Die Krawattennadel – auch 2016 noch angesagt?

Es sind nicht nur „manchmal“ auch die kleinen Feinheiten, die uns definieren – sie sind es immer. Sie machen den Unterschied, der wesentlich zu Gesamteindrücken führt und uns definiert. Zumindest bei der Optik liegt es zur Gänze in unserer eigenen Hand, sie zu erkennen und zu berücksichtigen. Details und Accessoires sind dabei zwei Seiten einer Medaille.

Allerdings macht es das Spannungsverhältnis zwischen Männer und Accessoires etwas schwierig ein maskulines Erscheinungsbild zu wahren. Letztlich ist es immer eine Frage der Zeit und Gesellschaft, die uns dabei Antworten bietet. Waren es vor Jahrhunderten noch Rüschenhemden, spitze Schuhe und Perücken, die den Gentlemen kennzeichneten, könnte man dieselben heute kaum noch in die Gesellschaft integrieren ohne deren Männlichkeit ins Lächerliche zu ziehen. Also Vorsicht beim Aufputz und Schmuckstücken – aber: Die Krawattennadel ist erlaubt. Grundsätzlich zumindest.

Geschichte der Krawattennadel

Der Ursprung der Krawattennadel, die nicht mit der Krawattenspange zu verwechseln ist, liegt in der Biedermeierzeit, konkret dem Aufkommen der sogenannten Halsbinden. Deren Sinn war bereits damals ein reiner Einsatz als Schmuckstück – Funktionalität war nicht der Grund für ihre Verbreitung. Um 1860 war das Zeitalter des Plastrons. Das bedeutete auch ein Aufleben der Idee der Krawattennadel, sie wurde zur Modeerscheinung für das Volk.

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Noch immer kam der Nadel keine eigentliche Funktionalität zu – sie wurde als optische Aufwertung am Krawattenknopf platziert und mit Wappen, Monogrammen oder anderen Elementen versehen. Erst nach dem Ersten Weltkrieg nahmen Krawattennadeln mit dezenter Perle Einzug in die Kleiderschränke. Mit Adler oder auch Hakenkreuz wurden sie vom damaligen Staat vergeben und stellten inhaltliche Auszeichnungen dar. Erst viel später wurde die Krawattenspange erfunden.

Der Krawattennadel verblieb ihre Funktion als optischer Mehrwert und so ist auch ihr Charakter zu verstehen: Gut eingesetzt erfüllt sie diesen Zweck heute auf dezente und angenehme Weise. Sie besteht schlicht aus einer Nadel und einem Teil, der als Zierknopf bezeichnet wird.

Verwendungsarten der Krawattennadel

Man steckt sie durch den Krawattenknoten und hält ihn so zusammen. Dies ist der ursprüngliche Sinn und Zweck nur als Andeutung, freilich würde er auch ohne sie korrekt sitzen. Man kann sie aber auch wie eine Krawattenspange verwenden. Dabei fixiert man einfach die Krawatte auf halber Höhe des Hemdes. Das ist etwa üblich bei feierlicher Aufmachung mit einem Plastron, ein ganz besonderes Styling traditioneller Art.

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Dann ist von der Krawattennadel nur noch der Kopf sichtbar – im Falle der Kombination mit einem Plastron ist das typischerweise eine Perle. Es ist aber klar, dass diese Behandlung dem Textil nicht zum Vorteile gereicht – Seidenkrawatten zum Beispiel sind immer zu empfindlich für diese Prozedur. Wer die Nadel einsetzt, darf es nicht mit jeder beliebigen Krawatten betreiben sondern nur auf stabilen Materialien.

Krawattennadeln und modisch top: ein Widerspruch?

Der Eindruck altehrwürdiger und traditioneller Erzeugnisse aus vergangenen Zeiten haftet der guten Krawattennadel von heute nicht an, es sei denn, man greift gezielt auf solche antiquarischen Unikate zurück. Ein Blick auf die Angebote der  Designer und die Modelle von heute überzeugen vom Mehrwert in der Aufmachung. Meistens sind sie heute aus Edelstahl und -metallen in allen Farbnuancen erhältlich und es wird damit Moderne mit Klassik auf überzeugende Weise verbunden.

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Aber auch ganz konkrete Messages können damit übermittelt werden: Egal, welchen besonderen Style es auszudrücken gilt – man wird gewiss fündig. Natürlich besteht auch noch immer Nachfrage nach mit Perlen besetzte oder sonstige traditionell ausgeführte Krawattennadeln. Die Auswahl von heute scheint unendlich breit und es ist grundsätzlich alles erlaubt. Man muss sie nur auf den Anlass bezogen gekonnt einsetzen.

Man sollte sich daher entsprechende Zeit nehmen um die Auswahl mit dem eigenen Bedarf abchecken. Denn derart viel Spielraum für individuelle Präferenzen sorgt für unterschiedlichste Ausgestaltungen, so dass auch der eigene Geschmack entscheiden darf. Genau das macht den Vorteil der modernen Krawattennadel aus und unterscheidet sie der Ausgestaltung von anno dazumal, wo dem Menschen noch genaue Vorgaben gemacht wurden. Unten werden drei Möglichkeiten genannt, die als Orientierung bei der breiten Auswahl dienen können.

