Bereits im November vergangen Jahres habe ich nach langer Zeit Mal wieder eine Buchempfehlung ausgesprochen. Im April 2018 folgt nun die nächste, wer regelmäßig eine solche erhalten möchte, sollte in meinen monatlichen Roundup-Beiträgen vorbeischauen. Dort finden sich nicht nur Empfehlungen für interessante Bücher, sondern auch Medium.com-Beiträge, Newsletter und Blogs, welche ich gerne lese.

Auch zukünftig werde ich es beibehalten, in unregelmäßigen Abständen, kurze Buchempfehlungen aussprechen, die mich begeistern oder zumindest unterhalten haben. Es wird nicht immer die fordernde Biografie einer bekannten Persönlichkeit oder ein breit aufgestelltes Sachbuch sein, auch ein wenig seichte Kost, zum Abschalten wird mit dabei sein. Und natürlich auch der ein oder andere spannende Thriller, der Stunden gefühlt in Minuten vergehen lässt. In dieser Buchempfehlung möchte ich jedoch ein Buch betrachten, welches vor allem für die tägliche Arbeit wertvolle Tipps und Einsichten bereithält.

Morten T. Hansen: Great at Work – How Top Performers do less, work better and achieve more

Warum arbeiten manche Menschen besser als andere? Diese trügerisch einfache Frage sorgt nach wie vor für Verwirrung. Denn eine richtige Antwort scheint es darauf nicht zu geben. Dies war zumindest bisher der Fall. Morten T. Hansen hat sich dieser Frage gestellt und auf Grundlage einer einzigartigen, fünfjährigen Studie mit mehr als 5.000 Führungskräften und Mitarbeitern eine Antwort gefunden. Oder besser gesagt sieben Antworten. In seinem Buch Great at Work stellt er „Seven Work Smarter Practices“ vor, die jeder anwenden kann, der seine Zeit und Leistung maximieren will. Sowohl im beruflichen Alltag, als auch im Privatleben.

„The more items we attend to, the less time we can allot to each, and the less well we will perfom any one of them.“

Jede der sieben Praktiken wird nicht nur theoretisch beleuchtet, sondern mit inspirierende Geschichten von Einzelpersonen aus Hansens umfassender Studie verknüpft. Man erhält Einblicken in den Alltag eines Schuldirektors, der eine dramatische Wende in seiner scheiternden High School vollzogen hat; einen ländlichen indischen Bauern, der entschlossen ist, eine bessere Lebensweise für Frauen in seinem Dorf zu etablieren; und einen Sushi-Koch, dessen einfache Zubereitung dazu geführt hat, dass sein Restaurant (versteckt unter einer U-Bahn-Unterführung in Tokio) mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet wurde.

„To work smart means to maximize the value of your work by selecting a few activities and applying intense targeted effort.“

Jedes Kapitel des Buches Great at Work enthält Fragen und sogenannte Key Points, die dazu beitragen die eigene Leistung einzuordnen und Stärken/Schwächen beim eigenen Verhalten zu beeinflussen. Mitnichten geht es darum all diese Punkte stupide umzusetzen. Sondern eher darum diese vielmehr als Anstoß zu nehmen den eigenen, individuellen Stil zu entwickeln. Quasi, die Konzentration auf die eigene Strategie, um ein produktiverer Arbeiter zu werden.

Great at Work – Ein Blick ins Buch

Im Mittelpunkt des Buches Great at Work von Morten T. Hansen steht weder eine bestimmte Person oder Situation. Die Frage „Warum arbeiten manche Menschen besser als andere?“ gibt die Richtung vor. Hansen versucht diese auf Basis seiner einzigartigen, fünfjährigen Studie mit mehr als 5.000 Führungskräften und Mitarbeitern zu beantworten. Dies gelingt ihm auch. Nicht nur das. Er gibt dem Leser Werkzeuge, anhand seiner „Seven Work Smarter Practices“, an die Hand, mit denen dieser seinen eigenen Arbeitsalltag produktiver und effizienter gestalten kann. Nicht mit dem Ziel noch mehr zu arbeiten, sondern sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und dies zu meistern.

„Picking a few priorities is only half the equation. The other half is the harsh requirement that you must obsess over your chosen area of focus to excel.“

Gegliedert ist das Buch inhaltlich in drei Bereiche, zumindest konzentriert es sich auf diese:

  • Mastering your own Work – Eigene Arbeit meistern
  • Mastering working with others – Arbeiten mit anderen meistern
  • Mastering your Work-Life – Eigenes Arbeitsleben meistern

Für mich ist direkt im ersten Abschnitt des Buches „Mastering your own Work“ im Kapitel „Do Less, Then Obsess“ die wichtigste Aussage gefallen. Konzentration auf das Wesentliche. Nur dann ist es möglich die eigene Arbeit exzellent zu verrichten. Man bekommt hierdurch die Möglichkeit die eigenen Fertigkeiten und Fähigkeiten auf einige, wenige Aufgaben auszurichten, diese zu schärfen und immer besser zu werden in dem was man macht. Es sollte daher nicht das Ziel sein, sich zig verschiedene Aufgaben ans Bein zu binden und keine richtig fertigzustellen. Sondern weniger zu machen, dass dafür aber möglichst perfekt.

