Produkt- und Pflegekunde von Edelmetallen_Titel

1×1 der Produkt- und Pflegekunde von Edelmetallen

Schmuck ist so vielfältig wie das Metall aus dem er bestehen kann. Und wer hat sich dabei noch nicht die Frage gestellt welche Edelmetall-Wahl nun die Richtige ist? Grundsätzlich ist die Wahl des Edelmetalls natürlich immer eine Geschmacksfrage und nach wie vor sind Gold und Silber die bekanntesten und meistgebrauchten Edelmetalle. Generell sollte beim Erwerb eines Schmuckstücks- ob für sich selbst oder als Geschenk für einen geschätzten Menschen, immer kompromisslos auf die Qualität des Metalls geachtet werden.

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Da aber nicht ein jeder von uns auf diesem Gebiet mit Kompetenz glänzt, habe ich mir ein wenig Hilfe geholt, um ein wenig den Überblick der Produkt- und Pflegekunde von Edelmetallen zu bekommen. Damit der nächste Schmuckkauf für die Frau ein Erfolg wird.

Edelmetalle und ihre Zusammensetzungen

Hierzu hat sich das fachkundige Team der Goldschmiede Arntz, Meisterbetrieb aus dem Herzen Münchens, ein paar Gedanken gemacht und eine Übersicht über empfehlenswerte Legierungen und solche von denen aufgrund mangelnder Qualität eher abzuraten ist zusammengestellt.

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Gold

Alle verwendeten, hochwertigen, Gelbgoldlegierungen bestehen in der Regel aus Gold (Feingold), Silber (Feinsilber) und Kupfer. Da die vielen Zahlen und Angaben oft verwirren gleich vorweg: Der jeweilig angegebene Goldwert bezieht sich immer auf den Gesamtanteil Gold je Kilogramm.

  • Bei 750/- Gelbgold (18 ct.) handelt es sich um ein besonders hochwertiges Material mit dem gewünscht warmen Goldton, das sich sehr gut verarbeiten lässt und dabei ideale Eigenschaften für die Anfertigung von komplexeren Schmuckstücken mitbringt.
  • Mit dem 585/- Gelbgold(14 ct.), das im Ton etwas heller ist als die 750/-Legierung trifft man stets eine gute Wahl. Sie ist die gängigste Schmucklegierung und verbindet gute Eigenschaften in der Verarbeitung mit einem attraktiven Preis-Leitungsverhältnis.
  • Aufgrund seines geringen Gold- und hohen Kupferanteils bietet das 333/-Gold das schlechteste Preis-Leistungsverhältnis und neigt dabei aufgrund des hohen Kupferanteils sehr dazu unschön anzulaufen.

Oftmals beinhalten alte Legierungen, oder im Ausland gefertigte Ware statt Silber einen hohen Zinn Anteil. Dies mindert nicht nur den Materialwert- unter Goldschmieden oft als Edelmessing bezeichnet- sondern erhöht auch die Gefahr von Unverträglichkeiten und Allergien beim Träger.

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Varianten und Alternativen zum Gelbgold sind Weißgold, Rot- oder Roségold

Auch hier gilt: Je höher der (Gelb-)Goldanteil  in der Legierung desto höher ist die Qualität. Rotgold und Roségold bestehen wie Gelbgold aus Gold (Feingold), Kupfer und Silber (Feinsilber). Dabei ist der höhere Kupferanteil für die rote beziehungsweise rosé-Farbgebung verantwortlich. Je höher der Kupferanteil der Legierung ist, desto stärker neigt das Material dazu anzulaufen.

Auch hier gilt: 750/- & 585/-Rot-und Roségold sind die hochwertigsten Legierungen, die uneingeschränkt empfohlen werden können. 333/-Rot-und Roségold sind nicht empfehlenswerte Gold-Legierungen mit zu hohem Kupferanteil die einem als Kunden kein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

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Eine weniger bekannte, aber besonders hochwertige Alternative zu Gelb-Goldlegierungen, die Kupfer enthalten, ist das exotisch klingende Grüngold. Es besteht ausschließlich aus Gold (Feingold) und Silber (Feinsilber). Sein einzigartiger, hellgrün schimmernder Farbton ist traditionell bei der Fertigung von Grandl-Schmuck – so genanntem Jägerschmuck – beliebt.

