Farben im eigenen Outfit richtig zu kombinieren ist nicht gerade eine Einsteigerdisziplin im Fashion-Bereich. Erste Grundlagen zu Kombinationsmöglichkeiten habe ich mit dem zuvor verlinkten Beitrag bereits gelegt. Doch damit dies überhaupt erst einmal möglich ist benötigt man natürlich auch ein paar farbige Kleidungsstücke im eigenen Kleiderschrank. Mit weißem T-Shirt, blauer oder schwarzer Jeans und vielleicht einer dunklen Jacke kommt man schließlich nicht weit. Was man wie miteinander kombinieren kann, habe ich im Beitrag: Acht angesagte Styles für den Herbst/Winter 2017 aufgezeigt. Nun geht’s aber an die Farbpalette.

Eins sollte vorab bereits klar sein, selbst die Schlüsselfarben im Herbst/Winter 2016 sind in diesem Jahr noch angesagt. Man muss also nicht immer dem Trend vorauseilen oder mit diesem mithalten. Im Gegenteil, folgt man Grundsätzen wie: „helle Farben wenn es warm ist, dunkle Farben wenn es kalt ist“ – macht man schon mal nicht alles verkehrt.

„Life is beautiful in all its colors, even the darker ones, they’re here for a reason.“ – Chris Martin

Burnt Orange – ein dunkler Orangefarbton

Einen kräftigen, aber dennoch dunklen Orangeton sollte man in der eigenen Garderobe wiederfinden. Weg vom knallig, bunten Orange, hin zu einem eher gesetzten, klassischen Farbton, der dennoch zu überzeugen weiß. Farblich ist er sicherlich mit dem letztjährigen angesagten Kupfer-Farbton zu vergleichen. Denn wie dieser Farbton lässt sich auch Burnt Orange in einer Vielzahl von Möglichkeiten in den eigenen Look mit einbringen. Mal offensiv und als wahrer Blickfang gedacht, ein anderes Mal lediglich zur Abrundung des gesamten Outfits.

Im Idealfall trägt man es in Looks, die von den 70er Jahren inspiriert sind. Persönlich kann ich mir den Farbton sehr gut an einer klassischen Herrenweste oder einem dünn gestrickten Pullover vorstellen. Wer sich meinen Second-Hand-Kleidung Anfänger-Guide angesehen hat, der wird sicherlich auch hier bei einigen Stücken fündig, die im Alltag zu überzeugen wissen. Experten bezeichnen den Farbton als „New Neutral“ der Saison – was daher rührt, dass sich dieser gut mit den Standardfarben des Winters stellt: Schwarz, Marine, Grau und Weiß.

Grün – schlicht und einfach Grün

Grün kann man durchaus im Winter tragen. Gerade dunkle Grüntöne bieten in der kalten Jahreszeit eine gute Alternative zum dunklen Schwarz und Blau. Dem Farbton merkt man seine Verbundenheit zu erdigen Farbtönen an, ohne diese direkt aufs Auge gedrückt zu bekommen. Zudem steht gerade ein dunkles Militärgrün doch irgendwie für Männlichkeit. Im Gegensatz zum Vorjahr – wir erinnern uns ein helles, frisches Spruce (Fichtengrün) – wird’s dieses Jahr eine Spur dunkler in der Garderobe. Am besten lassen sich grüne Oberteile mit einer schlichten Khaki-Hose tragen. Schlicht, aber wohl gerade deshalb überzeugend.

Aber auch andere Kombinationen sind denkbar. Beispielsweise macht sich der erdige Grünton bei Taschen ganz gut. Aber auch ein Mantel in diesem Farbton, zu einem ansonsten eher monochrom gehaltenen Outfit gibt eine gute Figur ab. Gerade zu dem eher dunklen Grünton bietet sich eine Kombination mit Farben wie Grau, Schwarz und einem dunklen Blau an.

Weinrot – elegant und klassisch

Im Gegensatz zum letztjährigen kräftigen Rubinrot wird man nun häufiger ein dunkles, gesetztes Weinrot zu Gesicht bekommen. Der warme Farbton, wie man ihn von Merlot, Shiraz und Burgunder kennt, eignet sich wunderbar zur Kombination mit einer Reihe anderer Farbtöne. Durch seine tiefe, dunkle Farbe verleiht man dem eigenen Outfit eine gewisse Wärme und Tiefe. Der eigene Look wirkt dadurch spürbar wertiger. Den Farbton selbst findet man in der ganzen Produktpalette für den Mann vor. Angefangen vom simplen T-Shirt, über den Rolli bis hin zum Mantel.