„Effective redesign requires that we loosen the shackles of the familiar and ask why things are the way they are, and whether there’s a better way.“

Dies kann natürlich auch bedeuten, dass man die eigene Arbeit ständig und stetig hinterfragen muss. Man sollte sich der Frage stellen, warum man manches macht, wie man es schon immer macht und nach anderen, effizienteren Wegen suchen. Auf diese Art und Weise öffnet man sich der Möglichkeit, dass es eventuell auch bessere Wege gibt etwas zu erledigen.

Aus diesem Grund sollte man sich auch selbst nicht „nur“ als Mitarbeiter sehen, sondern als „Wegbereiter der Arbeit“ wie es Morten T. Hansen in seinem Buch beschreibt. Als Aufgabe eines Wegbereiters sieht Hansen es, dass man Schmerzpunkte der Arbeit jagen und heilen soll, dumme Fragen stellen soll und sogar muss. Neue Ideen entwickelt und Werte für andere erschafft. Sprich, nicht nur die eigene Arbeit mit halber Kraft erledigt; sondern diese bestmöglich meistert.

Arbeiten mit anderen meistern ist wohl mit eine der größten Herausforderungen im Berufsalltag. Bekommt man es vielleicht noch hin sich selbst in die richtigen Bahnen zu lenken, mit den Kollegen wird es nicht einfach. Versprochen! Hansen greift daher dieses Thema in seinem zweiten Kapitel von Great at Work auf. Inspiration spielt in diesem eine große Rolle. Die Inspiration der eigenen Kollegen und Vorgesetzten neue Wege einzuschlagen, auf bereits bekannte Probleme einen Blick aus anderem Winkel zu werfen, einfach offen für Neues zu sein. Das nachfolgende Zitat von Seite 123 des Buches beschreibt die Vorstellung seiner Herangehensweise ganz treffend.

„A great way to inspire others is to foster both negative and positive emotions – getting people upset about the present and excited about the future.“

Ein weitere wichtige Erkenntnis, welche ich aus dem Buch Great at Work gezogen habe, ist die Tatsache, dass man ab und an ein wenig nachgeben muss, um die Pessimisten zum Schweigen zu bringen. Manche Kämpfe muss man nicht kämpfen, geschweige den gewinnen. Manchmal reicht es auch einfach aus sich zu einigen.

„People mistake the number of meetings, task forces, committees, customer calls, customer visits, business trips, and miles flown for accomplishments, even if in reality all these activities may not add value. Being busy is not an accomplishment.“

Wahre Worte. Aus diesem Grund sollte man sich, wenn man an entsprechenden Aktivitäten, wie den zuvor aufgezählten, teilnimmt entsprechend vorbereiten. Nachfolgend möchte ich die „unausgesprochenen Regeln“ erfolgreicher Meetings wiedergeben, da ich der Meinung bin, dass man von diesen nur profitieren kann.

  • Erscheinen bei jeder Besprechung zu 100 Prozent vorbereitet.
  • Entwickeln deine Meinung und liefern sie mit Überzeugung ab (und durch Daten untermauert).
  • Bleib offen für andere Ideen, nicht nur für deine eigenen.
  • Lass das beste Argument gewinnen, auch wenn es nicht deins ist.
  • Stehe auf und schreie, aber argumentiere nie auf persönlicher Ebene!
  • Immer zuhören – wirklich zuhören – und auf Bemerkungen von zurückhaltenden Kollegen achten.
  • Verfolgen niemals einen Konsens um seiner selbst willen.

Im Nachgang an ein solches Meeting ist es wichtig, dass man die getroffenen Entscheidungen befolgt und dahinter steht. Selbst wenn Sie einem nicht zu 100% gefallen. Fängt man an diese anzuzweifeln und zu untergraben kann selbst aus dem produktivsten Meeting kein Vorteil fürs Unternehmen gezogen werden.

Wie du siehst, ist Great at Work von Morten T. Hansen eine wahre Zitatfundgrube. Aber nicht nur das. Für mich ist es ein Buch, welches zum Nachdenken anregt, Werkzeuge an die Hand gibt auf die Gedanken Taten folgen zu lassen und die eigene Arbeitsweise tatsächlich umkrempeln kann. Zum Positiven versteht sich.

Letzte Aktualisierung am 26.04.2018 / Affiliate Links & Bildquelle: Amazon Partnerprogramm

Gepostet von Sebastian

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