Buchempfehlungen, gibt es so etwas noch? Anscheinend. In der Tat lese ich selbst ziemlich viel, vor allem natürlich online. Bevorzugt Blogs, Newsletter oder Artikel auf Medium.com – für mich eh eine der Hauptanlaufstellen, wenn ich interessante Beiträge zum Lesen suche. Aber in der Tat landet auch regelmäßig das ein oder andere Buch auf meinem Schreibtisch. Daher findet man in unserem Bücherregal meist auch eine ziemlich breite Auswahl an Genre vor. Egal ob Krimi, Thriller, Biografie, Studie oder Roman, irgendwie findet dort alles seinen Platz.

Aus diesem Grund möchte ich zukünftig, in unregelmäßigen Abständen, kurze Buchempfehlungen aussprechen, die mich begeistert oder zumindest unterhalten haben. Es wird nicht immer die fordernde Biografie einer bekannten Persönlichkeit oder ein breit aufgestelltes Sachbuch sein, auch ein wenig seichte Kost, zum Abschalten wird mit dabei sein.

Titus Arnu – Nackt am Grill: Ein Mann geht an seine Grenzen

Nackt am Grill: Ein Mann geht an seine Grenzen von Titus Arnu – übrigens auch der Hauptcharakter des Buches – handelt von der nicht ganz so ernst gemeinten Rivalität zweier Freunde, die sich gegenseitig einen unterschwelligen Wettkampf im Alltag liefern. Ein Wettkampf, der stets das Ziel verfolgt der eigenen Midlife-Crisis zu entkommen, egal welche Herausforderungen dafür in Kauf genommen werden müssen. Doch bevor wir ein wenig tiefer eintauchen, ein paar Worte zum Autor Titus Arnu selbst.

Titus Arnu, Jahrgang 1966 – damit gut 20 Jahre älter als ich – war Chefreporter bei Glamour, Chef vom Dienst bei SZ Wissen und ist seit 2006 Reporter bei der SZ-Redaktion Panorama Für das SZ-Magazin, Geo Saison, Eltern, Brigitte, Elle und Vogue schreibt er noch heute als freier Autor. Er hat mehrere Bücher verfasst, darunter fünf Bände der „Übelsetzungen“ über Sprachpannen aus aller Welt, die zu Bestsellern wurden.

In seinem Buch „Nackt am Grill: Ein Mann geht an seine Grenzen“ scheint er die eigenen Erfahrungen während seiner Midlife-Crisis verarbeitet zu haben. Zumindest zeitlich passt es ganz gut. Kam das Buch doch 2010 auf den Markt, zu diesem Zeitpunkt war Titus Arnu 44 Jahre jung und dürfte seine Erfahrungen im Alltag bereits gemacht haben. So oder so, es weiß zu unterhalten.

Ein Blick ins Buch

Wie bereits erwähnt steht Titus Arnu als Hauptperson im Mittelpunkt des Buches „Nackt am Grill: Ein Mann geht an seine Grenzen“. Tagein, tagaus sitzt dieser an seinem Schreibtisch – doch irgendwann reicht es. Im Wettstreit mit seinem besten Freund Christian, kommt er immer mehr zu der Entscheidung, dass sich etwas ändern muss. Etwas mehr Abenteuer, Erlebnisse abseits des Alltags, einfach Mal die eigenen Hemmungen sausen lassen – alles Dinge die ihn antreiben und aberwitzige Situationen durchleben lassen.

