Interview: Musiker Ben Ivory

Als ich ihn das erste Mal im Sommer 2010 live bei der Show von Kilian Kerner hören durfte, war es um mich geschehen und von diesem Moment an kreuzten sich unsere Wege zum Glück mehrfach: Der Musiker Ben Ivory und sein ganz besonderer Sound sind seitdem nicht mehr von meinem iPod wegzudenken und ich verfolge seine Karriere mit großem Interesse. Deshalb hat es mich riesig gefreut, dass er nun am 14. Februar bei „Unser Star für Malmö“, dem deutschen Vorentscheid zum ESC teilnehmen wird. So wird seine Musik hoffentlich  dem ganzen Land im Kopf bleiben! Ich habe Ben letzte Woche mitten im Fashionweek-Stress getroffen und interviewed, viel Spaß beim Lesen!

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Foto: Sven Marquardt

 

MNRSTL: Eine Show wie „Unser Star für Malmö“ ist ja schon ein Riesending für einen Künstler, bist du aufgeregt? Hast du eventuell ein wenig Angst davor, quasi über Nacht ein großer Star zu werden?

Ben Ivory: So wirklich eine Überraschung über Nacht wäre das ja eigentlich nicht, im Grunde genommen ist ja mein ganzer Lebenslauf darauf ausgerichtet. Aber ich bin natürlich gewissermaßen froh darüber, dass es jetzt erst ein wenig später so weit ist und ich schon viele Erfahrungen in der Industrie und im Musikbereich aber auch menschlich sammeln konnte. So habe ich zumindest schon mal ein besseres Fundament. Was dann letztendlich passiert, kann man ja vorher nie absehen. Ich bin glaube ich auf alles ganz gut vorbereitet und werde dann eben mit der Situation umgehen müssen, egal, wie es beim Vorentscheid nun läuft. Vorbereitung ist das A und O. Ich habe mit „Neon Cathedral“ ein sehr gutes Album, das im März rauskommt und mit „The Righteous Ones“ ein sehr gutes Lied für „Unser Star für Malmö“. Außerdem proben wir die musikalische und visuelle Umsetzung der Show natürlich akribisch und eisern. Somit tue ich, was ich kann, um dann einen guten Auftritt abzuliefern und mit meinem Sound die Zuschauer zu begeistern, die ja am Ende entscheiden werden, wer zum ESC darf.

MNRSTL: Da sprichst du ein interessantes Thema an, dein Sound ist ja schon sehr speziell, woher kommt dieser Sound, woher nimmst du die Inspiration dafür?

Ben Ivory: Ich würde sagen, dass mein Sound vor allem in Deutschland etwas anderes ist, da hast du Recht. Erstens gibt es hier im Popbereich wenig männliche Solokünstler und zweitens wenige, die mit Elektrosound arbeiten. Was Inspiration angeht? Nun ja, wir alle werden ja, wenn wir aufwachsen, von den unterschiedlichsten Menschen und Dingen geprägt. Die sammeln sich dann alle wie kleine Puzzleteile in einem an und man kann auf sie zurückgreifen. Diese Teile, gemeinsam mit meiner aktuellen Gemütsverfassung und natürlich der Musik der 80er sowie der zeitgemäßen Elektromusik ergeben dann meine Inspiration, um selbst Musik zu schreiben. Natürlich spielen aber auch die Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren in der Mode gemacht habe, diese extreme Visualisierung, eine große Rolle. Das Coverfoto meiner aktuellen Platte hat beispielsweise Sven Marquardt aufgenommen.

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Foto: Katja Kuhl

 

MNRSTL: Würdest du sagen dass du ein großes Vorbild hast?

