Ein Blick hinter die Kulissen: KBL und deren aktuelle „KBL Pure Classic“-Kollektion

Ende Oktober bekam ich die Möglichkeit dem Brillenlabel Kind of Bohemian Lifestyle in St. Leon Rot einen Besuch abzustatten, ein wenig mit deren Designer/Miteigentümer Ralph Albrecht zu plaudern und einen Blick hinter deren Kulissen sowie auf die aktuelle „KBL Pure Classic“-Kollektion zu werfen. Meine Eindrücke und Einblicke habe ich festgehalten und möchte diese nun mit dir teilen.

KBL – Spaß, Stilbewusstsein und Lebensfreude

Das Label wurde 2009 von drei Freunden in New York gegründet und fing von Beginn an den ganz besonderen Geist der Metropole ein. 2013 übernahm Ralph Albrecht gemeinsam mit dem Produzenten das Brillenlabel und entwickelte dieses mit seiner eigenen Vision fort, welche sich deutlich in den aktuellen Kollektionen von KBL zeigt.

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Hierbei hat Ralph den Vorteil auf seiner Seite, dass er schon vor Übernahme des Labels jahrelang im Brillenbusiness unterwegs war. Seit 1985 ist er gelernter Augenoptiker, wechselte 1991 in den Vertrieb von Brillen am Markt und bekam ab 1999 als Vertriebsleiter bei Oliver Peoples Einblicke in das Design von Brillen sowie der dazugehörigen Gestaltung und Formensprache. Eben diese Erfahrungen macht er sich nun bei KBL zunutze, um das Label sowie dessen Brillenrahmen weiterzuentwickeln.

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Am Markt sieht Ralph das eigene Unternehmen als sogenanntes Independent Label, welches sich von Mitbewerbern durch eine äußerst schlanke Organisation abhebt. So verzichtet KBL auf eine Vielzahl von Zwischenhändlern und Fertigungsbetrieben, sondern steht im direkten Austausch mit seinem Produzenten. Hierdurch hat das Label einen hohen Einfluss auf die eigenen Produkte und Gestaltung. Wobei gerade in puncto Design die Federführung in Ralphs Händen liegt, unterstützt durch technische Zeichner, welche beim Ausarbeiten der produktionsrelevanten Details unterstützen.

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Gerade diese schlanke Aufstellung ist beim heutigen Brillenmarkt von Vorteil. So gab Ralph Einblicke in die Vergangenheit des Brillenbusiness – 15 Jahre zurück – als man als Produzent noch mit einem neuen, kreativen Modell an den Markt kommen konnte und die Konkurrenz erst ein, eineinhalb Jahre später mit ähnlichen Modellen aufwartete. Heutzutage geschieht diese Reaktion auf die Konkurrenz innerhalb weniger Wochen. Was großteils an der Schnelllebigkeit und der erforderlichen, niedrigen Reaktionszeit auf den Markt liegt, verbunden mit modernen Fertigungsverfahren wie beispielsweise dem 3D-Druck von Brillenrahmen.

Eben diese Modernisierung der Fertigungsverfahren wird auch dazu genutzt Materialien zu verarbeiten, welche bis vor Jahren noch nicht einmal zur Diskussion standen, um daraus Brillenrahmen zu fertigen. So kommt bei der „KBL Pure Classic“-Kollektion Titan zum Einsatz, um Rahmen und Stege zu fertigen. Allerdings gilt auch hier, es ist nicht alles Gold was glänzt.

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Ralph Albrecht kann sich beispielsweise nicht vorstellen, dass sich Brillengestelle aus dem 3D-Drucker am Markt durchsetzen. Als Brillenträger möchte man die Brille vorm Kauf in der Hand halten – wie ich selbst bestätigen kann – und nicht am Computer anhand eines CAD-Modells auswählen, welches im Anschluss ausgedruckt wird. Klar, können solche Exemplare aus dem 3D-Drucker stark individualisiert werden, aber die Auswahl an verschiedenen Brillengestellen trägt auch so dazu bei, dass man für sich das passende Modell findet.

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Inspiration, Visionen und zukünftige Entwicklung

Während unseres Gesprächs kamen wir auch auf die Inspirationen und Herkunft seiner Ideen für KBL zu sprechen. Spielen diese doch eine äußerst wichtige Rolle, wenn es um die Schaffung neuer Brillenrahmen geht. So lässt sich Ralph zunächst von Fassungen der Vergangenheit inspirieren, insbesondere aus den 60er, 70er oder 80er Jahren. Wobei er stets versucht diese nicht eins zu eins in die Gegenwart zu holen, sondern mit einem gewissen Twist versieht. Sei es nun durch die Verwendung anderer Materialien und Fertigungsverfahren oder Anpassungen im eigentlichen Design.

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Jedoch ist es ihm wichtig, dass KBL die Essenz dieser alten Fassungen beibehält und diese nicht verwässert. Neben alten Fassungen dient ihm auch noch Architektur, Uhren oder Schuhe als Vorbild für seine Entwürfe. Für die aktuelle „KBL Pure Classic“-Kollektion hat er seine Inspiration bei Oldtimer gefunden. Ein 1964er Mustang, insbesondere dessen parallel laufende Linienführung auf der Seite des Fahrzeugs hat er bei der aktuellen Kollektion aufgegriffen. Eben diese parallel laufenden Linien erkennt man auf dem Brillengestell wider.

