Trachtenmode – Die Lederhose ein Muss beim Oktoberfest

Das Thema Styling und die richtige Kleidung trifft nicht nur auf den Alltag zu, auch bei Festlichkeiten wie einer Hochzeit oder einer Taufe möchte man richtig gekleidet erscheinen. Aber auch Anlässe wie beispielsweise das Oktoberfest laden dazu ein sich mit der dazugehörigen Kleidung auseinanderzusetzen. Daher ist es meiner Meinung mal an der Zeit, dass wir uns hier bei Maenner-Style.de ein wenig mit der Trachtenmode, der klassischen Kleidung beim Oktoberfest auseinandersetzen.

Das ganze natürlich mit ein wenig Vorlauf vor der eigentlichen Veranstaltung, dieses Jahr geht es am 20.09. los und dauert bis zum 05.10. an. Sollte tatsächlich jemand von euch noch nicht vom Oktoberfest gehört haben gibt es für diesen nachfolgend eine kurze Erläuterung worum es sich dabei handelt. Alle die etwas mit dem Fest in München anfangen können überspringen einfach den nächsten Absatz.

Das Oktoberfest kurz erklärt

Bei dem Oktoberfest in München, oft auch Wiesn genannt, handelt es sich um das größte Volksfest der Welt. Bereits seit dem Jahr 1810 findet es auf der Theresienwiese in der bayerischen Landeshauptstadt München statt und wird Jahr für Jahr von rund sechs Millionen Menschen besucht. Vor zwei Jahren, also 2013 waren rund 6,4 Millionen Besucher auf der Wiesn unterwegs. Speziell für das Oktoberfest brauen die ansässigen Münchner Brauereien ein spezielles Bier, welches mindestens 13,5% Stammwürze beinhalten muss und folglich mehr Alkohol als gewöhnliches Vollbier enthält. Der Aufbau ist bereits im vollen Gange und der offizielle Faßanstich wird schon Monate vorher wieder herbeigesehnt. Hier geht’s nun weiter mit der Trachtenmode.

Trachten – Was versteht man darunter

Als Tracht versteht man die traditionelle Kleiderordnung einer bestimmten Region, eines Standes oder der Angehörigen einzelner Bevölkerungsgruppen. Dabei entwickelt sich die klassische Tracht über einen langen Zeitraum hinweg und entsteht nicht von heute auf morgen. Für die bayerische Tracht, welche beim Oktoberfest im Mittelpunkt steht, war der 25.08.1883 ein ganz besonderer Tag. An diesem gründete der Dorfschulmeister „Joseph Vogl“ (kurz „Vogl Sepp“) mit fünf weiteren Stammtischbrüdern den ersten offiziellen Trachtenverein.

Ausschlaggebend war hierfür deren Idee, ein Stück bayerische Lebensart, die Lederhose, nicht ganz in Vergessenheit geraten zu lassen. Hierzu ließen sich die sechs Stammtischbrüder fesche, kurze Lederhosen schneidern. Mit diesen tauchten die sechs beim nächsten Stammtisch auf und sorgt dort erst einmal für allerseits großes Entsetzen, was mit der Herkunft der klassischen Tracht in Verbindung steht.

Denn die kurze Lederhose war früher nämlich die Arbeitskleidung der Bauern und der einfachen Arbeiter. Es war zum damaligen Zeitpunkt gar nicht denkbar, dass sich solch ehrbare Stadtbürger wie der Dorfschulmeister Vogl in dieser Art Bekleidung in der Öffentlichkeit zeigten. Es kam wie es kommen musste, die Bauern waren beleidigt, die Städter empört und die Kirche führte ein Verbot zum Tragen der Lederhose ein. Denn Siegeszug der Lederhose als Festtagskleidung konnte man dennoch nicht mehr stoppen, wieder ins Gespräch gebracht kamen Lederhosen und vor allem auch Dirndl-Kleider immer mehr in Mode.

Dass dies noch heute so ist zeigt sich am ersten Wiesnsonntag, denn dieser ist traditionell für den großen Trachten- und Schützenumzug reserviert, bei diesem festlichen Umzug – auch Trachtenumzug genannt – zeigen sich über 150 Gruppen mit rund 9.000 Teilnehmern in allen Arten von Trachten. Über zwei Stunden bekommt man unterschiedliche Trachtenkleidungsstücke wie Dirndl, Hemden, Hosen, Lederhosen, Schürzen, Blusen, Tüchern und Hauben zu Gesicht. Die heutigen Festtags- und Vereinstrachten haben nur noch wenig mit den ursprünglichen Arbeitskleidungen der Bauern, Flösser, Senner und Waldarbeiter von damals zu tun. Aber selbst diese „einfache“ Tracht ist nie ganz verschwunden, schaut euch doch einfach mal ein wenig auf dem Oktoberfest um.
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Welche Tracht ist nun für mich die richtige?

Nun habt ihr also gelernt was es mit der Tracht auf sich hat, woher diese stammt und warum Lederhosen nie aus der Mode kommen. Aber nun stellt ihr euch sicherlich die Frage welche Tracht ist für mich die richtige und was gehört zur klassischen Trachtenmoden-Grundausstattung. Zu dieser zählt man üblicherweise:

  • Kurze Lederhose
  • Kniebundlederhose
  • Trachtenhemd
  • Haferlschuhe
  • Charivari – bayerischer Trachtenschmuck für Herren

Da ich hier sicherlich mehrere tausend Wörter über all die einzelnen Elemente der Trachtenmoden-Grundausstattung verlieren könnte, möchte ich mich in diesem Artikel zunächst schwerpunktmäßig auf die Lederhose konzentrieren, welche das Kleidungsstück schlechthin für Herren auf dem Oktoberfest ist. Sollte der Artikel bei euch Anklang finden widme ich mich natürlich auch ausführlich den anderen Punkten.

