Angemeldet wurde die Marke NOMOS Glashütte/SA vor gut dreißig Jahren im Jahr 1990 von dem Düsseldorfer EDV-Experte und Fotograf Roland Schwertner.

Zwei Jahre später kam die erste Uhrenkollektion auf den Markt. Seit April 2005 verbaut NOMOS Glashütte nur noch eigengefertigte Werke, deren Bauteile größtenteils aus eigener Manufaktur stammen. Die Eigenfertigung der Werke trägt dazu bei, dass der Wertschöpfungsanteil von NOMOS in Glashütte zwischen 75 und 95 Prozent liegt. Wir erinnern uns, gesetzlich vorgeschrieben ist ein Anteil von 50 Prozent, um sich mit der Herkunftsbezeichnung „Glashütte“ bezeichnen zu dürfen.

Was sich nicht von der Hand weißen lässt, ist die Tatsache, dass das Design der Glashütter Uhren von NOMOS zu überzeugen weiß. Dies zeigen auch die mehr als 130 renommierte Designpreise, welche die Glashütter Manufaktur bisher erhalten hat, darunter unter anderem der iF Design Award, Good Design Award, red dot Design Awards sowie der German Design Award. Den Uhren gelingt aus meiner Sicht die Verbindung von klassischen Modellen mit moderner Interpretation ganz gut.

Große, klare Ziffern, ein aufgeräumtes Zifferblatt, nicht überladen und sowohl im Beruf, als auch in der Freizeit tragbar. Gerade die wasserdichte Aqua Serie von NOMOS Glashütte/SA dürfte die eher jüngere Zielgruppe ansprechen. Wer nicht die Möglichkeit hat sich diese Kollektion bei einem Einzelhändler vor Ort anzusehen, der sollte im Beitrag von Friederike auf Freiseindesign vorbeischauen – vermittelt einen großartigen Eindruck der Uhren.

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Tutima Glashütte

Tutima ist heute eine deutsche Uhrenmanufaktur, die ihre Tradition auf die Qualitätsmarke Tutima der 1926 in Glashütte in Sachsen unter der Leitung des Juristen Ernst Kurtz entstandenen Firmen UROFA (Uhren-Rohwerke-Fabrik AG) und UFAG (Uhrenfabrik AG) zurückführt. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs rettete sich der Geschäftsführer der beiden Firmen mit einigen Mitarbeitern in den Westen und begann zunächst in Memmelsdorf/Oberfranken mit einer Uhrenfertigung unter seinem Namen mit aus Glashütte stammenden Teilen. 1956 wurde die Firma Kurtz zahlungsunfähig und ging an andere Besitzer über.

Im Jahr 2008 wurde damit begonnen, die Tutima-Produktion nach Glashütte zurück zu verlagern. Die Glashütter Niederlassung von Tutima produziert seit dem Mai 2011 neue Manufaktur Uhren mit selbst entwickelten und selbst hergestellten mechanischen Werken. In Gedenken an den Vater der Marke wurde das Modelle „Hommage Minute Repeater“ gefertigt. Seit gut vier Jahren hat Tutima Glashütte vier Modellfamilien am Start: Saxon One, Grand Flieger, M2, Boccia und Patria sowie das Einzelmodell Hommage.

Interessant ist sicherlich die Tatsache, dass bis 2012 der bekannte Dresdener Uhrmachermeister Rolf Lang Chefkonstrukteur bei Tutima Glashütte war. Vom Design am minimalistischsten kommen die Modelle der Patria-Reihe daher. M2, Saxon One sowie Grand Flieger glänzen hingegen eher durch viele Zusatzfunktionen, modernere Designansätze sowie praktischem Nutzen.

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Union Glashütte

Zur Geschichte von Union Glashütte muss ich in dieser Übersicht zu Glashütter Uhren nicht viele Worte verlieren. Greife ich dies doch äußerst ausführlich in meinen Beiträgen: Union Glashütte – Ein Ausflug nach Glashütte – Auf den Spuren von Johannes Dürrstein sowie Glashütte Union x Barber House auf.

