1×1 der Rasur – richtig rasieren, so geht es!

In diesem Beitrag möchte ich euch das 1×1 der Rasur ein wenig näher bringen. Hierfür beschäfftigt sich der Artikel mit verschiedenen Schwerpunkten. Angefangen bei der Frage warum man(n) sich eigentlich rasiert, über einen kurzen Einblick in die Geschichte der Rasur bis hin zu den verschiedenen Arten des Rasierens, gefolgt von einigen Tipps & Tricks zum richtigen rasieren.

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Man lernt nie aus – so jedenfalls ist mein Zugang zu diesem Thema. Die Pflege der Gesichtsbehaarung durch richtiges Rasieren ist ein wesentlicher Bestandteil des Auftretens und einer der ersten und fundamentalsten Eindrücke nach außen überhaupt.

Doch nicht nur die Art und Weise, wie die Natur den Einzelnen durch Gesichtsbehaarung ausstattet, wird gnadenlos an der Miene abgelesen. Auch tiefere Eindrücke über die Körperpflege und des Zeitgeistes liegt in der Gestaltung des Bartes, der durchaus auch durch vollständige Entfernung zu glänzen vermag.

Hochaktuell bleibt auch das Belassen kleinerer, schon beinahe künstlerisch geschwungener, Reste: das Spitzbärtchen am Kinn, symmetrische Umrandung der Mundpartie oder sonstige Modeerscheinungen verleihen dem Mann von heute den Hauch des Junggebliebenen oder auch des „Underdogs“, der gerade einem ansonsten perfektioniertem Stil das gewisse Etwas verleihen kann. Hier gilt aber: lieber zu wenig als zu viel.

Wesentlich ist wohl für jedermann die konkrete Gestaltung des Barthaares beim Rasieren in Verbindung mit dem eigenen Gesicht. Dabei sollte einem bewusst sein, welche Formen bestimmte Stellen kaschieren können, bei wem dies vorteilhaft ist und bei wem nicht. Im Grunde kann gesagt werden, dass es viele Möglichkeiten für optische Verbesserungen gibt – etwa große Poren, Akne-Narben oder Pigmentflecken verschwinden auf einfachste Weise unter der Gesichtsbehaarung.

Aber auch die Form einer Schwingung an Kinn, Schläfe oder Backenknochen erzeugen den ganz eigenen Stil: modern, klassisch oder der eher raue Drei-Tagesbart? Je nach Typ überzeugt individueller Stil, wobei jedoch nichts auf mangelnde Pflege hindeuten soll – auch der Drei-Tagesbart braucht seine Behandlung, um ästhetische Wirkung zu behalten. Ich bin so gesehen für Flexibilität – was nicht bedeuten soll, dass ein Mann mit permanenter Stiltreue für sich nicht richtig läge.

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Die Gesichtsrasur des Mannes im historischen Kontext

Muschelschalen, Haifischzähne, Steinmesser – schon im 6. Jahrtausend vor Christus setzte man alle möglichen Mittel als „Rasurschaber“ ein, davon zeugen archäologischen Funde aus diversen Steinen, die später aber von ausschließlich harten Steinarten abgelöst wurden.

Im 4. Jahrhundert bereits setzten die Ägypter auf Gold und Kupfer, die Römer auf Bimsstein. In Südamerika rupfte man dagegen die Barthärchen einfach aus. Die Künste des Barbiers setzten sich in allen Breitengraden durch, die gerade im arabischen Raum heute noch angeboten werden. Aber auch bei uns freuen sich die Friseurmeister, ihr Handwerk beim Bart des Mannes einzusetzen und zeigen immer wieder neue Behandlungsmöglichkeiten und Ergebnisse auf.

Das typische Handwerkszeug von heute ist im Vergleich viel breiterer Natur – während die Technik und verschiedene Verfahren von unterschiedlichen Wirkungsweisen und Vorteilen begleitet werden, blieb aber die Standardausstattung schon lange Zeit gleich: Richtig rasieren wird nach wie vor mit Rasierseife, Rasierschüssel und Rasierpinsel verbunden.

Der Alaunstift gehört meiner Meinung nach auf jeden Fall dazu. Alles andere reihe ich einmal unter „hilfreich, aber nicht nötig“ – ein Spiegel zum Vergrößern bringt, zumindest bei mir selber, immer ungleich bessere Ergebnisse und ist wohl auch allgemein anzuraten.

