Der Dresscode Smart Casual wird auch diesen Sommer wieder spürbar beeinflussen. Kleidungsstile sind einfacher nicht mehr ganz so stocksteif und festgefahren, wie es noch vor einigen Jahren der Fall war. Casual gibt den Ton an. Im Sommer kommt dann aber auch noch das erste Wort „Smart“ zum Tragen, schließlich muss Kleidung im Sommer nicht nur gut aussehen, sondern eben auch dafür sorgen, dass man sich in dieser wohlfühlt. Bestenfalls schwitzt man beim Tragen nicht oder zeigt es zumindest nicht.

Daher ist es umso wichtiger, dass man einige Kleidungsstücke hinzufügt, welche auf atmungsaktive Stoffe setzen. Damit der Übergang vom Büro zum Biergarten ohne Zwischenstopp an der heimischen Garderobe erfolgen kann. Als ultimativer Sommerstoff gilt dieses Jahr Seersucker. Einfach ausgedrückt handelt es sich bei Seersucker um ein leicht gerafftes Tuch, welches bequem auf der Haut aufliegt, vielseitig tragbar ist und vor allem luftig daherkommt. Was Seersucker nun allerdings genau ist, warum man es gerade im Sommer trägt und worauf man dabei achten muss, das erfährst du nachfolgend.

Was ist Seersucker?

Der Begriff Seersucker kommt von dem persischen Wort „shir o shekar“ und bedeutet soviel wie „Milch und Zucker“. Bei uns ist es als eine Art Krepp-Gewebe bekannt, das sich durch einen dreidimensionalen zerknitterten Oberflächeneffekt auszeichnet. Betrachtet man die Textur des Stoffes ein wenig genauer, fällt auf, dass ein glatter (meist der hellere Streifen) und ein gröberer (oft ein hellblauer) aufeinandertreffen. Diese Kombination lässt durchaus erahnen, wie der Stoff zu seinem Namen „shir o shekar“ gekommen ist.

Man unterscheidet im Alltag zwischen dem echten Seersucker sowie dem falschen Seersucker. Erstgenannter bildet seine „geraffte“ Oberfläche durch die unterschiedliche Spannung der Kettfäden beim Webvorgang. Der zweit genannte kommt zu seiner Oberfläche durch das nachträgliche Aufbringen faserquellende Substanzen. Der Knittereffekt kann durch kontrastierende Farben der Garne noch optisch hervorgehoben werden; wie im ersten Absatz bereits erwähnt.

Der Effekt wurde ursprünglich mit abwechselnden Seiden- und Baumwollketten erzeugt. Beim Waschen schrumpfte die Baumwolle, während die Seide in ihrem ursprünglichen Zustand verbleibt. Hierdurch entstehen die charakteristischen Falten des Seersucker. Heutzutage werden anstelle von Seide häufig Baumwollstoffe verwendet und es wird ein geschickter Wechsel von engeren und lockereren Kettfäden verwendet. Die hierzu verwendete Technik wird als „slack tension-weave“ bezeichnet. Hierbei wird einer der Baumwollstreifen dichter gewebt als der andere, wodurch er sich verzieht.

Dank seiner Struktur ist der Seersucker-Stoff – etwa im Zentimeter-Raster – bügelfrei und ist daher besonders beliebt für Bettwäsche, aber auch für Urlaubs- und allgemeine Sommerbekleidung und für Sommersakkos in Verwendung ähnlich dem hellen Leinenanzug. Wie eingangs bereits erwähnt überzeugt Seersucker als Material für sommerliche Kleidungsstücke vor allem dadurch, dass er dank seiner reliefartigen Oberfläche nicht vollflächig am Körper aufliegt. Hierdurch hält er die Sonnenwärme ab und ermöglicht die Luftzirkulation.

Seersucker an sich bringt zudem Vorteil mit sich, dass er nicht auf die gleiche Weise wie herkömmliche Stoffe knittert. Dies verleiht ihm zusätzliche Haltbarkeit und macht ihn ideal für Reisen. Somit bringt der Stoff sowohl funktionelle Vorteile, als auch eine optisch überzeugende Textur mit sich, die sich nicht verstecken braucht.

Seersucker im Sommer voll im Trend – Style-Tipps

Durch die zuvor aufgeführten Punkte wird Seersucker gerade im Sommer ein Must-Have für die wärmeren Monate. Handelt es sich doch um eine zeitgemäße, knitterfreie und wohl leichter zu tragende Alternative zu Leinen. Jedoch gilt es auf einige Dinge zu achten, wenn man sich dazu entscheidet Seersucker im eigenen Outfit zu tragen. Worauf es im Detail ankommt, habe ich für dich zusammengetragen.

Trage es nicht anders

Entscheidet man sich dafür Seersucker Kleidungsstücke in die eigene Garderobe einzubringen, dann sollte man nicht auf die Idee kommen diese anders zu tragen, wie andere Baumwoll- oder Wollversionen des gleichen Kleidungsstücks. Egal ob Anzug, Shorts oder Shirts – Seersucker Stücke werden nicht anders gestylt oder getragen.

Trägt man beispielsweise ein schlichtes Oxford-Shirt mit einem leichten Navy-Jacket, dann kann letztgenanntes auch ganz simpel gegen einen Seersucker-Blazer ausgetauscht werden. Beige Chinos und ein weißes T-Shirt funktioniert im Sommer wunderbar, aber auch ein T-Shirt mit der „shir o shekar“-Struktur schaut dazu gut aus.

