Trenchcoat für den Mann – das sollte man wissen…

Landläufig verbindet man mit dem Trenchcoat Modelle von Mäntel mit bestimmten Schnitten und grundsätzlich vorgegebener Farbgebung innerhalb der Bandbreite von eierschalfarbig, beige und braun. Dieses Verständnis mag sich so entwickelt haben, weil jeder Anbieter in der Bezeichnung frei ist. Im Sinne des Erfinders war das wohl kaum.

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Dieser hatte mehr im Sinn und schuf eine erfolgreiche Lösung, die sofort von vielen Staaten gern angenommen wurde und sich global und dauerhaft durchsetzte. Grund war aber eher die Qualität in Verbindung mit der Optik und nicht Letztere alleine. Abgesehen von der Schreibweise, die zusammengeschrieben oder getrennt erlaubt ist, handelt es sich bei dieser Mantelart um die traditionellste unserer Zeit.

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Er ist in sämtlichen „Kreisen“ gesellschaftsfähig, eher gutbürgerlich einzuordnen und etwas variierende Schnittarten unter Wahrung der Authentizität sind möglich, wie die Ausprägung der Taillierung.

Was weniger viele Menschen wissen ist die Entstehungsgeschichte. An sich wäre das vielleicht auch  verzichtbar, sie gibt aber Aufschluss über die wesentlichen Charakteristika und Qualitäten. Ohne ist kein klares Bild darüber möglich. Es ist ärgerlich, weil Trittbrettfahrer manche Begriffe ins Unerkenntliche verzerren, indem sie ähnliche Dinge mit Bezeichnungen anpreisen, die schlicht oft nicht richtig sind.

Schnittarten alleine geben kaum Aufschluss über Kleidungsstücke wie dem Trenchcoat, fallen aber ins Auge, überdecken Details und lenken so von den eigentlichen Qualitätsfaktoren ab. Begeben wir uns also auf die Suche nach den ursprünglichen Charakteristika.

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Der Funktionalität des Trenchcoats auf der Spur

Als Geburtsstunde des Trenchcoats wird die Erfindung eines Briten, Thomas Burberry, gesehen als er die Art des Webens namens „Garbardine“ entwickelte. Es ist kein bestimmtes Material an sich, sondern ein aufwändiges Verfahren. Ob es tatsächlich Burberry war, ist allerdings nicht gesichert. Gesicherte Abläufe lassen sich aber kaum noch recherchieren. Dieses Material wurde in Sachen Witterungsbeständigkeit jedenfalls eine wahre Revolution.

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Wasserabweisende Eigenschaften waren bis dato nämlich kaum entwickelt. Das war aber erst die Basis für den Trenchcoat. Damals wäre auch noch kein anderer Erzeuger auf die Idee gekommen, andere Stoffe mit derselben Optik unter dem Namen „Trenchcoat“ anzubieten.

Wer dagegen heute gezielt nach dem Original mit seinem Namen sucht, stößt auf so ziemlich alle Textilien. Kaum aber auf jene, welche schon im 19. Jahrhundert etwa das britische und französische Militär beeindruckten und für deren Soldaten durchgängig angekauft wurde. So setzte sich allerdings der Trenchcoat durch und wurde selbst in den Schützengräben zur Pflicht. „Trench“ bedeutet übersetzt „Graben“. Der schicke Baumwoll-Mantel aus den Diskountern von heute hat außer minimalen, optischen Gemeinsamkeiten damit nichts mehr zu tun. Die Bezeichnung ist dennoch gängig für alles Mögliche.

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Selbst der Schnitt etablierte sich hinsichtlich der Ansprüche der Soldaten. Hier ist die Weiterentwicklung natürlich nicht zu kritisieren und die Attraktivität von heute freilich weit höher. Guter Schutz vor dem Wetter und gleichzeitige Beweglichkeit lauteten die Herausforderungen konkret. Das Original ist mittellang und meist doppelreihig. Seine Einreihung als Regenmantel war anno dazumal unbestritten. wenngleich sich ziemlich rasch eine breite Gebräuchlichkeit auf alle Witterungsbedingungen durchsetzte. Er entwickelte sich folglich zum Trendsetter.

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Bei Gabardine handelt es sich um bestimmte Erzeugungsverfahren. Dies bedeutet zwar noch kaum um eine Einschränkung der Grundmaterialien an sich, aber die Ergebnisse sind anders und führen zu besserer Qualität, Funktionalität und Langlebigkeit. Heute werden die Materialien, so sie für Außenbekleidung herangezogen werden, grundsätzlich auch imprägniert. Diese Verfahren führen zu einer völlig anderen Dichte der Stoffe.