Ben Ivory: Da gib es natürlich auch einige aber ich würde schon sagen, dass Musiker wie David Bowie, Michael Jackson oder Prince da die größte Rolle spielen. Aber auch den Regisseur David Lynch bewundere ich sehr! Über die Jahre gesehen begleitet mich schon David Bowie am meisten. Nicht dass ich ihn nachahmen oder imitieren möchte, aber ich denke, dass wir uns seelisch sehr ähnlich sind und sehr ähnlich empfinden.

MNRSTL: Zusammenfassend kann man also sagen: Du saugst eigentlich alles um dich herum auf und bekommst so deine Inspiration?

Ben Ivory: Im Grunde genommen schon, aber man muss natürlich auch total aufpassen, man wird ja auch täglich mit sehr viel Müll konfrontiert in den Medien. Da muss man dann schon für sich wissen, was man auch mal ignorieren kann. Ich versuche dann immer, das rauszufiltern, was mich motiviert und berührt. Man sollte sich bewusst sein, dass man das Rad nicht neu erfinden kann, aber sehr wohl weiterführen kann, was die Generationen vor uns begonnen haben. Diese Vorstellung, dass jeder einen Teil zur Großen DNA der Menschheit beiträgt, finde ich sehr toll, so ergibt sich dann ein riesiger kreativer Stammbaum, der die mentale Verfassung der Menschen wiedergibt.

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Foto: Andreas Fux

 

MNRSTL: Da du dich ja sehr genau mit dem aktuellen Geschehen beschäftigst, legst du sehr viel Wert auf Trends, gerade im modischen Bereich?

Ben Ivory: Ich würde nicht sagen, dass mich Trends völlig kalt lassen, aber wir leben eben auch in einer Zeit, wo es total einfach ist, Trends zu setzen. Jeden Tag wird uns etwas über neue Trends erzählt, die sich aber meiner Meinung nach oft nicht bewähren. Vielmehr ist eine gewisse persönliche Stilsicherheit wichtig, die man auch nicht kaufen kann. Ich schaue natürlich, was in Sachen Trends so abläuft, möchte mir selbst uns meinem Stil aber auch immer treu bleiben.

MNRSTL: Da hast du völlig Recht, nichts ist wichtiger, als seinen persönlichen Stil zu finden und zu kennen. Kommen wir zu deinem Stil: Welche fünf Kleidungsstücke sollte ein Mann deiner Meinung nach unbedingt besitzen?

Ben Ivory: Auf jeden Fall einen gut sitzenden Anzug! Viele Männer machen den Fehler und kaufen einfach einen teuren Anzug. Es ist aber sinnvoller, nicht nur blind Geld sondern auch Zeit zu investieren und einen Anzug zu suchen, der perfekt passt. Oder eben, sich einen perfekt auf die Körpermaße zuschneidern zu lassen. Den kann man dann auch ständig einsetzen, das Sakko mal nur zur Jeans oder auch den Anzug zu T-Shirt und Sneakers kombinieren. Zu ganz unterschiedlichen Anlässen! Das nächste wären natürlich schlichte schwarze Lederschuhe, die eigentlich immer passen. Was Accessoires angeht, muss man als Mann immer aufpassen, dass man sich nicht übernimmt. Eine elegante Uhr oder eine schöne, schlichte Krawatte vielleicht. Ansonsten gerade jetzt im Winter einen guten Schal! Und dann für mich persönlich Sonnenbrillen: Die kann man zu jeder Jahreszeit tragen und die können jedes Outfit aufwerten. Die Marke ist mir dabei völlig egal, so lange mir das Modell gefällt und meine Augen schützt!

MNRSTL: Dann vielen Dank für das tolle Interview und viel Erfolg am 14. Februar!

Hier noch brandneu für euch: Das Video zu „The Righteous Ones“!

 

About Ben

Ich schreibe hier regelmäßig über Mode & Lifestyle. Wenn dir der Artikel gefallen hat, würde ich mich darüber freuen, wenn du ihm, trotz des Social-Network-Dschungels ein "Gefällt mir" oder ein "+1" geben würdest.

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