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Schuh-Guide: Monk

Halbschuhe für den Herrn haben nicht erst seit heute viele Gesichter – eine besonders beliebte Art ist der „Derby“, der allerdings mit Schnürsenkel für eher umständliches An- und Ausziehen bekannt ist. Weitaus einfacher im Alltag ist die Ausführung mit Riemen: Der Monkstrap, kurz Monk genannt, steht für Komfort und praktisch rasche Handhabung. Der Name dieses Schuhs mag manche Menschen im deutschsprachigen Gebiet wohl verwirren, heißt er übersetzt zwar nichts anderes als Mönch, so erinnert er wohl eher an eine aktuelle Fernsehserie mit eben dieser Bezeichnung.

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Die Geschichte des Monks

Als Vorreiter des Monkstraps gilt das einstige Schuhwerk alpenländischer Mönche, welche ebenfalls schon mit Riemen verschlossen wurden. Ob diese Vorläufer durch Praktikabilität gezeichnet waren oder eher mangels Alternativen in Anspruch genommen wurden, ist eine andere Frage. Die Gemeinsamkeit dieser beiden Arten ist aber auch generell hinkender Natur: Lediglich bei diesem Punkt, riemenähnlicher Verschlüsse, herrscht Übereinstimmung.

Näher liegt die Annahme, dass so manche Region mit seiner einstigen Innovation doch etwas zu übertreiben vermag. Denn Schuhe im Sinn von heute wurden überhaupt erst einige Jahrhunderte später erzeugt und die Erfindung des Monkstrap fand davon unabhängig statt. Auch verlief der Riemenverschluss dieser Mönche nicht von innen nach außen, sondern umgekehrt, mündete in einer Schlaufe und verlief noch Richtung Fußspitze – insofern von einem Vorreiter zu sprechen, ist vielleicht etwas gewagt.

Und doch: Wie der Mönch von damals so erfreut sich auch der Mann von heute über die – aktuell gewiss komfortablere – Machart als sie bei Schnürsenkel vorzufinden ist. Einen Vergleich war damals jedoch unbekannt und vermutlich war man anno dazumal überhaupt froh, eine adäquate Fußbekleidung vorweisen zu können. Der erste richtige Beleg über die Erzeugung eines Monkstraps stammt aus dem Jahr 1901.

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Wie definiert sich der Monk?

Die Basis des Schuhs orientiert sich an dem weitverbreiteten Derby. Dabei handelt es sich um einen Schaftschnitt der klassischen Art. Während der Monkstrap durch seinen Namen moderne Akzente zu verleihen scheint, ist es doch ein altbewährter Klassiker, der durch zeitlose Eleganz seine Beliebtheit sichert und dabei Alltagsfähigkeit unter Beweis stellt. Er besteht aus einem Vorderteil und zwei sogenannten Quartieren als Seitenteile, die es – je nachdem, ob es um einen Derby oder ein Monk handelt – mit Schnürsenkel oder Riemenverschlüssen zu schließen gilt.

Dieser Schnitt wurde beim Monk um den Komfort einfacherer Handhabung angereichert und tut der Seriosität keinen Abbruch. Seitlich an der Fersennaht verlaufen die Schaftteile, welche am Vorderblatt vernäht wurden. Mit einer Verstärkungsnaht wird die Qualität abgesichert und beugt raschem Verschleiß adäquat vor. Abrisse können sich so nicht ergeben. Im Gegensatz zum Oxford-Schuh sind diese beiden Teile gewollt, während dort lediglich ein ganzer Materialeinsatz seinen Zweck erfüllt.

Der Monkstrap ist so bequem mit seinen Riemen zu schließen und zu öffnen, wodurch sich im Vergleich ein nicht unwesentlicher Zeitgewinn ergibt. Gerade im stressigen Alltag ist zu einem Paar für alle Fälle anzuraten. Es gibt so gut wie keinen Erzeuger, dem die anhaltende Beliebtheit des Monks unbekannt ist und so findet man ein reichliches Repertoire an diesen Schuhen vor.