Lederhose ist nicht gleich Lederhose

Für den echten bayerischen Mann gibt es nur ein Kleidungsstück – eine handgefertigte bayerische Trachten Lederhose aus echtem sämischem Hirschleder – mehr braucht ein echter Mann nicht. Nein, so einfach ist es dann doch nicht und Gott sei Dank ist man von dieser Denkweise ein wenig abgekommen. Denn eine Lederhose ist nicht gleich Lederhose, dies fängt beim Schnitt an geht über die Länge bis hin zum verwendeten Material und Stick der Hose. Aber auch Hosenlatz und Hosenträger spielen bei der Lederhose eine wichtige Rolle.

Die Trachtenhose gibt es in drei verschiedenen Längen, in welche diese getragen werden kann: Kurz, knielang und lang. Dabei sei eins gleich hervorzuheben, die kurze Trachtenlederhose sieht übrigens nicht nur äusserst lässig aus sondern ist auch noch superbequem. Behaltet das schonmal für den nächsten Wiesnbesuch im Hinterkopf!

Kurze Lederhose
Die bereits angesprochene kurze Lederhose endet oberhalb des Knies. Ihren Ursprung hat sie im Gebirge, wo sie von Gebirgsjägern getragen wurde, da sie die notwendige Beinfreiheit zum klettern bot. Damals wie heute wurde diese in Kombination mit derben warmen Kniestrümpfen und festen Bergschuhen getragen.

Knielange Lederhose
Die knielange Lederhose wird auch als Kniebundhose bezeichnet. Bei den Kniebundhosen handelt es sich auch heutzutage noch für Bergsteiger, Wanderer und Jäger um eine beliebte Form für Cordhosen und Stoffhosen. Prägend bei dieser Hosenform ist neben der außergewöhnlichen Länge auch der Bund unterm Knie. So wird dieser noch einmal mit einer Kombination aus Riegel und Schnalle oder alternativ mit Bändern geschnürt. Hierher stammt auch der Name Kniebundhose beziehungsweise Bundhose.

Lange Lederhose
Von den drei unterschiedlichen Längen handelt es sich bei der langen Lederhose um den ältesten Schnitt einer solchen. Diese Hosen wurden früher von Holzknechten, Flössern, Bergbauern, usw. bei der täglichen Arbeit getragen. Allesamt war wichtig eine robuste Hose zu tragen, welche die Beine schützt.
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Nun kennen wir die drei Hauptvarianten der Lederhose, es sei gesagt, dass es noch einige andere, nicht so bekannte Varianten wie beispielsweise die Plattlerhose gibt, welche auch kurz über dem Knie endet, aber vor allem durch das Fehlen von Verzierungen und die sehr engen Hosenbeine auffällt. Bevor der Artikel nun dem Ende zugeht, möchte ich auch noch kurz auf die Hosenträger und den Hosenlatz eingehen.

Der Hosenträger ist das Erkennungssymbol schlechthin unter Vereinen, da diese je nach Vereinszugehörigkeit bestickt sind und so zur einfachen Unterscheidung beitragen. So kann man klar unterscheiden aus welchem Dorf beziehungsweise Region der Träger stammt. Neben dem bekannten „Stegträger“, sogenannte „H-Form“, gibt es noch den „Zopfträger“, „V-Form“. Alternativ kann man sich auch mit einem Trachtengürtel behelfen, wobei der Hosenträger natürlich die stylischere Variante ist.

Zum Hosenlatz braucht man an sich gar nicht so viele Worte zu verlieren. Dieser ist lediglich dafür gedacht, dass wenn es mal schneller gehen muss, man(n) ohne Probleme sein kleines Geschäft verrichten kann. Die Bezeichnung kommt daher, dass diese Öffnung an Lederhosen eine sichtbare Klappe in Form eines Latzes ist.

Welche Lederhose soll es nun sein?

Aber welche Hose beziehungsweise welche Länge ist nun für einen selbst die richtige? Hier gibt es keine allgemeine Aussage, vielmehr kommt es darauf an worin ihr euch wohlfühlt und was euch persönlich steht. Aber das findet ihr nur durch Ausprobieren und vor allem Anprobieren verschiedener Modelle heraus. Mein persönlicher Favorit ist übrigens die kurze Lederhose, da sie extrem lässig ausschaut und trotzdem recht bequem ist.

Im Netz findet ihr eine Vielzahl an Anlaufstellen für Lederhosen und Trachtenmode im Allgemeinen. So findet ihr beispielsweise bei Wirkes Dirndl & Tracht ein hochwertiges Sortiment an Lederhosen in unterschiedlichen Längen, dazugehörige Hemden und Westen oder gar ganze Trachten-Sets. Schaut doch einfach Mal vorbei! Ansonsten freue ich mich wie immer über eine kurze Rückmeldung von euch wie euch der Artikel gefallen hat und ob ihr euch Folgeartikel zu anderen Kleidungsstücke der Trachtenmode wünscht.

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About Sebastian

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