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Reisekoffer kaufen – darauf solltest du bei der Wahl deines Koffers achten!

Mein Beitrag zum 1×1 des Koffer Packens setzt sich eher mit den Dingen auseinander, welche beim Urlaub auf jeden Fall in den Koffer gehören. Ob dies nun organisatorisch notwendige Dinge, praktische Alltagshelfer oder einfach stylische Kleidungsstücke sind, all dies wird im zuvor verlinkten Beitrag aufgegriffen. Aber eins habe ich in diesem nicht betrachtet, die Auswahl des richtigen Koffers und darum geht es heute: Worauf muss ich beim Reisekoffer kaufen achten!?

Die richtige Größe beim Reisekoffer kaufen

Fangen wir mit dem Offensichtlichen an, der richtigen Größe eines Reisekoffers. Hier sei jedoch gleich zu Beginn angemerkt, dass es eine einheitliche Koffergröße, wie beispielsweise bei Kleidung, nicht gibt. Sprich, bei einem Unternehmen zählen Koffer bereits ab einer Höhe von 71 cm zu den „großen Koffer“, während bei anderen Herstellern diese erst ab 77 cm zu den großen Koffern zählen. Daher darf man sich nicht blind auf diese Bezeichnungen verlassen.

Ein Maß, an welchem man sich orientieren kann, ist das Standardgurtmaß für Koffer. Dies gilt bei den Fluglinien für Koffer, ohne Kabinengepäck, und beträgt 158 Zentimeter. Alles was über diese 158 Zentimeter geht, wird als Übergepäck gehandhabt und kostet extra. Berechnen lässt sich das Gurtmaß eures Koffers wie folgt: Höhe + Breite + Tiefe = Gurtmaß. An einem praktischen Beispiel erklärt sieht das so aus: Ist ein Koffer also beispielsweise 65 cm hoch, 45 cm breit und 30 cm tief, dann beträgt sein Gurtmaß 140 cm und wird daher als normaler Koffer betrachtet.

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Dieses Standardgurtmaß sollte also zumindest für dich als Orientierung beim Reisekoffer kaufen dienen, wenn du vor hast mit dem Flugzeug in Urlaub zu fliegen. Ansonsten bestimmt dein eigener Anspruch die Größe deines Koffers. So empfiehlt es sich bei einem kurzen Wochenendausflug auf einen kleinen, handlichen Trolley zurückzugreifen. Auch bei kurzen Geschäftstrips reise ich persönlich nur mit einem Trolley, welcher ins Handgepäck passt. Geht es dann widerrum mit meiner Frau in Urlaub greifen wir auf ein entsprechend größeres Modell zurück.

Einige große Koffer kommen mit zig Spanngurten und Innenfächer daher. Mag auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen, manchmal ist zu viel aber einfach auch zu viel. Spanngurte lass ich mir noch gefallen, um die Kleidungsstücke ein wenig zu fixieren. Innenfächer sind aber kaum nötig, da man Accessoires, technische Gadgets und Co. auch wunderbar zwischen den Kleidungsstücken geschützt lagern kann. Oder man nutzt kleine Taschen, welche beispielsweise auch als Kulturtasche im Bad eine gute Figur machen.

Hier gilt es tatsächlich gut zu überlegen für welchen Zweck man den Reisekoffer kaufen möchte und wohin man mit diesem verreist. Bevor man sich nicht richtig entscheiden kann und auf einen zu großen Koffer setzt, würde ich mich persönlich eher für zwei Kleine entscheiden, da man hierdurch einfach flexibler ist.

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Auch das Material spielt eine Rolle

Beim Kauf eines Reisekoffers spielt neben der eigentlichen Größe des Koffers auch das verwendete Material eine Rolle und hier gibt es mehr als genug Auswahl. Daher gilt auch hier zu überlegen, auf welches Material man setzen sollte, wenn man sich einen Koffer zulegen möchte. Generell kann man festhalten, dass sich bei starker Beanspruchung ein Hartschalen-Koffer empfiehlt, mittlerweile können auch sogenannten Soft-Shell-Materialien einiges abhalten. Stark im Kommen sind 2016 Hybrid-Koffer, diese bieten die Vorteile beider Bauarten, kombiniert in einem Koffer.