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Gefertigt werden die aktuellen Modelle hauptsächlich aus italienischem Azetat sowie Titan aus Japan. Materialien, die durch hochwertige Fertigung in die gewünschte Form gebracht werden. Besonders erwähnenswert ist hier beispielsweise die Tatsache, dass das Label seine Bügel nicht aus Azetatplatten fräst, sondern lasert – hierdurch werden die Gestelle exakter und es fällt weniger Verschnitt an.

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Auch bei den verwendeten Gläsern geht KBL keine Kompromisse ein und arbeitet mit dem namenhaften italienischen Hersteller Barberini zusammen, um den Trägern außergewöhnliche Farbverläufe anbieten zu können. Da nimmt man es laut Ralph auch gerne Mal in Kauf, sich mit den etwas eigenen Verhandlungsmethoden und Fertigungsabläufen der Italiener herumzuschlagen.

„KBL Pure Classic“-Kollektion – Pur und dennoch Detailverliebt…

Einige Einblicke in die Inspirationsfindung, die Produktionsprozesse und die Struktur von KBL Miteigentümer Ralph Albrecht haben wir bereits erhalten. Nun sehen wir anhand der „KBL Pure Classic“-Kollektion wie Ralph all dies in seinen aktuellen Modellen zusammenführt. Inspiriert ist die „KBL Pure Classic“-Kollektion von DEN Klassikern und Ikonen der 70er und 80er Jahre – zeitlose Eleganz und große Liebe zum Detail vollenden die Brillengestelle.
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Dabei sind es auch hier wieder die Kleinigkeiten, die überzeugen. So setzt das Brillenlabel bei der „KBL Pure Classic“-Kollektion auf Titan pur beim verwendeten Material. Nicht nur das Gestell, sondern auch die Nosepads werden aus Titan gefertigt, welche sehr dünn sind und dennoch eine besondere Wertigkeit aufweisen.
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Dies spiegelt alles den Anspruch von Ralph Albrecht an seine eigenen Designs wider, welche er wie folgt beschrieben hat:

„Meine Art so wie ich denke, wie ich bin, möchte ich gern etwas Schönes, etwas Perfektes machen. Klar bist du nie perfekt, aber du versuchst zumindest einmal annähernd dahin zu kommen.“

Den „Pure“-Charakter spiegeln die Modelle alleine schon dadurch wider, dass auf klassische Azetatüberzüge am Bügelende verzichtet wird. Auch ohne diese liegt das Gestell gut auf. Der Gedanke den Rahmen nach außen auslaufen zu lassen trägt dazu bei, dass sich das Brillengestell der natürlichen ovalen Kopfform anpasst und dadurch keine Druckstellen erzeugt. Einzeln betrachtet sind dies alle Kleinigkeiten. Aufs die gesamte Kollektion bezogen zeigen diese die Liebe zum Detail bei KBL.
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Damit man als Träger lange Freude an seiner Brille hat, verwendet das Label ein spezielles PVD-Verfahren, um die Farbe auf das Gestell zu bringen. Dies ermöglicht eine bessere Haftung der Farbe und verhindert, dass sich diese im Laufe der Zeit vom Gestell löst. Farbe findet man zudem nicht nur auf den Titanbügeln, sondern auch im Bereich der Gläserfassung. So findet man dort eine gefräste Nut vor, welche mit Farbe hinterlegt ist. Ein weiteres Detail.
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Ansonsten glänzen die sechs optischen Modelle und vier Sonnenbrillen durch ihren „Pure“-Charakter, wo andere Brillenlabels fette Logos verwenden findet man bei KBL nur ein kleines KBL Icon am Bügelende. Bei der Namensgebung der Modelle hat sich Ralph ebenfalls von Klassikern inspirieren lassen. So tragen die Modelle Namen legendärer Schauspieler: Newman (Paul Newman), The Grant (Cary Grant) oder Lancaster (Burt Lancaster).

Fazit: Mein Blick hinter die Kulissen bei KBL

Es war definitiv ein interessanter Nachmittag, welchen ich mit Ralph Albrecht im KBL Büro verbracht habe. Schließlich erfährt man nicht alle Tage, was für eine Arbeit hinter den Brillen steckt, welche wir tagtäglich tragen. Am meisten hat mir allerdings die Tatsache gefallen, dass sich Ralph nicht verstellt, um seine Produkte zu erschaffen. Im Gegenteil er verkörpert diese Gedanken richtig.
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Gerade in Hinblick auf die „KBL Pure Classic“-Kollektion fällt auf, dass Ralph nicht nur hier einen minimalistischen, puren Designansatz verfolgt, sondern diesen selbst lebt. Keines seiner Kleidungsstücke glänzt durch zu viel Details, große Labels oder andere Auffälligkeiten. Passt einfach!

About Sebastian

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