Strickpullover für kühle Tage

Der heutige Beitrag widmet sich einem meiner liebsten Kleidungsstücke in diesen kalten Winter-/ Frühlingstagen, dem Strickpullover.

Definitiv ein Kleidungsstück, welches das eigene Outfit aufwerten kann und dabei noch warm hält. Was will man(n) eigentlich mehr? Bevor ich euch heute sechs, meiner Meinung nach, stylische Strickpullover vorstelle, gibt’s wie immer ein wenig Hintergrundwissen.

Pullover ist nicht gleich Pullover!

Denn das schadet meiner Meinung nach nie und es ist doch immer schön, wenn man eine kleine Geschichte zu seinen Kleidungsstücken erzählen kann. Dies macht diese um einiges interessanter und man hat auch die Möglichkeit bei solchen Gesprächsthemen ein wenig mit seinem Wissen zu glänzen.

Der klassische Pullover, vom englischen pull over für Überzieher, heutzutage auch häufig kurz Pulli genannt ist die gängige Bezeichnung für ein gestricktes oder anders gefertigtes Kleidungsstück, welches für den Oberkörper gedacht ist und mit langen Ärmeln daher kommt. Meist muss es zum Anziehen über den Kopf gezogen werden. Eine veraltete Bezeichnung für den Pullover lautet Jumper.
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Anzumerken ist, dass heute im alltäglichen Sprachgebrauch meist nur Strickpullover noch als Pullover bezeichnet werden. Dem Pullover ähnlich, aus feiner gewirktem Sweatshirtstoff werden Sweatshirts genannt. Daher kann man fast davon ausgehen, wenn man von Pullovern spricht, das Strickpullover gemeint sind. Aber Pullover ist natürlich nicht gleich Pullover.

So gibt es diese aus einer Vielzahl von Textilfasern gefertigt, wie beispielsweise Schurwolle, Kaschmirwolle, Seide oder Baumwolle. Häufig werden auch Kunstfasern wie Polyacryl beigemischt, um die Formstabilität des Kleidungsstücks zu verbessern. Weiterhin sind manche Pullover aus wind- und wasserundurchlässigen Materialien durch eingearbeitete Membrane gefertigt und werden sogar über der gesamten Oberbekleidung getragen.

Bekannte Arten von Strickpullovern sind der Islandpullover oder der Norwegerpullover, welche im Alltag häufig miteinander gleichgesetzt werden, sich aber dennoch voneinander unterscheiden. Daher gehe ich auf diese nachfolgend ein wenig näher ein, um dieses Missverständnis ein für allemal aus dem Weg zu räumen.

Der Islandpullover

Der Islandpullover, oder Lopapeysa wie er auf isländisch heißt, ist ein sehr grob gestrickter, zumeist aus Schafwolle gefertigter Pullover. Seinen Ursprung hat dieser in Skandinavien. Wie bereits angedeutet, wird er auch gerne, fälschlicherweise als Norwegerpullover bezeichnet, obwohl der Norweger in Machart und Muster unterschiedlich ist. Doch das werdet ihr selbst noch feststellen, wenn ihr fleißig weiterlest.

Doch zunächst zurück zum Islandpullover und stilistisch ähnlichen Pullovern. Diese haben eine lange Tradition in Island, auf den Färöern und den Shetlandinseln. Ein typisches Erkennungsmerkmal dieser ist die mehrfarbige Rundpasse um Hals und Schultern. Die Tradition dieses Kleidungsstücks entstand Anfang des 20. Jahrhunderts, als Versuche mit dickerer Wolle unternommen wurden. Der erste Artikel mit diesen Experimenten erschien 1923 in einem bekannten Handarbeitsheft in Island, der Rest ist Geschichte.

Aufgrund der verwendeten dicken, groben Wolle ist der Islandpullover ein geradezu ideales Kleidungsstück für den Winter. Da er sehr warm hält und dabei noch stylisch ausschaut. Heutzutage sieht man den isländischen Pullover auch in der Art einer Strickjacke, welche mit einem durchgehenden Reißverschluss vorne gefertigt wird.
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Der Norwegerpullover / Norweger

Norwegerpullover oder Norweger, wie sie auch genannt sind, sind ebenfalls Strickpullover. Diese werden nach einer bestimmten, aus Norwegen stammende Art, gefertigt und weisen meist mehrere mehrfarbige Muster auf. Dabei stammt die Tradition der Norweger-Strickmuster aus dem Setesdal im südlichen Norwegen und reicht mindestens bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück.