Informationen zu den bekanntesten Materialien, aus welchen dein Reisekoffer bestehen kann, habe ich nachfolgend, alphabetisch geordnet aufgelistet.

ABS – Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat

Bei ABS handelt es sich um einen extrem haltbaren sowie kratzfesten Kunststoff, welcher sich allerdings nur bedingt recyceln lässt. Nach Wikipedia werden deutlich mehr als 50 % der ABS-Produktion in Westeuropa von der Automobil- und Elektroindustrie verwendet. Dies mag daran liegen, dass sich ABS gut zum Beschichten mit Metallen und Polymeren eignet. Eine Eigenschaft, welch es zum Beispiel möglich macht, eine verchromte Oberfläche auf einem Kunststoffteil zu erhalten, was hinsichtlich des Kofferdesigns durchaus eine Rolle spielen kann.

ABS-Polykarbonat

Der Name lässt vermuten, dass es sich hierbei um eine Verbindung aus ABS und Polykarbonat handelt. Dies ist auch sachlich richtig, was daran liegt, dass Polykarbonat für sich genommen vergleichsweise teuer ist. Daher wird bei Reisekoffern auf ein Laminat von ABS und Polykarbonat gesetzt, dieses zeichnet sich ebenfalls durch eine hohe Festigkeit aus, was das Material ideal für einen Hartschalenkoffer macht.

Aluminium

Ein Leichtmetall, welches zumindest mir auf den ersten Blick nicht als ideales Material für Koffer in den Sinn gekommen ist. Dennoch ist dieses Leichtmetall nahezu unverwüstlich, leicht und gut zu verarbeiten. Neben seiner Leichtigkeit schützt es den Kofferinhalt auch optimal gegen Schmutz, Feuchtigkeit und Stürze und behält dabei noch seine Form. Lediglich Stöße oder Schläge gegen den Koffer können zu leichten Dellen führen, ohne diesen jedoch dabei ernsthaft zu beschädigen.

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Curv

Es handelt sich hierbei um keine neue Smartphonebezeichnung, im Gegenteil, dieses Material besteht zu 100% aus Polypropylen und wird in Deutschland hergestellt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Verarbeitungsmethoden wird Curve in der Fertigung gewebt und ähnlich Carbonkarossen der Automobilindustrie in mehreren Lagen gepresst. Hierdurch erreicht das Material eine besonders hohe Schlagfestigkeit sowie Widerstandskraft gegen äußere Einflüsse, bei gleichzeitiger Flexibilität. Durch die spezielle Verarbeitung ist auch eine Bruchfestigkeit unter dem Gefrierpunkt gegeben.

HDPE

Dieses Material, ein Polyethylen, zeichnet sich durch eine hohe Kälte- und Hitzebeständigkeit aus und ist ebenfalls ausgesprochen schlag- und bruchfest. Allerdings bringt dieses einen deutlichen Nachteil mit sich, sein Gewicht. Dieses ist ausschlaggebend dafür, dass es bei Reisekoffern nicht zum Einsatz kommt, stattdessen wird es eher für Transportboxen genutzt.

Nylon

Ein Material welches für Weichgepäck wie Taschen oder leichten Koffern verwendet wird. Dieser synthetische Stoff setzt auf mehrere Fasern, welche zu einem Gewebe verbunden werden. Die Garnstärke des Gewebes wird in Denier angegeben, je höher die Denier-Stärke, desto reißfester ist der Stoff. Ein Punkt, welchen es bei der Auswahl des eigenen Koffers zu beachten gilt. Weiterhin ist das Material reißfest, strapazierfähig und wasserabweisend beziehungsweise besitzt dieses eine schlechte Saugkraft. Größter Pluspunkt dürfte allerdings das Gewicht sein, da Nylon mit zu den leichtesten, hier aufgeführten, Materialien zählt.

