Der Lagen-Look im Sommer beschreibt an sich nichts, was wir nicht schon kennen. Eventuell erinnerst du dich noch an meinen Beitrag „Zwiebelschalenprinzip im Herbst – So meistert man(n) den Lagen-Look“ in diesem ging es um das gleiche Thema. Allerdings eben im Herbst, mit mehr und vor allem wärmeren Kleidungsstücken. Aber keine Sorge, auch im Sommer ist der Lagen-Look schwer angesagt. Man muss eben nur wissen worauf man achten muss und genau das erfährst du nachfolgend.

Statt auf dicke Wolle, Vliesjacken und wärmende Daunen zu setzen, konzentriert sich der Lagen-Look im Sommer vor allem auf leichtere Materialien, wie beispielsweise Leinen oder Seersucker. Beide unglaublich luftig leicht zu tragen und für den Einsatz im Sommer auf vielfältige Art und Weise zu kombinieren.

Lagen-Look im Sommer – Darauf kommt es an!

Der Lagen-Look im Sommer ist ebenso einfach zu meistern, wie das Zwiebelschalenprinzip im Herbst und Winter. Vorausgesetzt man hat verstanden, wie man sich diesen Style zu Nutze machen kann. War es früher so, dass die Lagen beziehungsweise deren Saum immer länger wurde, je weiter weg sich das Kleidungsstück vom Körper befand, kann man sich heutzutage nicht mehr danach richten. Freizeitjacken kommen meist kürzer daher und machen so das ganze System schon kaputt. Aber keine Sorge, an dieser Regel muss man auch nicht mehr festhalten.

Wichtig ist es nur eine Richtung beizubehalten. Sprich, entweder werden die Säume immer kürzer oder länger, je weiter Sie vom Körper weg aufliegen. Aber bitte kein bunter Mischmasch. Schaut einfach nach nichts aus. Ansonsten spielen Texturen eine wichtige Rolle. Obwohl Leinen dazu verführt das ganze Outfit zu bestimmen, empfiehlt es sich ein wenig mit Kontrasten zu arbeiten. Sowohl hinsichtlich der Stoffe, als auch der Farben. Ton-in-Ton kann zwar wunderbar funktionieren. Dann aber eben zumindest mit abgestuften Farbtönen des gleichen Basisfarbtons.

Auf die inneren Werte kommt es an

Nach außen hin sieht man natürlich zunächst einmal das meiste von einem Outfit. Das geübte Auge vermag sogar zu erkennen, um welche Materialien es sich handelt, die der Gegenüber trägt. Was man allerdings nicht direkt sieht, aber definitiv am eigenen Körper spürt, sind Futterstoffe. Die Wahl des falschen Futterstoffs kann dazu führen, dass man gerade im Sommer schwer ins Schwitzen kommt. Luftundurchlässige, künstliche Materialien sind zwar meist Garant für einen günstigen Einkaufspreis, aber auch dafür, dass man schnell ins Schwitzen kommt.

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Des Weiteren ist es nicht unbedingt gegeben, dass ungefütterte Jacken weniger wärmend sind. Hier spielt dann das Grundmaterial an sich schon eine entscheidende Rolle. Handelt es sich dabei beispielsweise um einen schweren Jeansstoff, bedarf es keinem zusätzlichen Innenfutter, um ins Schwitzen zu kommen. Die Jeansjacke reicht hier schon aus. Leichte Jacken aus Baumwolle und Leinen sind hier schon eher zu empfehlen, gerade wenn man diese im Lagen-Look tragen möchte.

Leinen kann nicht nur beige… und Seersucker gibt’s nicht nur weiß gestreift

Es ist ein weitläufig verbreitetes Gerücht, dass Leinen nur in gefühlt fünfzig unterschiedlichen Beigetönen erhältlich ist. Stimmt aber nicht so ganz. In 2018 ist es durchaus schon so, dass der beliebte Sommer-Stoff in anderen Farben erhältlich ist. Brauntöne in unterschiedlichen Abstufungen sind dabei genauso gerne gesehen wie tiefgrünes Leinen. Hierdurch ergeben sich farblich gesehen tolle Kombinationsmöglichkeiten, ohne auf den funktionellen Vorteil des Stoffes zu verzichten.

Hinsichtlich Seersucker muss man sich mit ähnlichen Vorurteilen auseinandersetzen. Aber auch hier sei gesagt, es gibt nicht nur Seersucker-Kleidungsstücke mit weißen Streifen. Bei Seersucker handelt es sich, um ein leicht gerafftes Tuch, welches bequem auf der Haut aufliegt, vielseitig tragbar ist und vor allem luftig daherkommt. Tipps und Tricks wie man dies am besten trägt, das erfährst du in meinem Seersucker-Guide.

Overshirts und Unterhemden – unterschätzte Kleidungsstücke

Das Overshirt lässt sich wohl ganz einfach, als ein etwas dickeres Hemd beschreiben. Quasi, ein Mittelding zwischen schlichtem Anzugshemd und einer leichten Sommerjacke. Damit ideal als äußere Schicht geeignet für einen stylischen Lagen-Look. Neben dem dickeren Stoff fallen die Hemden vor allem durch Taschen oder Schulterklappen im Militärstil auf. Alleine durch diese Details können Sie ein Outfit gekonnt aufwerten.