Den größten Unterschied zum Islandpullover kann man beim verwendeten Rohstoff feststellen. Denn im Gegensatz zum Islandpullover setzt man beim Norweger nicht auf grobe, dicke Schafswolle, sondern einen sehr dünnen, feinen Garn. Dieser muss verwendet werden, um die feingliedrigen Muster gut zur Geltung kommen zu lassen. Ein besonders typisches Muster der Norweger ist die Selburose, ein achtzackiger Stern.

Ganz zu Beginn der Entstehung der Norwegerpullover, waren die Muster meist zweifarbig schwarz-weiß, jedoch kam bald noch Rot als dritte Farbe hinzu. Heutzutage beschränkt man sich nicht mehr nur auf diese drei Farben, im Gegenteil, Norwegerpullover werden in vielen verschiedenen Farben hergestellt, aber selten mit mehr als drei verschiedenen Farben in einem Pullover. Muster mit Rentieren und anderen figürlichen Darstellungen sind modern und stehen nicht in der Tradition der norwegischen Lusekofte.

Belanglose Informationen zum Strickpullover

Was ich eher als Galileo-Partywissen bezeichnen würde, ist die Tatsache, dass in früheren Zeiten die Ehefrau dem Seemann oder Fischer als Glücksbringer ein eigenes Haar in den Pullover mit hineinstrickte. In Irland und auf Guernsey versah man die Pullover mit den Initialen der Männer, damit sie bei einem Schiffsunglück leichter identifiziert werden konnten, wenn sie an Land gespült wurden. Sicherlich Informationen, welche nicht jeder kennt, mir war es zumindest nicht bekannt.

Moderne Strickpullover – meine Auswahl

Wie bereits zu Beginn des Beitrags geschrieben, habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, dass ich euch nicht nur Fakten und historische Informationen zum Strickpullover liefere. Sondern diese natürlich mit passenden, modernen Varianten des Strickpullis weiter ausschmücke. Aus diesem Grund findet ihr nachfolgend, eine Auswahl von sechs Pullover, welche mir ganz gut gefallen haben.

Wie immer freue ich mich natürlich auch über eure Meinung zu den Kleidungsstücken in den Kommentaren. Solltet ihr weitere schicke Strickpullover entdeckt haben, könnt ihr diese dort ebenfalls mit uns teilen. Nun geht’s aber los, die Reihenfolge ist übrigens rein zufällig.

Balandi Strickpullover
Den Anfang macht der Strickpullover von BALANDI, dieser besteht nicht aus reiner Wolle, sondern wurde anteilig aus 40% Wolle, 20% Polyamid, 20% Polyacryl und 20% Elitte gefertigt. Vom Stil her kommt er nicht als klassischer Pulli daher, sondern bringt einen hohen Kragen mit sich, welcher durch sechs Knöpfe – drei auf jeder Seite – weiter aufgewertet wird. In meinen Augen ist der Pullover alleine vom Style her ein wahrer Blickfang.

Aber auch die Rezensionen bisheriger Kunden lesen sich sehr gut. So erfährt man, dass der Pullover nicht nur gut aussieht, sondern sich auch fabelhaft trägt. Dabei spürt man kein Gekratze, sondern er ist super weich und hält schön warm. Eben perfekt für die kalte Jahreszeit. Anzumerken ist jedoch auch, dass der Pullover klein ausfällt, was die Bezeichnung tailliert des Herstellers bereits vermuten lässt, daher lieber zunächst eine Nummer größer bestellen als üblich.

Neben der Farbe des Pullovers, hat mich auch die Verarbeitung und das ineinanderfließen der unterschiedlichen Strickarten überzeugt. In meinen Augen definitiv ein Strickpullover, welcher optisch als auch von der Qualität überzeugt. Weitere Informationen zu diesem findet ihr hier.