Platin

Beliebt, antiallergen und dabei sehr selten ist der Materialnewcomer Platin. Erst seit etwa 100 Jahren wird dieses Material im Schmuckbereich verarbeitet. Ein Grund dafür ist der hohe Schmelzpunkt (1774°C) des Edelmetalls, der mit neuen Technologien und Verfahren heutzutage ohne weiteres zu erreichen ist. Durch die Spanier, die das Platin bei den Azteken kennen gelernt haben, kam es erstmals nach Europa. Die Spanier bezeichneten es abfällig als „Silberchen“ (Platina), da sie mit dem raren Metall, das nicht zu verarbeiten war, einfach nichts anfangen konnten.

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Die Seltenheit des Platins, die aufwändige Verarbeitung die es fordert  und die hohe Dichte – ein Schmuckstück in Platin ist deutlich schwerer als zum Beispiel in Gold – erklären die hohen Preise dieses Edelmetalls das mit 950/- Anteilen zusammen mit Kupfer und Palladium legiert wird.

Weißgold & Palladium

Eine bereits seit der Jahrhundertwende gerne gewählte Alternative zu dem sehr teuren Platin ist Weißgold. Dieses besteht aus Gold (Feingold), Palladium (einem Platinmetall) und etwas Silber (Feinsilber). Auch hier ist Vorsicht geboten bei im Ausland gefertigten Produkten oder alten Stücken. Sie enthalten oftmals minderwertige Metalle wie Nickel und Mangan die hochallergen sind.

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Palladium hat nicht nur den Vorteil dass es antiallergen ist, sondern auch den Wert der Legierung erhöht. Das Palladiumweißgold hat ein platinähnliches Grau, oxidiert nicht und ist sehr zäh.

  • Die empfehlenswerteste Weißgoldlegierung ist die 585/- bei 14ct. Sie besteht zu fast der Hälfte aus Palladium und behält beim Tragen stabil seine helle Farbe.
  • Weniger empfehlenswert ist das 750/- Weißgold mit 18 ct. Dieses besteht zu 75% aus Gold und nur zu ca. 15% aus dem „Weißmacher“ Palladium. Durch das Abnutzen der Rhodium Schicht, mit der das Metall überzogen wird um des „weiß“ erscheinen zu lassen, kann mit der Zeit ein unschöner Gelbstich des Metalls hervortreten.
  • Von 333/-Weißgold ist aufgrund der verschwindend geringen Menge verwendeten Goldes abzuraten. Hier ist es wert- und qualitätstorientiert besser, direkt Palladium zu verwenden.

Silber

Und natürlich darf bei den Edelmetallklassikern auf keinen Fall das Silber fehlen! Wie oft hört man da, dass Kunden unsicher danach fragen ob sich denn bitte auch kein Nickel im Silber befindet. Diese Sorge soll an dieser Stelle zerstreut werden. Bei verantwortungsvollen Goldschmieden kommt generell kein Nickel zum Einsatz.

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Auch befindet sich das oft starke Allergien auslösende Nickel nicht im Silber, weil es aufgrund seiner Materialeigenschaften keine direkte Verbindung mit dem Silber eingehen kann, sondern wurde vielmehr als minderwertiger, ummantelnder, Anlaufschutz verwendet.

Die heutigen, modernen, Legierungen bestehen aus Silber (Feinsilber) und Kupfer. Bei dem weltbekannten Sterling Silber handelt es sich um 925/- Silber das als Klassiker Standard-Verwendung in allen besonders hochwertigen Silberschmuckstücken findet. Es enthält gerade so viel Kupfer wie nötig, um eine gewisse Härtesteigerung und damit Stabilität zu erzielen.