PC – Polycarbonat

Dieses Material gilt als eines der am weitesten verbreiteten Materialien bei Reisekoffern. Das Material ist in der Fertigung zunächst transparent, kann aber ohne Probleme eingefärbt werden. Neben seinem eher geringen Gewicht überzeugt es durch hohe Schlagfestigkeit und die gute Bruchsicherheit. Weiterhin behalten Koffer aus Polycarbonat auch bei hohen Temperaturen ihre Form. Reine Polycarbonat Reisekoffer sind sehr teuer, da auch der Preis des Rohmaterials ziemlich teuer ist. Daher findet man meist Koffer, welche auf eine Mischung aus PC mit anderen Stoffen setzen, am Markt vor.

Einen weiteren Vorteil, den man nicht unterschätzen sollte, mit Blick auf unsere Umwelt, ist der, dass sich Polycarbonat leicht recyclen lässt. Dadurch gibt es auch unterschiedliche Qualitätsstufen bei diesem Kunststoff. Dies liegt daran, dass die Materialreste bei der Produktion wieder eingeschmolzen und verwendet werden. Bedingt durch diese Tatsache sind die daraus hergestellten Produkte nicht mehr so bruchsicher.

PP – Polypropylen

Polypropylen ist ein Kunststoff mit sehr geringer Dichte, wodurch er sehr schlagfest und bruchsicher ist, aber trotzdem vom Gewicht her leicht bleibt. Koffer aus diesem Material werden in einem Spritzgussverfahren hergestellt. Dies kann man sich so vorstellen, dass flüssiger Kunststoff in eine Form gepresst wird und dort erhärtet. Hierdurch erhält man einen Koffer mit dünnen, widerstandsfähigen Schalen, welche keinen zusätzlichen Rahmen benötigen. Ein nennenswerter Nachteil von Polypropylen ist, dass bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt der Kunststoff spröde wird. Allerdings bedeutet dies nicht, dass Koffer aus Polypropylen direkt kaputt gehen.

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Schlecht gerollt ist besser als getragen

Für eine Sache kann man bei einem Reisekoffer immer dankbar sein: Rolle oder Reifen – wie du diese eben bezeichnen möchtest. Denn eine Sache habe ich gelernt, schlecht gerollt ist besser als getragen. Aber auch hier gibt es Unterschiede, welche man beim Reisekoffer kaufen beachten sollte.

So reichen bei kleineren Koffer durchaus zwei Rollen aus, um diesen von A nach B zu bewegen, je größer die Rollen, umso einfacher ist es den Koffer beispielsweise Treppen hochzuziehen oder längere Wegstrecke mit diesem zurückzulegen. Wird der Koffer größer empfiehlt es sich zudem auf vier anstatt zwei Rollen zu setzen, dadurch kann man diese nicht nur hinter sich herziehen, sondern auch stehend schieben. Kann unter bestimmten Umständen die bequemere Variante sein.

Bei vier Rollen gilt dann allerdings darauf zu achten, dass diese um 360 Grad schwenkbar und leichtgängig sind. Ist dies nicht der Fall sind die Rollen keine Erleichterung im Alltag, sondern eher eine Behinderung. Eine Sache, an welche man wohl beim Kauf eines Reisekoffers nicht denkt, ist die Frage, ob es auch Ersatzteile gibt. So kann es durchaus vorkommen, dass Rollen abbrechen. Hier ist es dann gut zu wissen wie einfach diese auszutauschen sind und ob man auch noch nach ein paar Jahren entsprechende Ersatzteile bekommt.

Sicher ist sicher – so schließt der Reisekoffer richtig!

