Trockenrasur und die Liebe zum Detail

Die Gesichtsbehaarung beim Mann gilt als Zeichen der Männlichkeit und Maskulinität. Wer die Pflege des Bartes nur oberflächlich betrachtet und unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten zu wenig Bedeutung beimisst, beraubt sich selber seiner Chancen auf ein optimiertes Erscheinungsbild. Die Wahl zwischen Nass- und Trockenrasur sollte daher gründlich durchdacht sein und ein bisschen Ausprobieren begründet die Entscheidung mit fundierten Eindrücken.

Wer sich für die Trockenrasur entschieden hat oder seine Präferenzen erst erkunden muss sollte sich über mehrere Dinge im Klaren sein: Beim lupenreinen Ergebnis im Vergrößerungsspiegel gleich nach der Rasur ist der Anwender von Nassrasuren klar im Vorteil – wer hingegen noch ungeübt den ersten Flaum in den Griff bekommen möchte oder mit dem raschen und effizienten Einsatz des Rasierapparates den gewünschten Effekt erzielt, ist dagegen mit der Trockenrasur vergleichsweise besser bedient.

Das Resultat liegt im etwas länger belassenen Barthaars: Man kann dabei den Bartansatz nicht so nahe der Wurzel erreichen als wie bei der aufwändigeren Nassrasur. Dies verringert nicht nur die Möglichkeit einer Schneid- oder Raspel-Verletzung. Heute kann aber das Ergebnis durchaus erwünscht sein. Eine völlig glatte Rasur muss nicht sein, das Belassen mancher Schatten wird von vielen Männern in aufwändiger Bartgestaltung bewusst herbeigeführt. Die rasche Trockenrasur mit dem Elektrorasierer eignet sich auch langfristig für jeden Mann und Hauttyp, sofern mit dem richtigen Handwerkszeug gearbeitet wird.

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Trockenrasur leicht zu erlernen, schwer zu meistern!?

Von Bedeutung sind auch die richtige Durchführung des Vorgangs selber, das Beachten von ein paar allgemeingültigen Kleinigkeiten und die Auswahl der Präparate. Für ganz junge Männer, solchen mit spärlichem Bartwuchs oder generell sensibler Gesichtshaut bietet sich der Elektrorasierer bestens an: Immer bleibt die Hautoberfläche geschützt durch die Scherfolie – ein zu festes Aufdrücken als der gefährlichste Fehler kann hier schon gar nicht erst passieren.

Problematisch kann es aber werden, wenn sich der Handlungsablauf automatisiert hat und man steigt um auf andere Klingen. Hier gilt starke Konzentration als oberstes Gebot. Selbst beim Spannen der jeweiligen Hautpartie durch die freie Hand bleibt der Einsatz des Elektrorasierers unbedenklich: Zweck ist, den Bart mit den Klingen möglichst tief an seinem Ansatz zu erreichen und doch kann man sich dabei nicht verletzen. Obwohl die Trockenrasur als anspruchslos gilt, hängt es doch einigermaßen vom Hauttyp ab, auf welche Art und Weise der Rasur ein noch besserer Effekt eintritt. Einige Erfahrungswerte werden hier in Form von Tipps vorgestellt, die jeder wissen sollte.

Der richtige Einsatz von Wasser und Lotionen bei der Trockenrasur

Für sie bereitet man sich am besten so vor, indem man mit Wasser, Wärme oder Dunst die Gesichtsbehaarung anfeuchtet. Wer aber bereits seine Erfahrungen gemacht hat und weiß, dass vollständige Trockenheit dem konkreten Hauttyp nicht schadet, der macht es bewusst anders. Wem diese Variante lieber ist, der führt seine Rasur besser nach dem Duschen durch. Es ist nämlich zu bedenken, dass mit völlig trockenem Gesicht ein intensiverer Effekt erzielt wird als bei nassem Barthaar.

Der sensible oder ungeübte Typ rasiert besser entweder im Anschluss an die Dusche, Wannenbad oder zumindest nach Gesichtsreinigung mit Wasser, Seife oder gezielter Lotionen. Für alle gilt: eine vorherige Reinigung sollte man sich immer angewöhnen. Wasser und Seife sind dazu ohnehin meist zu wenig – für die Gesichtspflege des Mannes sind heute viele Produkte erhältlich, die nicht nur porentiefe Reinigung, sondern auch das Entfernen von Hautschüppchen oder sonstige Rückstände, wie bloßen Nachtschweiß, ermöglichen. Nach der vollendeten Rasur ist jedem Gesicht mit Einsatz von kaltem Wasser am besten gedient: die Poren schließen sich dabei und die Bartreste werden abgespült.

Die Produktangaben guter Preshave-Lotionen, also vor der Rasur anzuwendende Produkte, enthalten ihre wesentliche Zweckbestimmung: gerade weil mancher kein Aufweichen der Behaarung erzielen möchte um doch möglichst genaue Resultate einzufahren, sind alle Artikel für die Nassrasur hier für ihn ungeeignet. Hier gilt es, dem Gesicht das Wasser zu entziehen und die Stoppel zu verhärten – nur so erreichen die Besitzer von Rasierapparaten trotz deren schützender Scherfolie oft feinste Ergebnisse.

Must-Haves bei der Trockenrasur und ihre Pflege

Ein völliger Verzicht auf Seife oder Rasierschaum während der Prozedur lohnt sich nie – in der Regel werden unschöne Hautirritationen dadurch hervorgerufen. Worauf genau die Wahl fällt, ist allerdings nicht wichtig. Die Qualität der eingesetzten Rasierklinge macht auch die Qualität des Ergebnisses aus – Einwegrasierer können nicht nur unschönere Resultate begründen, sondern sogar auch teurer kommen als solche Klingen, die man ein halbes Monat lang oder noch länger verwenden kann. Auch hinsichtlich der Verletzungsgefahren besteht ein beachtenswerter Unterschied.