Warum man mit der Marke „Gillette“ sofort die hochwertige Rasur verbindet, hat einen guten Grund: Eine Erfolgsgeschichte und anhaltende Innovation zur Rasur erhielt dadurch einen Namen. Im Jahre 1895 war nicht nur die Idee von Komfort und Sicherheit beim Rasieren geboren – auch „The Gillette Company“ selber hatte dazumal bereits ihren Ursprung: Der amerikanische Erfinder King Camp Gillette (1855-1932) war wohl vom damals notwenigen, permanenten Schleifen des Rasierers genervt – und skizzierte kurzerhand den ersten Einwegrasierer aus dünnem Stahl, der in Form einer Rasierhobel beidseitig geschliffen war und nach der Verwendung entsorgt werden kann.

Aber erst sechs Jahre später konnte ein Produzent vom angedachten Werk überzeugt werden. Dann aber nahm der Erfolg seinen Lauf: Nach Beginn der Produktion mit einem Verkauf von 168 Stück waren es im Folgejahr bereits 90 000 und 1917 stattete die amerikanische Regierung all ihre Soldaten, mit nicht weniger als 36 Millionen Rasierklingen, aus.

Was heute aber kaum jemand noch weiß: Den ersten Einsatz elektrischer Rasierapparate haben wir nicht Herrn Gillette zu verdanken, das erste diesbezügliche US-Patent als Idee wurde später von John F. Rourke angemeldet. Heute stellt sich die Qual der Wahl, nicht nur für den Anfänger, der zumeist im wahrsten Sinne des Wortes als „blutig“ bezeichnet werden kann: Doch Information und ein klein wenig Sachkunde schaffen Abhilfe.

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Richtig Rasieren – die Arten

Die einzige sinnvolle Einteilung der aktuellen und empfehlenswerten Techniken ist meiner Ansicht nach die Nass- und Trockenrasur. Alles andere sind lediglich ihre Ausprägungen, während konkrete Vor- und Nachteile dieselbe Grundlage nach dieser Einteilung aufweisen.

Trockenrasur von heute – die bequeme Art

Um das Procedere der Trockenrasur in seiner Gänze zu verstehen, muss man wenigstens einmal „in die Tiefe“ gehen und sich informieren. An dieser Stelle sei zu versichern: sie ist die günstigere Variante. Dabei besteht eine nur geringe Chance, sich bei der Rasur selber zu verletzen. Als rasche und komfortable Prozedur punktet sie außerdem, wenngleich in ergebnisorientierter Hinsicht ihr Pendant, die Nassrasur, viel mehr hergibt. Ich setze sie gelegentlich dann ein, wenn die konkreten Erfordernisse dafür sprechen. Weitere Informationen zur Trockenrasur findet ihr in diesem Artikel.

Der Perfektionist und Nassrasur

Gründlichkeit und Sauberkeit im Ergebnis, welches immerhin im Gesicht gnadenlos zur Schau gestellt wird, zeichnen erkennbar die Anwender der Nassrasur aus. Selbst der strengste Bartwuchs lässt sich so unter Kontrolle bringen und bändigen – doch Vorsicht: Nichts für Menschen ohne ruhige Hand oder unter massivem Zeitdruck, die Verletzungsgefahr ist dabei höher als bei der Trockenrasur.

Man kann ruhig bei eingeschränktem Zeitbudget zwischendurch auf diese schnellere Art zurückgreifen und erst zu späterer, ruhiger Stunde, dem Perfektionismus beim Rasieren seine ganze Aufmerksamkeit schenken. Darum bin ich ein Verfechter der flexiblen Gestaltung bei der Bartpflege: Wer seine Grundausstattung auf beide Arten des Rasierens ausrichtet, ist klar im Vorteil.

Requisiten für alle Fälle

Zeit ist Geld, gerade am Morgen, wenn der perfekte Auftritt gefordert ist und der Morgenhygiene nicht alle Zeit der Welt geboten werden kann, sollte alles griffbereit sein. Die Grundausstattung für alle Eventualitäten ist auch nicht teuer – macht sich aber bezahlt. Doch: Trockenrasierer – Nassrasierer, Rasiermesser, Bartschneider, Rasierapparat, Elektrorasierer und Rasierhobel, all diese Gebrauchsgegenstände und ihre Unterschiede müssen einem bekannt sein und jeder sollte für sich überlegen, inwieweit sie für die individuellen Ansprüche in Frage kommen.

Tipps & Tricks zum richtigen Rasieren

Es muss nicht immer die eigene, vielleicht auch noch blutige, Erfahrung sein, wonach der Tagesablauf beim Rasieren ausgerichtet wird. Eines ist klar: Angewöhnung beim richtig Rasieren ist wichtig, die Vorgänge automatisieren sich und auch neue Handlungsmuster können weniger Bewährtes binnen kurzer Zeit ablösen.