Auf den richtigen Sitz kommt es an

Worauf man allerdings achten sollte, bei Kleidungsstücke aus Seersucker, ist die Passform. Durch seine eher auffällige Textur erlangen die Stücke zusätzliche Masse. Eine schlankere Passform sollte daher bevorzugt gewählt werden. Dies bedeutet nun nicht, dass Seersucker-Stücke hauteng anliegen müssen. Aber schlank geschnitten dürfen diese gerne sein.

Aufgrund der eigenen Struktur halten die Stücke gut ihre Form und wirken auch nach einigen Stunden am Körper wie gerade eben angezogen. Mit ein Grund dafür, dass Seersucker-Anzüge beim Reisen bevorzugt werden. Wer es noch eine Spur bequemer mag, der setzt auf eine hochwertige Seiden-Baumwoll-Mischung, die den Stoff etwas weicher macht und einen Hauch mehr Bewegung bietet.

Vorsicht bei der Kombination mit Accessoires

Naheliegend wäre das Einbringen des Stoffes in Form einer Krawatte oder eines Tuches im eigenen Outfit. Vor allem, wenn man sich eher im eleganten Kleidungsbereich bewegt. Doch hier verliert man schnell an Flexibilität und überzeugt nicht immer. Besser ist es dann schon eher auf eine Herrenweste in dunkleren, raffinierten Tönen zu setzen.

Hinsichtlich der Schuhe macht man zu Stücken mit der auffälligen Textur mit klassischen Oxford Schuhen nichts verkehrt. Aber auch schlichte Turnschuhe als auch Wildleder Derbies sind durchaus eine Option.

T-Shirt statt Hemd zum Seersucker-Anzug

Entscheidet man sich dafür einen Seersucker-Anzug zu tragen, egal ob komplett aus Hose und Blazer bestehend oder Blazer alleine, empfiehlt es sich eher auf ein schlichtes T-Shirt darunter zu setzen, als ein Hemd. Zu einem ist es eher schwierig das passende Hemd zum Anzug zu finden. Gerade, wenn dieser in marineblauen, gestreiftem Muster daherkommt.

Persönlich würde ich sogar zu einem eher dunkleren Anzug tendieren, der bei seinen Streifen auf Marine- und Mitternachtsblau setzt. Dazu ein schlichtes, weißes T-Shirt und fertig ist der Look. Wer noch ein wenig Abwechslung rein bringen möchte, der setzt auf eine Leinen-Shirt.

Seersucker-Anzüge für Reisen und warmes Wetter geradezu ideal

Der Stoff ist immens sinnvoll, wenn man bei warmem Wetter einen Anzug anzieht. Für eine Sommerhochzeit oder Tage, an denen die Büroklimaanlage ausgeschaltet bleibt, halten Stücke aus Seersucker kühl und helfen, sich von den eigenen, schwitzenden Kollegen abzuheben. Wie zuvor bereits erwähnt sollte man einen solchen Anzug mit einem schlichten T-Shirt und einem Paar Turnschuhe kombinieren, um einen lässig, eleganten Stil zu erreichen.

Die Farben Hellblau, Grau und Weiß verweisen auf die ursprüngliche Farbgebung des Stoffes, der heute noch so raffiniert aussieht wie früher. Nichtsdestotrotz kann man auch zu anderen Farbvarianten greifen, muss dann eben darauf achten, dass die restlichen Kleidungsstücke zum Seersucker-Anzug passen.

Seersucker-Shorts – eine gute Wahl im Sommer

Seersucker Shorts sind eine tolle Alternative zu Hosen und können lässig oder elegant gestylt werden. Sie sehen noch besser aus, nachdem sie ein paar Mal gewaschen und ein wenig weicher geworden sind. Gerade im Sommer sind sie gerne gesehen, da sie nicht nur stylisch daherkommen, sondern auch nicht zu eng anliegen. Aus meiner Sicht ein klares Must-Have für den Sommer.

Wenn man sich dann noch an die klassischen Seersucker-Shorts hält, macht man gar nichts verkehrt. Die Shorts mit den klassischen weißen und blauen Streifen kann sich nahtlos in die eigene Garderobe einfügen und mit entsprechenden Shirts, Polos und Hemden kombiniert werden.

Fazit: Seersucker – ein unterschätzter Stoff im Alltag

Im Rahmen des Seersucker-Guides hat sich gezeigt, dass es sich bei diesem Material um einen stark unterschätzten Stoff handelt. Zumindest ist mir dieser im Alltag noch nicht sehr häufig begegnet. Schade eigentlich, wenn man die Vorteile bedenkt, die er mit sich bringt. Gerade im Sommer bieten sich Kleidungsstücke aus diesem Stoff geradezu an.

Persönlich habe ich die Hoffnung, dass ich dir „shir o shekar“ – wir erinnern uns das persische Wort, von dem die Bezeichnung des Stoffes abstammt – ein wenig näher gebracht habe. Die Styling-Tipps sollten zudem die Basis gelegt haben, sich Gedanken machen zu können, wie man Seersucker in die eigene Garderobe integrieren kann. Bin schon gespannt, ob und wie du die Stücke aus diesem Material trägst.

Letzte Aktualisierung am 23.09.2018 / Affiliate Links & Bildquelle: Amazon Partnerprogramm

Gepostet von Sebastian

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