Mechanische Uhren: Warum diese gerade ein Revival erleben – Im Interview mit Montredo

Mechanische Uhren oder Automatikuhren, wie diese ebenfalls genannt werden, interessieren mich persönlich sehr stark. Gerade im vergangenen Jahr ist bei der Präsentation der 2017er Kollektion von Glashütte Union im Barber House München meine Leidenschaft für diesen Typ Uhr neu entfacht worden.

Montredo, seines Zeichens Europa’s führender Online Shop für neuen Luxusuhren bestätigte mir, dass nicht nur ich mich für diese begeistern kann – sondern generell die Nachfrage nach mechanischen Uhren stetig steigt. Im Interview mit CEO Philipp Budiman sowie Peter Bodenbenner, Editor in Chief werfen wir gemeinsam einen Blick auf die mechanische Uhr.

Hallo Philipp, Hallo Peter, zunächst einmal vielen Dank, dass ihr euch die Zeit nehmt für dieses Interview. Möchtet ihr zu Beginn zunächst einmal ein paar Worte über euch sowie Montredo verlieren? Damit meine Leser wissen, mit wem Sie es zu tun haben.

Philipp: Hallo Sebastian, vielen Dank für Dein Interesse. Peter und ich kennen schon uns aus Studienzeiten in Graz, wir sind also schon lange befreundet und uns hat es beide vor knapp 6 Jahren nach Berlin verschlagen. Vor 5 Jahren habe ich dann Montredo gegründet und auch Peter von unserem Konzept überzeugen können um den Bereich Content und Customer Service aufzubauen. Wir beide sind schon lange vor Montredo Uhrenfreaks.

Philipp Budiman, CEO

Montredo ist Europa’s führender Online Shop für neuen Luxusuhren. Wir verkaufen Luxusuhren zu attraktiven Preisen, die wir entweder direkt vom Hersteller oder von autorisierten Fachhändlern aus Europa erhalten. Alle Uhren bei Montredo sind 100% echt, neu und ungetragen.

Peter Bodenbenner, Editor in Chief

Fünf Jahre seid ihr nun schon fast am Markt und habt in dieser Zeit sicherlich schon einiges erlebt und mitbekommen. Gibt es einen Trend, welcher sich im Laufe der Jahre abgezeichnet hat? Nach welchem Typ Uhr steigt die Nachfrage?

Peter: Gerade in der Zeit, in der die mechanische Uhr wieder verstärkt in Mode kam, wurden Uhren als Fashion-Statement auch gerne oversized getragen. Gegenwärtig erleben wir wieder einen verstärkten Trend hin zu moderaten Gehäusegrößen von um die 40 mm. Man kann also sagen, die Uhr hat sich damit in gewisser Weise soweit emanzipiert, dass sie nicht mehr allzu sehr um Aufmerksamkeit ringen muss.

Breitling Superocean II (Ref. A17392D7 BD68 152S)

Mechanische Uhren sind am Markt auch als Automatikuhren bekannt. Für diejenigen unter meinen Lesern, welche noch nichts davon gehört haben, könnt ihr die Funktionsweise kurz erläutern?

Peter: Die Grundfunktion einer mechanischen Uhr ist schnell erklärt: Sie speist ihre Energie aus der Zugkraft einer Aufzugsfeder. Damit die Energie aber nicht wie bei einem aufziehbaren Matchbox-Auto auf einmal entladen wird, kommt die Hemmung ins Spiel. Dieses mechanische Herz der Uhr sorgt dafür, dass der Gang der Uhr fortlaufend wie ein Anker einrastet und sich anschließend wieder entkoppelt. Sie ermöglicht damit einen regelmäßigen Gang über einen längeren Zeitraum.

NOMOS Tagente

Was nun die Automatikuhr von einer Handaufzugsuhr unterscheidet, ist die Art und Weise, wie die Aufzugsfeder gespannt wird. Das manuelle Aufziehen über die Krone im Falle von Handaufzugsuhren übernimmt bei der Automatikuhr eine Schwungmasse, welche die Uhr über die natürliche Bewegung des Handgelenks sozusagen von selbst mit Energie versorgt.

