Wann ist ein Mann ein Mann? Die Antwort liegt intuitiv auf der Hand und ist doch rational schwer zu begründen. Denn es gibt eine Geschlechtertheorie, die besagt, dass vieles bei den Themen Männlichkeit und Weiblichkeit nur von der Gesellschaft konstruiert sei.

Wie bitte? Für einen Mann ist eigentlich klar, dass er ein Mann ist, denn er fühlt es und er definiert sich auch über andere Männer. Doch man muss zugeben, dass die Kerle von heute nicht mehr viel mit den Männern von früher gemein haben. Ziehen wir ein paar Vergleiche und schauen wir, was als „moderner Mann“ am Ende herauskommt!

Die Rolle als Hausherr

Beginnen wir mit der manchmal sehr dunklen Seite aus dem Leben eines Mannes. Er sollte der Hausherr sein, was nicht nur hieß, dass er die Verantwortung trug, sondern auch, dass er unangenehme Aufgaben zu erledigen hatte. Manche von uns haben vielleicht sogar noch gehört: Warte, bis dein Vater nach Hause kommt, dann setzt es was! Und so war es dann auch.

Liebe Männer, das möchte heute niemand mehr. Man muss nicht unbedingt mit der Babytrage am Bauch über den Kiez laufen, aber man(n) kann, wenn man(n) will. Die Beziehung zu unseren Kindern ist deutlich liebevoller als früher, und das ist auch gut so!

Das Thema Mode

Mode war bis vor wenigen Jahrzehnten noch keine große Sache für Männer. Es gab Arbeitskleidung, Freizeitkleidung und eventuell noch Abendkleidung, doch für einen individuellen Look war nicht wirklich Platz. Heute hingegen ist Mode für viele Männer ein Thema, dem sie sich mit Leidenschaft widmen, denn auch wir haben gelernt, mit unseren Looks unserer Individualität Ausdruck zu verleihen. Wir lieben es, männlich elegante Schuhe wie Oxfords oder Derbys zu tragen und uns zu bestimmten Anlässen mit Accessoires wie Manschettenknöpfen zum Maßanzug zu schmücken.

Dennoch müssen wir zugeben, dass sich bei diesem Thema „Männlichkeit“ anscheinend nicht mehr so einfach definieren lässt. Ein Besuch bei der Fashion Week Berlin zeigt, dass die Grenzen zwischen den Geschlechtern bei manchen Designern eindeutig verschwimmen.

Wir ziehen folgendes Fazit: Es ist völlig in Ordnung, sich als Mann mit Mode zu beschäftigen und seinen eigenen Style zu entwickeln. Möchte man dabei wie ein Mädchen aussehen, geht das ebenfalls klar.

Cremes, Parfums und Lockenwickler

Das mit den Lockenwicklern war ein Scherz – oder besitzt du welche?

Blickt man heute in den Spiegelschrank eines durchschnittlichen Mannes, wird man einiges an Düften, Pflege- und Stylingprodukten finden, mit denen unsere Vorfahren sicherlich nichts hätten anfangen können. Niemand kommt heute nur mit einem After Shave Balm aus! Cremes gegen trockene Haut, Anti-Aging Lotionen, Bartcremes und Bodylotionen und natürlich die unvermeidliche Pinzette zum Zupfen der Augenbrauen gehören zur normalen Ausstattung.

Für jeden Hauttyp gibt es die passende Pflege und es liegt an jedem Mann selbst, wie weit er es damit treiben will. Eines ist klar: Die Damen lieben es! Der als sehr gepflegt geltende und gut riechende, homosexuelle beste Freund der Freundin: Wir müssen uns nicht mehr hinter ihm verstecken. Wir punkten mit weicher Haut und wir riechen gut!

Doch hier gibt es natürlich Unterschiede zur Damenwelt. Denn auch, wenn es heute deutlich mehr Parfums für Männer gibt als früher, allein der bekannte Onlineshop Parfumdreams hat mehr als 100 Seiten Auswahl, riechen wir dennoch männlich. Nehmen wir zum Beispiel Parfums von Tom Ford. Sie haben meist würzige Kopfnoten, die von blumigen Herznoten ergänzt werden.

Die Berufe

Als Mann muss man heute nicht mehr unbedingt in einem typischen Männerberuf arbeiten. Wer mag, kann auch Kindergärtner, Krankenpfleger oder Grundschullehrer werden, ohne dass er in seiner Clique schief angeschaut wird. Zwar sind diese Berufe deutlich schlechter bezahlt als viele andere, weil sie eben als Frauenberufe gelten, doch das kann sich ja mit der Zeit ändern, wenn hier mehr Männer vertreten sind.

Es ist nämlich unheimlich wichtig, dass kleine Kinder, Heranwachsende und natürlich auch kranke oder alte Menschen einen männlichen Ansprechpartner haben! Viele Dinge lassen sich am besten mit einem Mann bereden. Darum sollte der Männeranteil in solchen Berufen gesteigert werden.

Das Thema Ehe und Beziehungen

Zugegeben, dieses Thema ist etwas kompliziert. Früher war der Lebensweg jedes Mannes vorgezeichnet und die Ehe gehörte einfach dazu. Heute ist es wesentlich komplizierter, denn die Beziehungen zwischen den Geschlechtern müssen neu justiert und ausgehandelt werden (siehe Rolle als Hausherr). Zudem strickt jeder Mensch sein Lebensmodell selbst, und dieses wandelt sich im Laufe der Jahre.

Man muss also jemanden finden, der die gleichen Werte und Vorstellungen hat und es dann noch schaffen, eine funktionierende Beziehung zu führen. Das ist ganz schön schwer! Die Ehe hat hingegen an Beliebtheit nur wenig eingebüßt. Mehr als die Hälfte aller Jugendlichen können sich vorstellen zu heiraten und 90 Prozent finden die Familie sehr wichtig. Und mit der Ehe für alle ist diesem Thema einiges an Dogma genommen worden. Gut so!

Fazit

Die Grenzen zwischen den Geschlechtern werden durchlässiger. Frauen können als Ingenieure arbeiten, Männer dürfen sich pflegen und mit Mode experimentieren. Dadurch liegt es in der Hand des Einzelnen, sein Dasein mit einem bestimmten Geschlecht zu definieren. Das gibt uns allen ein großes Maß an neu gewonnener Freiheit.

Coypright Titelfoto: shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 1070597612

Gepostet von Sebastian

Ich schreibe hier regelmäßig über Mode & Lifestyle. Wenn dir der Artikel gefallen hat, würde ich mich darüber freuen, wenn du ihm, trotz des Social-Network-Dschungels ein "Gefällt mir" geben würdest.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.