Einsatzmöglichkeiten der Krawattennadel

Der klassisch-moderne Auftritt

Bloße Klassik drückt man mit solchen Modellen aus, die entweder aus Gold, Silber oder aus Metallen wie Edelstahl bestehen. Dunkles Anthrazit oder auch aktuelles Rotgold, je nach bei zuhaltender Harmonie mit der Armbanduhr und anderen Schmuckstücken sind stilistisch betrachtet niemals falsch. Überzeugend kombiniert sich eine solche Krawattennadel in klassisch-modernem Style etwa mit grauen Anzügen und pastellfarbigem Hemd.

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Wer aber komplett formell auftritt, sollte möglicherweise sogar auf ein Tragen der Nadel verzichten. Das hängt natürlich auch von der konkreten Ausführung ab, nur wer komplett offiziell zu „stylen“ ist, sollte generell jedes „Mehr“ unterlassen und gilt nicht nur für Krawattennadeln. Wer aber in solche Lebenslagen kommt, kennt den erwarteten Dresscode ohnehin.

Der verspielte Charakter

Gerade im Frühling ist auch dem Mann etwas mehr erlaubt als sonst. Bezugnahme auf Trendfarben und -modellen, die sich erst in diesen Wochen richtig abschätzen lassen, wird mit Verwendung von Accessoires wie einer Krawattennadel unterstrichen. Es tut dabei nichts zur Sache, on die Krawattennadel selber im Trend liegt. Wenn das Hemd unter ein sonstiges Detail zu unterstreichen ist, sollte man sich für eine Krawattennadel entscheiden, die etwas auffälliger ist.

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Aufpassen  muss man jedoch enorm. Dabei ist etwa an Modelle zu denken, die etwas ausdrücken – wie ein goldenes Saxophon, ein rotgoldener Löwe, was auch immer  – die Möglichkeiten sind so breit wie Präferenzen des Menschen. Jedenfalls zieht man die Blicke auf sich und somit auf die Oberbekleidung. Wie weit man gehen möchte, ist individuell zu beantworten. Das Unterstreichen des „frühlingshaften Auftritts“ jedenfalls besitzt die Eignung, erhöhtes Niveau mit auszudrücken.

Der Message Raum geben

Immer mehr sind es innere Überzeugungen und Prioritäten, die auch nach außen getragen werden wollen aber kaum salonfähige Möglichkeiten vorhanden sind. Klar: Nicht alle Situationen erlauben uns, wie etwa in der Freizeit, Inhalte nach außen zu präsentieren. Schmuckstücke sind seit je her ein unaufdringliches Medium für gewisse Botschaften, wie schon die Darstellung der Verehelichung mit dem Trauring, Verlobungsringen aber auch andere Verbindungen zeigen sich durch Siegel auf Ringen.

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Dazu kommen Anhänger für Colliers oder Armbänder, die Initialen Raum bieten. Die Krawattennadel ist eine der wenigen Gegenstände, welche auch der Mann von heute als Fläche für persönliche Messages verwenden kann: Wie oben schon angedeutet kann das geliebte Musikinstrument im Mini-Nachbau aus edlen Metallen, eine Tierart, deren Schutz man unterstützt, ein Zeichen oder Schriftzug mit kleinen Aussagen – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und man kann mit Niveau seinen Idealen Raum bieten.

Während die Gravur von Initialen in Schmuckstücken nichts anderes als typisches Ausleben von Individualismus darstellt, kann nach solchen Überlegungen bei der Motivauswahl für die Krawattennadel auch hier eine tiefere innere Bedeutung erzielt werden. Gerade für Herren ist es schwierig, mit Stil seine Ausdrucksfähigkeit zu präsentieren. Hier bietet sich eine adäquate Möglichkeit für jedes Budget. Die eigene Bindung zu dem guten Stück ist in solchen Fällen auch eine höhere wenn man etwas Positives mit seiner Aussage verbinden kann.

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Zusammengefasst handelt es sich mit der Krawattennadel um einer der wenigen Accessoires mit maskuliner Grundstruktur. Da es eher als Schmuck- anstatt als Kleidungsstück einzuordnen ist, sollte man es eher in Erwägung ziehen als textile Accessoires. Solchen haftet nämlich eher ein femininer Eindruck an. Die Anschaffung auch einer etwas hochwertigeren Krawattennadel rechnet sich jedenfalls, wenn man sie als Detail für anspruchsvollere Auftritte betrachtet. Selbst einem eher langweiligen Outfit kann man damit eine interessante Note verleihen – vorausgesetzt, man beweist bei der Auswahl Stil und setzt seine individuellen geschmacklichen Präferenzen ein.

About Sebastian

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