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Die 800/-und 835/- Silber Legierungen sind sogenannte „alte Legierungen“ die aus der Zeit stammen als es sich aufgrund des höheren Silberpreises noch lohnte den Feingehalt etwas zu verringern. Diese Legierungen sind dunkler als Sterling Silber und neigen aufgrund des höheren Kupferanteils deutlich stärker zum Anlaufen.

Die richtige Reinigung & Pflege

Das Anlaufen wirft naturgegeben die Frage nach der richtigen Pflege des Schmuckstücks auf. Grundsätzlich gilt: Kein Material ist so hart das es nicht bei (längerem) Gebrauch auch Kratzer erhalten kann. Denn: Es gibt keine unzerstörbaren Metalle oder Oberflächen. Aber es gibt große Unterschiede bei der Widerstandskraft gegen normale Tragespuren, je nach Oberfläche und Metallart.

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So bedingt es sich durch das Tragen und Gebrauchen des Schmuckstücks, das polierte Flächen mit der Zeit matter erscheinen werden und matte Oberflächen glänzender. Seiden- oder Strichmattierungen, ebenso wie sandgestrahlte Stücke, nutzen sich leider relativ schnell ab- insbesondere bei Ringen – können aber entsprechend erneuert werden. Besonders haltbar sind strukturierte Oberflächen, die tief in das Material mit Hammer, Punzen oder sogar Fräser eingearbeitet sind. Die Widerstandsfähigkeit ergibt sich nicht nur aus der Tiefe der Struktur, sondern auch durch die damit verbundene Verdichtung der Oberfläche.

Damit man lange Freude an seinem Schmuck hat, wird empfohlen den Schmuck immer wieder durch zu tauschen und nicht über Nacht zu tragen. Natürlich kann man seinen Schmuck professionell reinigen lassen, aber mit einfachen Mitteln kann man diesen auch zuhause pflegen. Das Polieren des Schmucks mit einem weichen, fusselfreien Tuch, bei stärkerer Verschmutzung auch das Reinigen unter fließendem Wasser gegebenenfalls mit milder Seife erhalten Glanz und Farbbrillanz.

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Insbesondere bei Silberschmuck ist der beste Schutz vor dem unschönen Anlaufen das Tragen. Trägt man den Schmuck geraden nicht, dann sollte dieser möglichst Luftgeschützt in einem Kunststofftütchen oder einer abgeschlossenen Schatulle aufbewahrt werden. Auf die Lagerung im Bad sollte man aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit, die das Anlaufen noch begünstigt, verzichten.

Sollte der Schmuck doch einmal stark angelaufen sein, so kann man diesem auch mit Tauchbädern – erhältlich in Drogerien – zu neuem Glanz verhelfen. Hierzu verfährt man wie folgt:

  • Schmuckstück eintauchen und mit einer alten Zahnbürste vorsichtig schrubben
  • GRÜNDLICH unter fließendem, warmem Wasser abspülen
  • Am besten danach in Spiritus tauchen
  • Gut trocken föhnen

Dabei ist unbedingt zu beachten das Perlen, Koralle und Edelsteine wie Lapislazuli, Malachit, Opal, Bernstein und ähnliches  nicht in normale Tauchbäder dürfen. Es gibt spezielle Tauchbäder für diese empfindlichen Materialien. Idealerweise lässt man Schmuck mit diesen Materialien vom Fachmann reinigen. Alle harten, durchsichtigen – man sagt auch „glasartigen“ – Edelsteine, wie zum Beispiel Aquamarin, Beryll, Diamant, Onyx, Topas, etc. vertragen das Silberbad. Du siehst also, mann muss nicht „vom Fach“ sein um den eigenen Schmuck fachkundig auszuwählen und pflegen zu können.

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Solltest du dir dennoch Mal unsicher sein, hinsichtlich der Materialauswahl und richtigen Materialpflege, dann steht dir das Team der Goldschmiede Arntz im Kaufinger Tor, München zur Verfügung. Persönlich habe ich mich sehr über die interessanten Einblicke gefreut und bin gespannt, ob auch dir diese weiterhelfen.

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About Sebastian

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