Esprit Strickpullover
Der nächste Strickpullover entspricht schon eher dem Bild, welches man von einem klassischen Pulli hat. Zumindest ist das bei mir der Fall. Es handelt sich hierbei um einen ESPRIT Herren Pullover mit Rundhalsausschnitt. Dieser besteht im Gegensatz zum Balandi Pullover aus keinem Materialmix, sondern besteht zu 100% aus Baumwolle. Auch ist der Schnitt bei diesem nicht tailliert, sondern normal geschnitten.

In drei Farben ist der Strickpullover von Esprit erhältlich, in einem hellen als auch dunklen grau, sowie einem hellen blau, welches mir mit am besten gefällt. Wobei es mir auch durchaus die dunkelgraue Variante des Pullis angetan hat. An den Ärmeln, im Halsbereich und am unteren Abschluss des Pullovers sind feine Rippenbündchen zu sehen, Auf der linken, unteren Seite des Pullovers ist ein kleines Logo von Esprit aufgebracht. Wenn ihr Detailaufnahmen sehen möchtet, schaut am besten hier vorbei.

Jack und Jones Strickpullover

Den hier zu sehenden JACK & JONES Pullover kann man meiner Meinung nach ganz gut in die Kategorie Islandpullover einordnen. So kommt dieser mit einem groben Zopfmuster daher, welches sich über den gesamten Pulli zieht. Aber im Gegensatz zum klassischen Islandpullover besteht dieser hier aus 80% Polyacryl und nur 20% Wolle. Wir erinnern uns, der Pullover aus Island besteht zu 100% aus Schafswolle.

Wie der zuvor vorgestellte Pulli von Esprit kommt auch dieser mit einem Rundhalsausschnitt daher. Ebenfalls findet sich hier im Bereich der Ärmel, im Halsbereich und am unteren Abschluß eine Abwandlung bekannter Rippenbündchen vor. Mir persönlich hat es das schicke Zopfmuster des Pullis angetan, welches in der beigen Variante noch einen Ticken besser rüberkommt, als in der blauen Variante des Strickpullovers. Ist aber natürlich Geschmackssache, hier könnt ihr euch selbst eine Meinung bilden.

Merish Strickpullover

Der MERISH Strickpullover Pullover kommt mit einem Schalkragen daher. Wie diese Bezeichnung schon vermuten lässt, könnt ihr euch beim Tragen dieses Pullis einen zusätzlichen Schal sparen. Da der Kragen sehr hoch daherkommt und entsprechend den Hals schützt. Beim verwendeten Material hat man auf eine Kombination aus 30 % Wolle und 70 % Acryl gesetzt. Auffällige Zopfmuster, wie beim vorherigen Kleidungsstück vermisst man hier.

Vergleichen kann man den Merish Pulli vielmehr mit dem zuerst vorgestellten von Balandi. Da dieser auch sehr schmal und tailliert daherkommt, eben ein typischer Slim Fit Schnitt. Daher ergibt sich auch der Umstand, dass man bei der Bestellung lieber eine Nummer größer als üblich bestellen sollte, um sicher zu gehen, dass dieser passt. Gerne könnt ihr euch hinsichtlich der Größe weitere Rezensionen bisheriger Kunden durchlesen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Größe für euch passt.

Diese und weitere Detailfotos des Strichpullis findet ihr hier. Nochmals zu erwähnen ist der hohe Kragen, welcher meiner Meinung nach, wenn man sich bewusst dafür entscheidet, sehr stylisch aussehen kann und zum besonderen etwas im eigenen Style beiträgt. Was meint ihr?

Shine Strickpullover

Der SHINE Strickpullover O-Neck kommt wohl am minimalistischsten von den sechs hier vorgestellten Pullis daher. So setzt dieser nicht auf ausgefallene Zopfmuster, hohe Schalkragen oder Knöpfe als besondere Akzente. Vielmehr beschränkt sich dieser Pullover auf das Wesentliche, einen normalen Schnitt, O-förmigen Halsausschnitt und 100% Baumwolle als verwendetes Material. Beim Stil des Pullovers wurde auf Grobstrick gesetzt.

