Manchmal sind es Dinge des Alltags die uns zu inspirieren wissen. Mich hat für das Kurzportrait #36 – ZEITWERK ein kleines Päckchen des noch jungen Start-Ups inspiriert. Im Päckchen selbst war ein Stück Kohle, sowie ein Brief mit URL zu einem Youtube-Video. Auf dem Youtube-Kanal von ZEITWERK habe ich dann erfahren, dass es sich bei dem Stück Kohle nicht um irgendeine Kohle handelt, sondern um ein Stückchen Kohle von der Titanic. Von jetzt auf gleich wurde somit aus einem belanglosen Stück Kohle ein Stück Weltgeschichte.

Ein Zeitwerk, wie es das gleichnamige Startup beschreiben würde. Das noch junge Unternehmen setzt auf ein weltweit einzigartiges Konzept, um Kunst und Geschichte miteinander zu verbinden. Dabei steht das puristische Design im bewussten Gegensatz zur überwältigenden Vielfalt der Geschichten hinter den Stücken. Gemeinsam wagen wir nun ein blick hinter die Kulissen von ZEITWERK, um im Anschluss im Interview mit Steffi, der Frau hinter dem Unternehmen, noch ein wenig mehr zu erfahren.

Ein Stück Geschichte für die eigenen vier Wände – Blick hinter die Kulissen von ZEITWERK

Die kleinen Stücke mit eigener, teilweise äußerst faszinierender Geschichte sind Mittelpunkt des Unternehmens von Steffi und ihrem Partner Michael. Begonnen hat alles jedoch eine Nummer größer. Zunächst mit einem Stein der Schule, an der sie sich kurz vor dem Abitur 1999 kennenlernten. Gefolgt von vielen weiteren Stücken, die Zeitzeugnisse der Weltgeschichte sind. So findet sich seit einigen Jahren ein 400 Kilogramm schwerer Stein vom Kölner Dom in deren Garten. Den entscheidenden Impuls gab jedoch ein anderes Zeitzeugnis.

Ein Stück von der Titanic, welches Michael als Geschenk aufbereiten wollte, führte dazu, dass er erkannte das dieses Stück auch in viel kleinerer Form seine Faszination nicht verlor. Bald war aus dieser Erkenntnis das Design mit den neun Feldern entstanden und ein allererstes ZEITWERK mit vielfältigen Exponaten aus der privaten Sammlung bestückt.

Der Prototyp fand sogleich seinen Weg an die eigene Wohnzimmerwand der Gründer und wurde dort zum Anlass für viele spannende Gespräche. Die Begeisterung im privaten Umfeld war so groß und die Anfragen häuften sich, sodass Steffi ihren Job als Managerin in einem Großkonzern auf Eis legte, um ZEITWERK in einer kleinen Serie aufzulegen.

Gezielt begeben sich die Beiden seitdem auf die Suche nach neuen, interessanten Exponaten. Dabei erfordert jedes einzelne Stück Geschichte sehr viel Zeit. Denn für Steffi und Michael ist es selbstverständlich, dass sie die einzelnen Exponate mit viel Liebe zum Detail suchen und aufbereiten. Die Geschichten die sie erleben und Menschen, die sie auf ihrer Suche kennen lernen durften, fließen auch mit ein, in die Entwicklung der einzelnen Stücke.

„Wir recherchieren mit größter Sorgfalt und nehmen für ZEITWERK nur Stücke auf, die wir eindeutig als authentisch einstufen und die legal entnommen wurden. In einem dreistufigen Prozess dokumentieren wir sowohl die Herkunft als auch den gesamten Verarbeitungsprozess. Zu jedem ZEITWERK gibt es ein Echtheitszertifikat.“

Im nachfolgenden Interview tauchen wir nun ein wenig tiefer in die Geschichte und die Idee hinter dem Startup ein. Wer sich im Detail informieren oder sein eigenes ZEITWERK erwerben möchte, sollte auf der Webseite und dem Blog des Unternehmens vorbeischauen. Dort erfährt man unter anderem, welcher Aufwand hinter der Recherche einzelner Exponate wirklich steckt.

Im Gespräch mit ZEITWERK – ein Interview

Wie gewohnt gibt der erste Teil des Kurzportraits einen Einblick hinter die Kulissen von ZEITWERK. Im zweiten Teil vertiefen wir das Ganze noch ein wenig. Im gemeinsamen Gespräch mit Steffi, der Frau hinter ZEITWERK, widmen wir uns Fragen wie: der Philosophie des Unternehmens, der Ablauf nach neuen Stücken als auch der „heilige Gral“ den Steffi und Michael noch in die eigene Sammlung aufnehmen möchten. Aus meiner Sicht ganz interessant, aber lies doch selbst.

Hallo Steffi, vielen Dank, dass du dir die Zeit für das Interview nimmst. Magst du zum Einstieg ein paar Worte zu eurem Unternehmen verlieren?

Hallo Sebastian, vielen Dank für die Einladung! ZEITWERK ist ganz neu auf dem Markt und ist eine einzigartige Verbindung aus Kunst und Geschichte. Denn jedes ZEITWERK besteht aus (nachweislich!) neun Original-Stücken der Weltgeschichte.

Das ist weltweit einzigartig! Das reine Kunstwerk in seinem puristischen Design hat dabei zusätzliche Tiefe durch die große Vielfalt der Geschichten hinter den Stücken. Es ist also mehr als nur ein stummes Bild an der Wand. Die Rückmeldungen der ersten Käufer zeigen auch, wie toll es ist, ein ZEITWERK mit anderen Menschen gemeinsam zu entdecken und deren persönliche Geschichten zu den Stücken zu hören.