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Was man ebenfalls nicht unterschätzen sollte, bei der sommerlichen Hitze sind Unterhemden. Werden heutzutage nicht mehr gerne getragen, sind aber äußerst praktisch. Fangen sie den Schweiß doch direkt von der Haut auf, ohne das dieser aufs eigene Hemd sich ausweitet. Es empfiehlt sich gerade im Sommer auf Unterhemden mit V-Ausschnitt zu setzen, da diese selbst bei einem offenen Hemdkragen nicht zu sehen sind. Des Weiteren sollte man auf kein rein weißes Exemplar setzen, sondern eher auf einen abgestuften, hellen Grauton. Sticht nicht ganz so hervor.

Auf die Kombination kommt es an…

Nicht nur auf die Kombination unterschiedlicher Stoffe, sondern auch deren Herkunft. Sprich, ein simples T-Shirt passt wunderbar zum leichten Sommeranzug. Wohingegen auch eine derb strukturierte Jacke mit feineren Stoffen, wie denen eines eleganten Hemdes kombiniert werden kann. Generell sollte man hier zu einem Smart-Casual Dresscode tendieren. Locker, leicht und lässig aber eben doch mit einem Hauch Eleganz.

Bestes Beispiel ein unstrukturierter Blazer, Jeans und ein Button-Down-Hemd, dazu ein Paar simple Sneaker. So einfach geht’s. Wer es ganz besonders möchte, der trägt noch einen leichten Leinenschal dazu. Locker um den Hals getragen ein Blickfang und an kühlen Sommerabenden durchaus eine wärmende Begleitung.

Ohne Socken den Blick auf die Knöchel freigeben

Was man am Oberkörper an Lagen drauflegt, muss man woanders frei machen, um nicht zu sehr ins Schwitzen zu kommen. Knöchelfrei heißt in diesem Fall das Zauberwort. Denn gerade in diesem Bereich heizt sich der Körper schnell auf. Daher empfiehlt es sich durchaus knöchelfrei unterwegs zu sein. Passt auch ganz gut zu meinem Guide: „Sockenlos unterwegs – Ein Style-Guide für Männer die ohne Socken die Welt erkunden…“ Dort erfährst du so ziemlich alles worauf es mit oder ohne Socken ankommt. Eins vorab, ganz ohne geht es dann doch nicht…

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Das Schöne am Knöchel zeigen, man kann es sowohl mit Shorts, als auch Jeans und Chinos. Gerade bei letzterem – Jeans und Chinos – kann man auf die Pinroll-Technik setzen. Pinroll bezeichnet hierbei eine gewisse Falttechnik, die die Hosenbeine der Jeans oder auch Chino ganz eng oberhalb des Knöchels zusammen krempelt, hierdurch wird der Blick bewusst auf die Schuhe gelenkt. Mehr dazu erfährst du in diesem Artikel.

Wolle kann auch im Sommer funktionieren

Man glaubt es kaum, auch im Sommer kann man Kleidungsstücke aus Wolle tragen. Vielleicht nicht gerade in Form von dick gestrickten Kleidungsstücken, wie dem Norwegerpullover. Eher die leichtere, kühlere Sorte. Teilweise kann diese sogar besser atmen und mit Feuchtigkeit wie Schweiß auskommen, als Baumwolle oder Leinen. Kommt es hierbei eigentlich nur darauf an, dass man sich für die richtige, sommertaugliche Wolle entscheidet. Schlüsselwörter wie „loses Gewebe“ und „hochgedrehtes Garn“ sollte aufhorchen lassen.

Der Vorteil des ersteren ist selbsterklärend – Belüftung – während das letztere bedeutet, dass es viel Federkraft besitzt, sodass er, obwohl er lose gewebt ist, seine Form behält. Dicht gewickelte Wolle ist auch gut für die Reise geeignet, da sie knitterfrei ist. Auch hier empfiehlt es sich mit unterschiedlichen Materialkombinationen zu spielen, um ein überzeugendes Outfit im Lagen-Look zu erschaffen.

Die richtige Farbwahl spielt beim Lagen-Look eine entscheidende Rolle

Beim Lagen-Look kommt es auf eine Vielzahl von Details an, wie wir mittlerweile erfahren haben. Hierbei spielt auch die Farbwahl eine entscheidende Rolle. Durch die Wahl der richtigen Farben in der Kleidung betonen wir unsere Persönlichkeit und der Blick von außen gilt automatisch uns und unserem Gesicht. Wir wirken frisch, interessant und strahlend. Mit den falschen Farben wirkt immer nur die Kleidung und wir treten als Person in den Hintergrund. Hier wirkt man oft fahl, blass oder manchmal sogar älter. Daher sollte man zunächst den eigenen Farbtyp bestimmen, bevor man sich an die Kombination unterschiedlicher Kleidungsstücke begibt.

Damit ist dann auch schon die Grundlage gelegt. Das Kombinieren unterschiedlicher Farben ist dann gar nicht mehr so schwer. Vielmehr geht es darum ein allgemeines Verständnis zu bekommen und dieses entsprechend einzusetzen und Rückschlüsse zu ziehen. Ein wenig Hilfe gibt es dennoch in diesem Leitfaden. Ansonsten macht man(n) mit einem blauen Hemd, einer dunklen Leinenhose und dunkelbraunen Schuhen nichts verkehrt.

Copyright Titelfoto: Photo by Priscilla Du Preez on Unsplash

Gepostet von Sebastian

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