Erhältlich ist der Strickpulli von Shine in drei unterschiedlichen Farben: dunkelblau, dunkelgrau und rot. Letzt genanntes gefällt mir dabei noch am besten. Passt in meinen Augen einfach gut zusammen, der schöne rote Farbton und das einfache, grobe Strickmuster des Pullis. Lediglich auf dem linken Ärmel findet man noch ein einfaches Logopatch. Aber alles in allem äußerst minimalistisch, ohne viel Schnörkel, so wie ich es mag. Die anderen Farbvarianten findet ihr hier.

Tazzio Strickpullover

Den Abschluss meiner vorgestellten Strickpullover bildet der TAZZIO Strickpullover mit Schalkragen, wohingegen der Schalkragen bei diesem Pulli um einiges kleiner ausfällt als bei dem von Merish. An sich bildet der Tazzio Pulli eine gelungene Kombination verschiedener Einflüsse: Schalkragen von Merish, Zopfmuster von Jack & Jones und grober Strick ala Shine. Lediglich beim Material weicht man von allen anderen ab und setzt zu 100% auf Polyarcyl.

Laut den Kundenrezensionen hält er gut warm und auch der Schalkragen schützt den Hals vor Kälte, verdeckt dabei allerdings nicht das ganze Gesicht. Von der Passform müsst ihr auch bei diesem wieder eine Nummer größer als gewöhnlich bestellen, da er doch sehr eng und schmal ist, sprich, sehr körperbetont. Wenn man dies allerdings beachtet, sollte es kein Problem sein die passende Größe zu bestellen. Neben der hier gezeigten dunkelgrauen Variante gibt es den Strickpullover noch in grau, schwarz und weiß. Näheres dazu erfahrt ihr hier.

Richtige Pflege eures Strickpullovers

Solltet ihr bei den sechs vorgestellten Pullis fündig geworden sein, dann passt nun noch kurz auf. Denn ich habe noch ein paar wissenswerte Tipps, hinsichtlich der Pflege von Pullis, herausgesucht.

Achtet darauf, dass ihr euren Pullover vor dem Waschen auf links dreht, dies hat zur Folge, dass die Oberfläche vor Aufrauungen und Knötchenbildung geschützt ist. Auch solltet ihr beim Waschen nur flüssige Wollwaschmittel verwenden. Dieses allerdings auch nur sparsam, denn zu viel Waschmittel kann die Fasern der Wolle schädigen.

Im Gegensatz dazu sollte man jedoch die Finger von Weichspülern lassen, denn entgegen der weitverbreiteten Meinung wird ein Strickpullover nicht weicher, sondern eher lappig und seifig. Beim Trocknen solltet ihr darauf achten den Strickpullover nicht in die Sonne zu legen oder aufzuhängen, da dies zu einem Ausbleichen der Farben führen kann. Zudem werden die Wollfasern durch Sonneneinstrahlung leichter brüchig.

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Copyright Foto: Warm shelter von AP Photographie – Flickr // Men’s Aran Pullover von Hiroko – Flickr

About Sebastian

Ich schreibe hier regelmäßig über Mode & Lifestyle. Wenn dir der Artikel gefallen hat, würde ich mich darüber freuen, wenn du ihm, trotz des Social-Network-Dschungels ein "Gefällt mir" geben würdest.

17 Kommentare

  1. Hi Sebastian, weil Du gerade über Pullover schreibst … Ich würde mich freuen, wenn Du mal einen Artikel darüber bringst, wie sich ein Mann mit Bauch am besten hüllt. Insbesondere bei den Pullovern erscheint mir das gar nicht so einfach, denn viele Muster und Strickvarianten tragen ordentlich auf und so stellt sich mir die Frage, welche Modelle wären denn geeignet und worauf muss ich achten bzw. wie kombiniere ich die Teile miteinander. Danke vorab und Gruß, Manuel

    • Hi Manuel,
      nehme es mal in meine Liste für Beitragsideen auf und komme sicherlich darauf zurück, muss mich allerdings selbst erst einmal ein wenig schlau machen.

      Grüße,
      Sebastian

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