Wenn ich mir nun eine mechanische Uhr zulegen möchte, worauf muss ich dabei achten? Gibt es Kriterien, welche unbedingt erfüllt werden müssen?

Peter: Manche Modelabels bringen nun neben Quarzmodellen auch Automatikuhren an, deren Qualität sich aber in keinster Weise mit der eines etablierten Schweizer Herstellers messen kann. Diese Uhren liegen meist bei mehreren Hundert Euro und das, obwohl die Werke günstigst in China hergestellt werden. Zwar ist lange nicht jedes Uhrwerk aus Fernost minderer Qualität, jedoch haben die beiden Kennzeichnungen “Made in Germany” und “Swiss Made” – mit der Ausnahme einiger weniger schwarzer Schafe – ihr implizites Qualitätsversprechen bis heute bewahrt.

TAG Heuer Monaco Steve McQueen Cal.11 (Ref. CAW211P FC6356)

In jedem Fall empfiehlt es sich beim Uhrwerk genau hinzuschauen, denn manchmal erweist sich so manches vermeintlich traditionell hergestellte Kaliber in Wirklichkeit als günstiger Chinaticker. Wenn die Uhr besonders robust beschaffen sein soll, empfehlen wir Modelle, bei denen Materialien mit Daily-Rocker-Abilities zum Einsatz kommen. Am besten eignen sich hier immer noch Modelle mit Edelstahlgehäuse und Saphirglas.

Für Uhren kann man Beträge von ein paar Euro bis zig tausend Euro ausgeben. Mit welchem Betrag sollte man eurer Meinung nach für eine vernünftige Einsteigeruhr im Bereich der mechanischen Uhren rechnen?

Peter: Das hängt immer von den eigenen Ansprüchen ab. Am Ende des Tages muss von vornherein klar sein, dass es sich bei einer mechanischen Uhr um einen Luxusgegenstand handelt. Deshalb ist es hier schwer in Vernunftbegriffen zu argumentieren.

Longines Heritage Diver 1967 Chronograph (Ref. L2 808 4 52 6)

Ein Price-Point, der sich aber gerade für die Anschaffung einer ersten mechanischen Uhr anbietet, ist jener im hohen dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich. Hier bekommt man bereits mechanische Uhren von etablierten Herstellern mit Schweizer Qualitätswerk.

Ihr könnt sicherlich Empfehlungen für mechanische Uhren aussprechen. Was wäre eure persönliche Top Drei Auswahl für Einsteigeruhren und warum?

Philipp: Zuallererst möchte ich hier die Omega Speedmaster Professional Moonwatch zu nennen. Sie war die erste Uhr auf dem Mond, gilt als die meistgetestete Uhr der Welt und wird auch noch in Jahrzehnten genauso aussehen wie heute. Auch stilistisch bietet sie sich als Einstiegsuhr an: Sie vereint ein sportliches Design mit farblichem Reduktionismus, was sie bei so gut wie jedem Anlass zum passenden Begleiter macht.

Junghans Max Bill

Erwähnen möchte hier auch zwei Uhren deutscher Hersteller: Bei der Junghans Max Bill handelt es sich um ein Design, das seit mehr als einem halben Jahrhundert nicht an Aktualität eingebüßt hat und auch in ferner Zukunft den Geschmack der Menschen treffen wird. Das Bauhaus-Fashion-Accessory!

Rolex Submariner (Ref. 114060 0002)

In dieselbe Kerbe schlägt auch Nomos. Neben seinen minimalistischen Designs ist Nomos vor allem bekannt für ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis und eine gleichzeitig hohe Fertigungstiefe. So werden bei Nomos nicht nur die Uhrwerke selbst, sondern auch deren wesentlichste Bestandteile inhouse produziert. Das vielleicht bekannteste Modell der Marke und gleichzeitig eine der klassischen Einsteigeruhren ist die Nomos Tangente.

Gehen wir Mal ans andere Ende der Preisskala. Wenn Geld keine Rolle spielt, welche Automatikuhr darf es sein?

Philipp: Patek Philippe Nautilus 5980

Peter: Wenn es denn eine neue Uhr sein soll, ein ewiger Kalender von Patek Philippe.

Titelfoto: Omega Seamaster 300 Master Co-Axial (Ref. 233 30 41 21 01 001)

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