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Werden zwei Riemen eingesetzt, handelt es sich um einen „Doppelmonk“ oder „double strap“, der sich lediglich in seiner Optik abgrenzt. Qualitative Unterschiede werden dadurch nicht verursacht, vielmehr ist es eine bloße Frage des persönlichen Geschmacks. Monks werden mit anderen Verzierungen kaum aufgewertet, immerhin sind die Riemen bereits ein kleiner Aufputz und alles andere würde überladen wirken.

Manche Erzeuger schaffen im Einzelfall Ausnahmen aber letztlich wird die Entscheidung vom Träger getroffen, demnach er seinen Auftritt bewusst gestalten kann. Vorsicht sei aber geboten. Verzierte Flügelkappen können durchaus beeindrucken, sind aber auch eher selten anzufinden und müssen stilistisch sorgfältig aufbereitet sein.

Eine besondere Ausprägung des Monks ist die Form des Halfbrogues. Lochverzierungen im Schaft setzen seriöse Akzentuierung und sind im Sommer eine schöne Aufwertung eines jeden Hosenbeins. Hierzu kombiniert sich etwa ein leichter Leinenanzug besonders gut und der Träger strahlt eine legere Lässigkeit aus, die sowohl im Geschäftsleben und in der Freizeitgestaltung einsatzfähig ist.

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Die Riemen-Form beim Monk

Der Riemen und sein Verschluss, also die Riemenschnalle selber, sind die Hauptakteure im Charakter des als eigenwillig geltenden Schuhwerks. Sie sind, je nach Erzeuger und Modell, eckig oder rund, glatt oder akzentuiert und durchaus auch mit Kontrasten erhältlich. Dabei ist Silber und Gold noch zulässig. Eine unterschiedliche Farbausführung könnte das Maß an Seriosität bereits überschreiten – und doch weiß man nie, was die Modewelt von morgen bringt. Heute lässt sich aber gesichert feststellen: weniger ist mehr.

Der Monk und seine Verwendung

Der Frage nach der Verwendung ist mit einer ziemlich ungewöhnlichen Antwort zu begegnen: Schmal geschnittene Hosenbeine des Trägers sind Merkmal der richtigen Kombination. Unwesentlich dagegen ist der Stil des Gesamtoutfits: Ja, es darf der feine Anzug sein – ja, es dürfen Jeans sein. Der Schnitt und Länge machen das Ergebnis. So sollen lediglich die Riemen nicht verdeckt werden. Nur bei besonders offiziellen Anlässen sollte man zur Sicherheit eher auf Oxford oder Derbys zurückgreifen.

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Weitere Bedingungen zur Stilsicherheit

Aufgrund des Augenfangs der Riemen, welche gewiss auffälliger als der traditionelle Schnürsenkel sind, ist Vorsicht geboten: Weitere Verzierungen sind wie schon gesagt mit Vorsicht zu genießen. Aber auch die Farbauswahl setzt Grenzen: Dunkelrot gilt als Maximum an auffälliger Farbauswahl. Dunkelblau, braun/beige und schwarz bilden den Rahmen, welcher nicht überschritten werden sollte.

Dem Monkstrap wird zugesagt, gewissermaßen konservative Gemüter herauszufordern. Daher gilt es, diesen Eindruck nicht zu verstärken und das Gesamterscheinen mit keiner zusätzlichen Schärfe zu versehen. Wer keinem allzu konservativen Gesamtbild verpflichtet ist, verwendet den Monk auch im Geschäftsleben und findet in ihm einen guten und verlässlichen Partner auch im Privatleben. In der ausgewogenen Garderobe des Herrn von heute sollte der Monk deshalb nicht fehlen.

Weitere interessante und für den modernen Mann passende Schuhe findest du auf folgender Seite: Herrenschuhe – eine Übersicht.

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Copyright Fotos: Melvin & Hamilton

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