Eine Vielzahl von Reisekoffern wird mit Reißverschlüssen oder mit Schnappschlössern geschlossen. Gerade bei letzterem ist darauf zu achten, dass dieser über ein sogenanntes Dreipunktesystem am Koffer befestigt ist. Hierdurch ist ein besseres Verschließen, sowie ein besserer und sicherer Halt gewährleistet. Wenn der Koffer mit einem Reißverschluss verschlossen wird gilt es auch hier auf Besonderheiten zu achten.

Es gilt das Reißverschlüsse leichtgängig und robust sein sollten, um sowohl ein sicheres als auch schnelles Schließen und Öffnen zu gewährleisten. Gerade die robuste Bauweise ist nicht zu unterschätzen, denn wer weiß wie schwierig es ist einen Reißverschluss an einer Jacke auszutauschen, der dürfte sich denken können, was für ein Spaß das erst bei einem Koffer ist.

Bereist man die USA würde ich zudem empfehlen darauf zu achten, dass der jeweilige Kofferverschluss das TSA Logo aufweist. Der große Vorteil an diesen Schlössern ist der, dass die amerikanischen Zollbeamten einen Generalschlüssel haben, welcher es erlaubt den Koffer zu öffnen und zu schließen, ohne diesen mit Gewalt aufzubrechen. Was übrigens deren gutes Recht ist, wenn man nicht auf ein entsprechendes TSA Schloss setzt – das nur am Rande.

Aber keine Angst, diese TSA Generalschlüssel sind nicht im Handel erhältlich und werden auch nicht jedem Sicherheitsbeamten in die Hand gedrückt. Daher kann man sich zumindest sicher sein, dass nicht jeder an den eigenen Kofferinhalt kommt.

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Tragegriff – darauf gilt es beim Reisekoffer kaufen zu achten

Obwohl wir unseren Reisekoffer lieber rollen als tragen sollte dieser natürlich dennoch über einen solchen Tragegriff verfügen. Hier bieten vor allem stufenlos arretierbare Teleskopgriffe den größten Komfort. Gerade bei höherwertigen Reisekoffern ist diese Art Griff Standard und lässt sich bedingt dadurch jeder Körpergröße anpassen.

Was man allerdings bei Koffern auch immer häufiger sieht sind sogenannte Monoteleskopstangen. Funktionell haben diese keinen Vorteil gegenüber dem bereits erwähnten Teleskopgriff, hier ist eher der optische Faktor ausschlaggebend. Bei einem kleinen Koffer sollte man noch darauf achten, dass dieser einen zusätzlichen Boden- oder Seitenhandgriff besitzt, dies erleichtert das Tragen im Alltag um einiges. Gerade wenn es Mal schnell gehen soll, beispielsweise beim Umsteigen von einem Zug in einen anderen.

Innenausstattung & Aufteilung – weniger ist mehr

Für mich persönlich gilt hinsichtlich der Innenausstattung und Aufteilung eines Koffers: „weniger ist mehr“. Sprich, ich habe lieber ein großes Fach, welches im besten Fall noch mit ein oder zwei Packriemen ausgestattet ist, um Kleidung und Co. zu fixieren. Aber ansonsten ist keine weitere Einteilung notwendig. Hierfür nutze ich dann lieber kleine Taschen und Behälter.

Worüber man sicherlich streiten kann ist eine Innentasche, welche über einen Reißverschluss geschlossen werden kann. Dies hat den Vorteil, dass Kleinteile immer an Ort und Stelle zu finden sind. Kann durchaus auch praktisch sein.

Ansonsten raten auch Reise-Experten dazu nicht auf allzu kleinteilige Taschen und Fächer zu setzen. Denn im Zweifel sollte man lieber einen großen Innenraum wählen, als sich mit Aufsätzen und Bändern herumzuärgern. Ist aber sicherlich Geschmackssache, was bevorzugst du – viele Innentaschen und Aufteilungsmöglichkeiten oder nicht?

About Sebastian

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