Einige Tipps und Tricks besitzen Allgemeingültigkeit und sollen wenigstens bekannt sein und in Betracht gezogen werden. Gerade junge Männer, deren Haut sich noch nicht an das neue Ritual gewöhnen konnte, werden mit den lästigsten Fragen konfrontiert – rote Stellen als Hautirritationen, möglicherweise sogar Pickel und kleinere Schnittwunden müssen auch bei ihm nicht sein.

Klar ist aber, dass jeder Mensch anders ist und unterschiedliche Reaktionen auf die verwendeten Essenzen sind völlig natürlich. Bis man die passende Kombination für sich gefunden hat, kann es beim Einen oder Anderen etwas dauern.

Vorab eine heiße Dusche?

Nicht nur der generelle Ablauf bei der Morgenhygiene spricht für vorheriges Duschen, auch die Haut selber reagiert auf diesen Einfluss: Bei Wärme und Dunst öffnen sich die Poren, das Barthaar wird weicher. Dieser Effekt hat zur Folge, dass die Prozedur viel sanfter durchgeführt werden kann.

Die richtige Rasur

Der Druck auf den Rasierer bestimmt das Ergebnis. Dabei hat jeder Rasierer sein Eigengewicht und benötigt keine zusätzliche Kraftanwendung, um effizient zu arbeiten. Darum gilt als strenge Grundregel: Niemals fester aufdrücken! Besser ist es, ein zweites Mal zu rasieren um saubere Ergebnisse zu erhalten.

Oft ist es erst der zweite Durchgang, der seinen Sinn zu machen scheint. Festes Aufdrücken gewöhnt man sich aber rasch ab, wenn die sensible Gesichtshaut seine schmerzhaften und unschönen Erfahrungen damit gemacht hat.

Der zweite Durchgang: „Quer zum Strich“

Quer zum Strich bedeutet, etwa beim Wuchs von oben nach unten, dass der Rasierer vom Ohr kommend in Richtung Nase geführt wird. Dabei ist es reine Gefühlssache, ob man lieber von links nach rechts oder umgekehrt arbeitet. Dieser Schritt ist es, der die Genauigkeit ausmacht. Der erste Durchgang dagegen muss immer mit dem Strich erfolgen.

Seife, Stick oder Schaum aus der Dose?

Hier kann der einzige Trick darin liegen, sich mit allen Möglichkeiten vertraut zu machen und den persönlichen Vergleich zu wagen. Was des Einen gut und teuer ist, kann dem Anderen den letzten Nerv kosten. Anfänger sollten zumindest zu Beginn mit hochwertigeren Produkten arbeiten und erst später den Kostenfaktor in die Auswahl enger mit einbeziehen.

Die anschließende Pflege der Gesichtshaut

Im Kaufhaus bieten sich die buntesten Angebote zur anschließenden Hautpflege. Das Aftershave gilt als Must-Have und so ist es auch richtig. Grundsätzliche Skepsis bei Produktangaben ist völlig richtig und nie fehl am Platze, doch der Bedarf ist auch von Balsam zu befriedigen – für manche sogar sind andere, hautverträglichere Mittel sogar anzuraten.

Alkohol und Parfum schockiert vielleicht gerade die junge Männerhaut und bringt mehr Schaden als Nutzen. Desinfektion kann auch anders und gezielter erfolgen: diverse Arten von Balsam sind auf spezielle Anforderungen ausgerichtet und insbesondere der Anfänger sollte vorerst auf solche Mittel zurückgreifen. Der erste Schritt lautet daher: Information, je breiter desto besser. Unerwünschte Nebenwirkungen der täglichen Rasur sind nur so dauerhaft vermeidbar.

Weitere Informationen

Hoffentlich hat euch dieser Beitrag einen ersten Überblick über die Rasur und das richtige rasieren gegeben. Weitere, vertiefende Beiträge dieser Art folgen in Zukunft und sollen euch somit nach und nach zum wahren Rasur-Profi werden lassen. Über Kritik und Anmerkungen zum Beitrag bin ich dankbar, auch dürft ihr gerne eure eigenen Tipps und Tricks zum richtigen rasieren mit uns in den Kommentaren teilen.

Im Blog selbst sind auch schon einige Beiträge zum Thema rasieren und Rasierer erschienen, diese findet ihr nachfolgend nochmals aufgelistet.

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Fotos: #67148580 © kantver // #65824352 © B. Wylezich // razor – mjtmail (tiggy)

7 Kommentare

    • Danke Basti für den Hinweis, kannte ich bisher noch nicht. Hatte allerdings bisher auch noch nicht so Probleme mit Rasierpickel, behalte es aber im Hinterkopf, falls diese doch Mal auftreten sollten.

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