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Die Khaki Hose – eine Alternative zur Jeans?

Mit der Khaki Hose übertrug man die Bezeichnung  für eine Farbe auf eine ganze Hosenart. Das ist eher selten bis einzigartig. Schwierig ist die Abgrenzung zu ähnlichen Hosen-Arten und so auch ihre Definition. Die Erdfarbe – die nach dem CMYK-Farbmodell gelbe und schwarze Anteile, letztere nur zu 80 % in sich vereint, ist Ausgangspunkt. Gängig sind aber bei uns helle bis dunkle Ausführungen im Rahmen der Namensgebung.

Khakee – Uniform auf indisch

Eine Etablierung in offizieller Hinsicht bezüglich der Kleidungsstücke erfolgte schon im Jahr 1848. Allerdings in Indien von einer britischen, militärischen Formation. Die britische Armee statuierte sie später sogar als amtliche Uniformfarbe. Fast ein Jahrhundert später übernahm sie auch die Rote Armee. Tropisches Klima, wüste Gebiete, pralle Hitze und weites Land, khakifarbig als gewisses Ideal beim Erkennungsmal der Soldaten – ein Bildnis, das wir aus so manchen Filmen alle kennen: „khakee“ – die Übersetzung von Uniform auf indisch.

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Dieser Werdegang indiziert bereits die spätere Etablierung im Jagd-, Arbeits- und auch Pfadfinderbereich – also irgendwie ähnliche Außenaktivitäten auf „westeuropäisch“ im Zeichen unserer Zeit, mit jedoch hohen funktionellen Ansprüchen so weit erforderlich. So entsteht ein Stil.

Die Verwendung dieser Farbe bei der Bekleidung drückt diese Hintergründe aus, wenn gleich auch hier ein bloßer Freizeitspaß am Plan steht. Die Übereinstimmung mit vielen natürlichen Materialien, etwa Erde, Sand oder deren Staub, ist logischerweise vorteilhafter auf khakifarbigen Hosen als auf weißen oder bunten Kleidungsstücken.

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Man setzt sich bequem am Strand, spielt mit Tieren, mit Kindern am Spielplatz oder zieht durch die Wälder und ist noch immer passender gekleidet als mit sonstigen Teilen. So definiert sich der Charakter der Farbe und dies wird auch optisch ausgestrahlt. Khakis erscheinen allerdings in allen Naturfarben.

Khaki – Eigenschaften einer Farbe

Münzt man diese Eigenschaft auf Hosen um, erhält man die „Definition“ der Khaki Hose. Abgrenzungen zu anderen Kleidungsstücken müssen freilich definiert werden: Freizeithosen, bequemer Sitz, keine störenden Details. Derlei gibt es natürlich mehrere Arten. Ähnliche Charakteristika erhält man mit olivgrünen Hosen, diese nennt man „Chino“. Häufig werden beide verwechselt.

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Im normalen Freizeitbereich wäre diese etwas andere Farbe ähnlichen Charakters aber völlig egal. Problematisch wäre nur die synonyme Verwendung – die Kombinationsmöglichkeiten, adäquaten Schnitte und Verarbeitungen sind andere. Wenn sich Stilratgeber oder einzelne Händler auf einen Begriff festlegen muss der Konsument reagieren können. Bei diesen beiden Arten ist das etwas verwirrend.

Beide sind an sich geschlechtsneutral und können in ihrer Art von Mann und Frau getragen werden. Dennoch sind sie bei Männern beliebter, passender und stärker verbreitet. Der Schnitt ist etwas anders als bei Cargohosen und man muss vor allem wissen, dass beide Hosenarten komplett andere Situationen bedienen.

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Abgrenzung und Einsatzmöglichkeiten der Khaki Hose

Khaki Hosen sind vom Stoff her schon schwerer. Im Vergleich zu Chinos tragen sie immer einen hundertprozentigen Baumwollanteil in sich. Von den Einsatzmöglichkeiten her zeigen Chinos sich halboffiziell, während die Khakis doch eher auf sportive Tagesfreizeit, eventuell Reisen & Tramps und handwerkliche Tätigkeiten reduziert sind. Bei den Chinos würden manche so weit gehen und Tragen auch etwa für Hochzeiten empfehlen – das ist allerdings umstritten. Bei Khaki Hosen stellt sich diese Frage nicht einmal. Ich würde diese Frage von der konkreten Hochzeit abhängig machen und keine Generalaussagen in den Raum stellen.

Bei Khakis sind auch die Nähte nicht einmal versteckt und drücken schon damit aus, dass Funktion und Wohlfühlfaktor einzige Vorgaben sind. Der „I give a shit on it-Look“ setzt sich in dieser Variante fort – wer will, klar, kann jederzeit so erscheinen und es liegt auch in einem gewissen Trend. Man muss ihn aber sehr gekonnt einsetzen.

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Eher umgekehrt zur Formlosigkeit verhält es sich beim Bügeln: Bei Khakis kann man nur ausnahmsweise einmal darauf verzichten. Der leichte Fall der Chinos macht das Erfordernis dagegen zur Ausnahme. Ein einfach erkennbarer Unterschied offenbart sich auch durch einen Blick am Preisschild: Während Khaki Hosen kaum den Kaufpreis von 70 € übersteigen sondern vielmehr in der 20er-Zone angesiedelt sind – je nach Marke oder deren Ermangelung, ist es bei den anderen umgekehrt und in der Billigliga spielt sich bei den Chinos nicht allzu viel ab. Bekannte Marken bei Khakis wären etwa Tommy Hilfiger, Gap und Dockers – aber ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Khaki Hosen – die neue Jeans?

Andere Freizeithosen definieren sich selbst. Natürlich besteht ein gewisses Potenzial bei den Einsatzmöglichkeiten für Jeans – aber sie sind ohnehin ein eigener Fall aber erfüllen den Bequemlichkeitsfaktor nicht einmal annähernd und kommen auch den eigenen Charakter der Khakis nicht entgegen – wenn schon, dann in der gleichnamigen Farbe. Viele sehen Khakis als Alternative für Jeans und geben das so weiter.

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Das sehe ich nur eingeschränkt so: Erstens sind Jeans grundsätzlich weniger bequem, auch wenn das nicht zu hundert Prozent sein muss und von der jeweiligen Passform abhängt. Zweitens haben sich Jeans eine gewisse Sonderstellung in Sachen Salonfähigkeit erkämpft, die nicht 1:1 von anderen kopiert werden. Umgekehrt kann aber vom Stil sicher die Jeans immer eine Khakis ersetzen. So gesehen ist die Jeans eine Alternative zu Khakis aber nicht umgekehrt. Und dann ist da noch immer die Sache mit der Bequemlichkeit.

Kombinationen mit Khakis – das ist möglich

Dass zu den Khakis Shirts zu tragen sind, versteht sich von selbst. Die noch „seriöseste“ Variante wäre das Polo-Shirt, ansonsten würde ich lässigere Arten dazu bevorzugen. Manche kombinieren allerdings mit einem Button-Down-Shirt – eine Alternative, die vielleicht auch etwas „zusammengestückelt“ wirken kann, also Vorsicht bei so etwas.

About Sebastian

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