„Und während beim Fußball in den zweiten 45 Minuten oft noch entscheidende, spannende Dinge passieren, geht es im Leben für die meisten Männer tatsächlich bereits ab 40 bergab – beruflich, biologisch, beziehungstechnisch.“ – Aus dem Kapitel: Die Midlife-Crisis, mein Kumpel und ich – Ein Wettstreit eskaliert

Damit es Titus nicht selbst so ergeht, stellt er sich verschiedenen Mutproben. Aber keine die im Handbuch für Männer mit Midlife-Crisis stehen. Falls es denn ein solches Handbuch gibt. Marathon laufen kann jeder, bei einem Gourmetmarathon hingegen, da zeigt sich der echte Sportsmann. Wie sich bereits erahnen lässt ist dann doch nicht alles so einfach in der Praxis umzusetzen, wie es sich Titus in der Theorie erdenkt. Nebenbei klärt er darüber auf, welche Rolle der Waschbrettbauch im Leben eines Mannes tatsächlich spielt und auf welche Art und Weise man versuchen kann, sich diesen anzueignen…

Ob das klappt oder überhaupt sinnvoll ist, das solltest du in den geschriebenen Zeilen von Titus selbst lesen. Für mich waren bereits die ersten Seiten äußerst unterhaltsam. Ein wenig muss man sich zwischendurch durchbeißen, gerade wenn Titus ein wenig zu übertreiben scheint. Übertreiben in der bildlichen Beschreibung der Situationen. Wem dies allerdings gefällt, ist mit diesem Buch ganz gut aufgehoben.

„Der Auftrag klang extrem gefährlich: Über dem Einsatzgebiet mit dem Fallschirm abspringen, erläuterte Q, einen kontaminierten Fluss überqueren, einen ehemaligen Atombunker durchsuchen, mit einem Luftkissenfahrzeug durch einen Sumpf heizen, einen Zahlencode knacken, Geheimdokumente sammeln und Lösungsbuchstaben notieren.“ – Aus dem Kapitel: Sag niemals nie – Mit Kompass und Pistole auf Agentenjagd

Mein absolutes Lieblingskapitel des Buches war definitiv „Sag niemals nie – Mit Kompass und Pistole auf Agentenjagd“ aus dem das zuvor aufgeführte Zitat stammt. Hier werden Kindheitsträume und die Vorstellung selbst als Geheimagent im Auftrag ihrer Majestät oder auch unserer Bundeskanzlerin, unterwegs zu sein, noch einmal genau in Augenschein genommen. Es zeigt sich schnell, dass nicht alles Gold ist, was glänzt und das der Agentalltag eben doch nicht nur mit Schönheiten Cocktail schlürfend am Pool verbracht wird. Auch wenn dies natürlich eine wunderbare Vorstellung ist.

Auch Titus muss das erkennen, selbst seine Stippvisite im Nudistencamp – aus dem namensgebenden Kapitel des Buches „Nackt am Grill – Party im Nudistencamp.“ – ändert daran nichts. Dem Alltag kann man nicht entfliehen, man kann ihm zwar kurzzeitig entkommen, aber dann fängt er einen doch wieder ein. Hierfür reicht meiner Meinung nach aber auch durchaus ein unterhaltsames Buch aus. Baggerfahrkurse, Agententrainings und ein Gourmetmarathon wären da wahrlich eher zweite Wahl. Auch Titus erkennt dies für sich.

„Ich richte mich gedanklich auf mein neues, geregeltes Leben ein und suchte nach Tätigkeiten, die möglichst friedvoll wirken. Origami vielleicht. Hinterglasmalerei oder Seidentücher färben – das wäre was. Stricken oder gar Häkeln schied aus, das erschien mir beides zu gefährlich, wegen der spitzen Nadeln.“ – Aus dem Kapitel: Gandhi oder Hotdog? – Neues über den Sinn des Lebens

Doch so ganz ist es für ihn und seinen Kumpel Christian noch nicht zu Ende. Vorher treten sich die Beiden im Ring noch gegenüber. Aber das solltest du am Besten selbst nachlesen…

Gepostet von Sebastian

Ich schreibe hier regelmäßig über Mode & Lifestyle. Wenn dir der Artikel gefallen hat, würde ich mich darüber freuen, wenn du ihm, trotz des Social-Network-Dschungels ein „Gefällt mir“ geben würdest.

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