Weintöne sollten nur mit Marine oder Schwarz getragen werden, und vielleicht ein Hauch von Grau, um einen Hauch Farbe zum Look hinzuzufügen. So bietet sich beispielsweise die Kombination einer schwarzen Jeans mit einem klobigen Strick-Pullover und einem weinroten Mantel durchaus an. Wer in Sachen Abendbekleidung ein wenig auftrumpfen möchte der tauscht den schwarzen gegen den weinroten Smoking aus. Muss man allerdings eine Spur mutiger dafür sein!

Winterweiß – ein wenig verwaschen

Ein wenig Verwaschen erscheint der Farbton Winterweiß, der entfernt an Beige, Creme, Stone und natürlich Weiß angelehnt ist. An sich ein äußerst neutraler Farbton, der sich in eine Vielzahl von Outfits einfügen kann. Meiner Meinung nach auch ein ganz guter Kompromiss, wenn man keine allzu hellen Farben im Winter tragen möchte. Dennoch sticht der Farbton hervor. Für mich würde hier vor allem der Farbton in Verbindung mit einem schlichten Pullover oder noch eine Spur dunkler als Mantel in Frage kommen.

Da der Farbton trotz seines eher dunklen Weiß dennoch sehr hell ist, empfiehlt es sich lediglich ein Kleidungsstück mit diesem Farbton zu tragen. Farblich kann man dazu sowohl eher dunkle Grautöne, als auch ein helles Braun und Rot tragen. Nicht unbedingt Weinrot. Kupfer und Burnt Orange dürften ebenfalls ganz gut dazu passen.

Mustard – aus dem Kühlschrank in den Kleiderschrank

Die Männermode Trends für den Herbst 2017 hatten es bereits angekündigt und nun bestätigt es sich. Senfgelb zieht langsam aber sicher in die Kleiderschränke moderner Männer ein. Farblich nicht ganz so auffällig und präsent wie das kräftige Zitronengelb aus 2016, aber dennoch ein Farbton der aufzufallen weiß. Die Farbe zeigt sich wunderbar bei Strickpullover oder auch feinen Wollpullovern. Dazu eine dunkle Chino für den gewissen Kontrast. Fertig ist ein stylischer Look.

Der Farbton passt gut zu anderen Farbtönen. Zudem bringt er ein wenig Farbe in den tristen Winteralltag, ohne direkt zu kräftig und aufdringlich zu wirken. Obwohl Mustard keine Primärfarbe ist, ist der Farbton stark genug, um am besten in einem ansonsten neutralen Outfit getragen zu werden. Im Zusammenspiel mit klassischen Herbstfarben wie Braun und anderen Erdtöne fügt sich Mustard sehr stimmig ein.

Braun – direkt auf den Punkt

Eine Farbe die direkt auf den Punkt kommt. Sicherlich kein absoluter Newcomer, aber dennoch war der Farbton in der jüngsten Zeit eher bei Schuhen und Gürteln zu sehen. Auf Kleidungsstücken war dieser eher die Ausnahme. Doch damit ist nun Schluss. Braun passt wunderbar zu den meisten Hauttönen. Zu dem lässt es sich mit verschiedenen Schattierungen des Farbtons bestens spielen. So muss man in der eigenen Garderobe nicht nur auf einen einzelnen Farbton setzen, sondern kann auf Farben wie: Tabak, Rotbraun und Schokolade bis hin zu weicheren Schattierungen von Karamell, Camel und Haferflocken zurückgreifen.

Ton in Ton im Farbton Braun kann durchaus eine Herausforderung sein, zumindest wenn man nicht direkt bei UPS angestellt ist. In Verbindung mit hellen Farbtönen wie Creme, Hellgrau sowie eher neutralen Farben kann Braun durchaus überzeugen. Beim Stoff darf man ruhig auf ein wenig Textur zurückgreifen, um es noch ein wenig mehr aufzulockern. Gerade grob gestrickte Stücke, Wollblazer, Fischgrät- oder Wildlederjacke schauen ganz vorzeigbar aus. In Verbindung mit kühleren Farbtönen wie einer dunkelblauen Hose oder einem weißen Hemd hat der Farbton seine besten Momente.

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Gepostet von Sebastian

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