Wie würdest du in wenigen Sätzen die Philosophie eures Unternehmens beschreiben?

Die Faszination des Originals ist unser Antrieb und wir wollen mit ZEITWERK ein inspirierendes Kunstwerk schaffen. Mit den Geschichten hinter den Stücken öffnen wir die Türe zu einer spannenden Entdeckungsreise durch die Weltgeschichte. Dabei ist es uns sehr wichtig, dass die Herkunft jedes Stückes lückenlos nachgewiesen ist. Es muss zweifelsfrei echt sein, denn nur so spürt man die Faszination.

Sammelleidenschaft ist für dich und Michael ein großes Thema. Seid ihr immer auf der Suche nach neuen Stücken? Geht ihr diese Suche gezielt an? Wie kann man sich den Ablauf vorstellen?

Wir halten natürlich immer die Augen offen und haben den Markt im Blick. Manche Stücke entdeckt man durch Zufall oder Glück, aber in den meisten Fällen ist eine sehr zeitintensive Recherche erforderlich. Deshalb suchen wir für ZEITWERK ganz gezielt nach konkreten Stücken. Denn jedes Thema erfordert einen anderen Ansatz und muss detailliert erarbeitet werden. Das ist Fleißarbeit und erfordert eine hohe Frustrationstoleranz.

Das Stück vom Eiffelturm war zum Beispiel wahnsinnig schwer zu bekommen. Wir hatten relativ schnell herausgefunden, dass es auf dem freien Markt kein einziges Original-Stück mit Nachweisgarantie gibt. Und haben dann viele verschiedene Dinge probiert – z. B. die Nachfahren von Gustave Eiffel kontaktiert oder den Ingenieur der Wartungsgesellschaft. Beim siebten Anlauf waren wir dann endlich erfolgreich: wir hatten herausgefunden, dass in den 80er-Jahren die Wendeltreppe ausgebaut und in Segmenten zerlegt versteigert wurde. Wir konnten einen der Käufer ausfindig machen, der uns für ZEITWERK eine Setzstufe verkauft hat.

Exponate zu zerschneiden, die ihr aufwendig gesammelt habt hört sich erst einmal nicht so toll an. Aber es scheint euren Zeitwerken nichts auszumachen. Kannst du uns hierzu deine Gedanken mitteilen?

Die Idee für unsere ZEITEWERKE entstand gerade aus dieser Erkenntnis: die Stücke verlieren nichts von ihrer Faszination, auch wenn sie kleiner sind. Denn es sind immer noch Originale, die dabei waren, als etwas Großes passiert ist und als Geschichte geschrieben wurde. Und die Tatsache, dass wir durch ZEITWERK diese Faszination teilen können, ist unser größtes Ziel. Die Größe, die wir gewählt haben, lässt ganz bewusst noch Material, Farbe und Texturen erkennen. Gemeinsam mit den Nahaufnahmen aus dem Booklet kann man so perfekt in die Geschichten hinter den Stücken einsteigen.

Erzähl uns doch ein wenig über dein liebstes ZEITWERK, abgesehen von dem Stein der Schule, an der ihr euch kurz vor dem Abitur 1999 kennengelernt habt?

Das ist einfach: wir haben einen 7kg-schweren Stein aus dem Westminster Palace in London, das mich in vielfältiger Weise fasziniert. Zum einen liebe ich London und mit Big Ben ist der Westminster Palace ja DAS Wahrzeichen der Stadt mit seiner tollen neugotischen Silhouette direkt an der Themse. Gleichzeitig hat das Gebäude eine große geschichtliche Bedeutung und ist seit fast 1.000 Jahren das Zentrum der parlamentarischen Demokratie. Nicht umsonst wurde es deswegen zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Und letztlich fasziniert mich das konkrete Stück: der Stein ist ein Trümmerstück des Palastes aus dem 2. Weltkrieg, als London von der deutschen Luftwaffe bombardiert wurde. Der „Red Cross & St. John Fund“ hatte 1942 einige Trümmerstücke in patriotische Gedenkstücke umgewandelt und zugunsten der Kriegsopfer verkauft. Dies war Teil der größten Spendenkampagne aller Zeiten, in der viele damals innovative Methoden des Fundraisings erfunden wurden. Unser Stück wurde konkret durch einen Keramikeinsatz als Teedose verkauft. Typisch Britisch.

Was ist euer „heiliger Gral“ denn ihr gerne in einem eurer ZEITWERK unterbringen möchtet? Das Exponat, welches in eurer Sammlung noch fehlt.

Ein Stück von der Chinesischen Mauer wäre noch großartig. Da sind bislang alle Recherche-Ansätze ins Leere gelaufen und wir haben auch wenig Hoffnung, dass man legal und mit Herkunftsnachweis an ein Stück rankommen kann. Alles andere kommt für uns leider nicht in Frage.

Wo seht ihr euer Unternehmen in fünf Jahren? Für was möchtet ihr dann bekannt sein?

Wir sind mit unserer Idee weltweit die Ersten. In fünf Jahren möchten wir mit internationaler Reichweite unsere Faszination teilen und eine große Bandbreite an ZEITWERKEN im Portfolio haben. Wir haben schon viele Ideen für weitere Themenrahmen!

Gepostet von Sebastian

Ich schreibe hier regelmäßig über Mode & Lifestyle. Wenn dir der Artikel gefallen hat, würde ich mich darüber freuen, wenn du ihm, trotz des Social-Network-Dschungels ein "Gefällt mir" geben würdest.

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