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Sie werden im Anschluss appretiert. Das darf man zu Recht als Veredelung betrachten und wird auch so genannt. Diese wiederum ist verantwortlich für die Widerstandsfähigkeit der hergestellten Kleidungsstücke. Gerne wird „richtige“ Gabardine heute auch für Hosen, Anzüge, Jacken und natürlich Mäntel verwendet. Man kann sie aber auch als Meterware erwerben. Eine Verpflichtung aber, demnach als Trenchcoat nur solche hochwertigen Mäntel angeboten werden dürfen, besteht aber nicht. Hier liegt es in der Hand des Konsumenten, den qualitativen Merkmalen selber auf die Spur zu gehen.

Der Trenchcoat in Film und Fernsehen

Es dauerte freilich nicht lange, bis sich auch die Optik und der Style an sich verbreitete. So nahm der Trenchcoat bereits Einzug in Film-Klassiker wie Casablanca, Frühstück bei Tiffany und später bei den noch heute bekannten Serien wie Derrick oder Columbo. Unter „Film Noir“ wird ein – zwar schwierig einzuordnendes – eigenes Genre verstanden, welche den entsprechenden Zeitraum widerspiegelt und noch weiter zur Verbreitung des originalen Trenchcoats beitrug.

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Heute kann man von einer schon Jahrhundert alten Tradition sprechen, die weltweit bekannt ist. Ob man sich für seinen Trenchcoat aufgrund der Optik oder der Funktionalität entscheidet, steht mittlerweile jedermann frei. Dazu sollte der Konsument aber zumindest wissen, ob es sich bei einem Angebot tatsächlich um ein Original handelt oder nicht.

Einen Original Trenchcoat erkennen – so geht’s

Mit diesem Hintergrundwissen fällt es leichter, sich auf die Suche nach einem „originalen Trenchcoat“ zu machen. Sucht man online gezielt nach einem Original,  präsentiert sich das höhere Preissegment an Mäntel und Jacken. Der Optik nach kann man den Anbietern meist keine Vorwürfe machen: Das Outfit ist in Anlehnung an das Original meist adäquat.

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Doch wirft man bei auch noch so hochpreisigen Stücken einen Blick auf die Details wie das Material, so erhält man auch in besten Häusern keine aufschlussreichen Angaben zu den Herstellungsverfahren. Mitunter werden Seide, Leder, technische Fasern, meist in Verbindung mit Baumwolle, verwendet. Ob es sich allerdings um Gabardine handelt, ist mehr als fraglich.

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Bei der Recherche kann man durchaus auf Mäntel stoßen, die an die 2000 Euro kosten, mit „Gabardine-Style“ beworben und als Trenchcoat bezeichnet werden, ohne dass es sich um ein originales Stück mit seinen Qualitätsmerkmalen handeln muss. In Einzelfällen wird man nachfragen müssen. Keinen Aufschluss erhält man auch damit, ob auf chemische Reinigung bei der Pflege verweisen wird. Im 19. Jahrhundert war diese Prozedur ohnehin noch unbekannt.

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Aber die Form von Anzügen oder Außenbekleidung kann wirklich bei normalen Waschen beeinträchtigt werden. Gabardine aus Baumwolle sollte man bis zu 60°C selber waschen können. Als Pflegetipp sollte man sich trotzdem lieber an die Anleitung des Erzeugers halten, auch wenn neue Waschmaschinen meist spezielle Programme für heikle Stoffe anbieten. Langlebigkeit ist originalen Gabardine-Trenchcoats jedenfalls immanent.

Wer sich auf die Suche nach dem Original macht, wird gewiss auch auf „Popeline“ stoßen. Es ist jedoch etwas anders in der Struktur und je nach Stärke etwa auch für Hemden geeignet. Doch keine Angst: Das geübte Auge erkennt Gabardine von selber, wenn man sich damit einmal auseinander gesetzt hat. Ein kleines Rippenmuster ist das Kennzeichen. Man kann sich auch online einen Eindruck verschaffen. Außerdem: Wenn jemand definitiv mit „Gabardine“ – und nicht mit „Gabardine-Style“ wirbt, erhält man es wohl auch. Es sollte ausreichend sein, die Praktiken und Grenzen der Trittbrettfahrer zu erkennen.

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Vorteile des originalen Trenchcoat

Hohe Funktionalität bei Wind und Wetter, Langlebigkeit und kaum Abnutzungserscheinungen im Gesamtbild gehen mit dieser Anschaffung einher. Das wirkt sich auch auf die Einsatzmöglichkeiten aus, weil der optische Eindruck von Hochwertigkeit erkennbar ist und damit eine Aufwertung des Erscheinungsbildes einhergeht. Die höheren Anschaffungskosten dürften sich auf Dauer betrachtet auch rechnen.

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About Sebastian

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2 Kommentare

  1. Hi Sebastian, toller Beitrag zu einem sehr coolem und trendigen Teil. Überlege auch schon lange mir einen zu holen, ich finde ihn sehr trendig, passt zu vielen Styles und sieht einfach cool auss. LG =)

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