Dennoch sollte man nicht unerwähnt lassen, dass die Manufaktur in 2017 bereits ihr 125-jähriges Jubiläum gefeiert hat. Die Uhren von Union Glashütte sind äußerst schlicht, aufgeräumt und wissen durch ihre Liebe zum Detail zu überzeugen. Mir hat es vor allem die Viro Kollektion angetan, die verschiedene Modelle enthält, die einen vergleichsweise günstigen Einstieg in die Welt Glashütter Uhren ermöglicht. Und dennoch warten diese mit Stunden, Minuten, Zentralsekunde, Datumsanzeige im Zifferblattfenster sowie Sekundenstopp Funktion auf.

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Wempe Glashütte I/SA

Wempe Glashütte I/SA ist sicherlich der Glashütter Uhrenhersteller mit der jüngsten Geschichte. Den Ursprung hat die dahinterstehende Gerhard D. Wempe KG als deutscher Luxusuhren- und Schmuckhändler mit Sitz in Hamburg, geführt in der vierten Generation. Seit 2006 bringt das Unternehmen nun auch seine eigenen Uhrenlinien „Wempe Zeitmeister Glashütte i/SA2 und „Wempe Chronometerwerke Glashütte i/SA“ auf den Markt. Gefertigt werden die Uhren im sächsischen Glashütte in einer ehemaligen Uhrwarte.

Genügend Erfahrung ist bei Wempe vorhanden Glashütter Uhren zu fertigen, beschäftigt das Unternehmen alleine in der Hamburger Zentrale über 60 Uhrmacher sowie Uhrmachermeister und verfügt damit über die größte unabhängige Uhrenreparaturwerkstatt der Welt. Weiterhin steht man mit rund 70 Auszubildenden als führender Ausbildungsbetrieb in der eigenen Branche da. Wer sich im Detail über die Uhren von Wempe informieren möchte, sollte direkt auf deren Webseite vorbeischauen.

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Glashütter Uhren – ein Fazit

Wie dir dieser Beitrag zeigt, haben Glashütter Uhren nicht umsonst ihren guten Ruf und auch die Stadt Glashütte hat sich ihren Ruf als Zentrum der deutschen Uhrmacherkunst mehr als verdient. Bedingt durch den bereits vorhandenen Umfang des Beitrags ist es mir nicht möglich noch detaillierter, im einzelnen auf die Manufakturen hinter den Glashütter Uhren einzugehen. Dennoch bin ich mir sicher, dass du einen guten, ersten Überblick über die Uhren aus Glashütte vermittelt bekommst.

Persönlich bin ich mir sicher, dass ich einzelne Manufakturen oder auch einzelne Modelle, in Folgebeiträgen hier auf Maenner-Style.de aufgreifen werden. Diese werden dann natürlich entsprechend verlinkt, wie ich es beispielsweise bereits bei Union Glashütte getan habe. Ansonsten interessiert mich natürlich deine Meinung zu den Glashütter Uhren. Trägst du eventuell selbst schon ein oder hast dir zumindest ein interessantes Modell bereits herausgesucht? Es würde mich freuen über deine Erfahrungen in den Kommentaren zu lesen.

Gepostet von Sebastian

Ich schreibe hier regelmäßig über Mode & Lifestyle. Wenn dir der Artikel gefallen hat, würde ich mich darüber freuen, wenn du ihm, trotz des Social-Network-Dschungels ein "Gefällt mir" geben würdest.

2 Kommentare

  1. Lieber Sebastian,

    wow, was für ein ausführlicher Artikel! Seit unsere Freedi, stolz ihre NOMOS am Handgelenk trägt, haben wir uns im Team alle mit Glashütte näher auseinander gesetzt, denn die Qualität ist wirklich klasse. Ich kenne die Wertschätzung der Marke noch von meinem Opi, der immer auf „seine Glashütte“ schwor 🙂

    Liebste Grüße von
    Anni

    Antworten

    1. Hey Anni,
      vielen lieben Dank für dein Kommentar! Opas wissen eben was am Besten ist 😉

      Sebastian

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