Achtzugeben ist auf die Verwendung eines Elektrorasierers unter fließendem Wasser, wie etwa beim Duschen: Nicht jedes Modell ist wasserdicht! Regelmäßig zu kontrollieren sind die Scherblätter – bei Beschädigungen besteht eine relativ hohe Verletzungsgefahr. Ab und zu müssen die Scherblätter desinfiziert werden. Diese Angabe sollte auch Bestandteil einer guten Bedienungsanleitung sein. Für diese Reinigung gibt es spezielle Produkte, die allesamt in Frage kommen.

Beim Vorgang selber sollte gerade ein Anfänger trotzdem immer Vorsicht walten lassen. So ist die Richtung der Rasierbewegungen anfangs immer mit dem Bartwuchs zu wählen. Wer mit sensibler Gesichtshaut ausgestattet ist, wird das Verfahren auch so beibehalten. Wer langsam und vorsichtig die Körperreaktion und Ergebnisse kennenlernt, darf auch experimentieren und einmal langsam gegen den Strich arbeiten. Denn die Rasur kann so eine längere Wirkung erzielen. Niemals sollte man ohne Verwendung antiseptischer Produkte die Rasur vollenden – die Poren werden bei jeder Rasur verstopft und Bakterien in der Gesichtshaut bringen meistens unerwünschte Folgen mit sich.

Die Unterschiede bei den erhältlichen Geräten

Manchmal relativiert sich die Aussage wieder, demnach die Trockenrasur im Ergebnis hinter des Effekts einer Nassrasur zurückbleibt: Wer besonders hochwertige Rasierapparate verwendet und bei der Nassrasur auch nicht genau arbeiten würde, ist nämlich auch in diesem Punkt mit Ersterer auf der sicheren Seite. Ein Rasierapparat mit Sensor-Dichte stellt sich etwa durch die Messung der Haardichte zur Gänze auf die Anforderungen beim Benutzer ein und reagiert mit einer gezielten Anzahl von Schwingungen. Hier ist ein optimiertes Resultat sicher und doch besteht keine Verletzungsgefahr. Wer möchte, erwirbt heute schon Geräte mit inkludierter Kühlung. Diese soll angenehme Effekte während des Vorgangs erzielen.

Aber auch Geräte mit Laser finden sich im Repertoire von heute: Ein an der Spitze fixierter Laser projiziert eine genaue, dünne Spur als Schneidelinie und sorgt ebenso für exakte Ergebnisse. Die üblichen Geräte sind sogenannte Rotationsrasierer: sie haben oft sogar mehrere Schwingköpfe, die zeitgleich rotieren. Dabei wird die Haut durch eine Scherfolie permanent geschützt und die Gefahr von Schnitten wird zur Gänze ausgeschlossen.

Genau hier liegt aber der Grund, warum die Schnitttiefe auch eingeschränkt ist: Das große „Pro“ der Trockenrasur, der Schutz, verhindert zugleich ein feineres Ergebnis. Ob dies als Nach- oder Vorteil empfunden wird, hängt von der Sicht des Betrachters ab. Das Gefühl der Glätte wie nach einer Nassrasur entsteht wohl in einem geringeren Ausmaß, sofern die Qualität der Produkte und Prozedur gleichwertig sind. Vorausgesetzt die Scherfolie ist stets gereinigt, gilt diese Art als die schonendere für die Haut. Ein sensibleres Hautbild in die Wahl mit einbezogen, lässt mich hier von einem Überwiegen der Vorteile einer Trockenrasur ausgehen.

Als Abschluss ist ein Balsam oder After-Shave zu verwenden. Bei der Auswahl finden eher individuelle Kriterien Platz – jede Haut ist anders und es verändern sich auch beim Einzelnen die Bedürfnisse im Laufe der Zeit.

Perfektionismus und die Trockenrasur – eine Illusion?

Wer die oben genannten Punkte stets beachtet und bei Bedarf einen zweiten Durchgang der Rasur durchführt, kann durchaus das Ergebnis im Vergrößerungsspiegel einem Vergleich zur Nassrasur unterziehen. Ob die Unterschiede relevant sind, liegt im Auge des Betrachters. Weitere Informationen zum richtigen Rasieren findet ihr beispielsweise auch im 1×1 der Rasur – richtig rasieren, so geht es!. Ansonsten freue ich mich wie immer über eure Meinung beziehungsweise zum Thema Trockenrasur, ein weiterer Artikel zum Thema Nassrasur folgt demnächst!

Fotos: Good Morning! – Mahony (162999371) // Labios rotos – Fran López

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4 Kommentare

  1. Der Artikel ist gut verfasst – danke!
    Die Nassrasur wird manchmal überschätzt, finde ich. Sie macht einigen Enthusiasten (auch mir) Spaß, benötigt aber viele Utensilien: Rasierer mit entspr. Klingen o. Messer welches geledert und auch mal`geschärft werden muß; Rasierschaum aus Seife, Creme o. Dosenschaum(nicht so gut) bzw. Gel; Pre Shave; After Shave; Balsam o. Creme; Reinigungsgel etc.. Das Ergebnis bei richtiger Anwendung u. passendem Setup ist dann sehr gut, die Haut kann aber durch Klinge(n), Seife usw. gereizt sein – nicht wenige haben da zeitweise oder dauerhaft mehr oder weniger Probleme!
    Liest man(n) auch in Foren immer wieder, so dass von manchen die „unendliche Suche“ nach dem richtigen Setup gestartet wird.
    Manche Rasurartikel sind günstig, auch langfristig gesehen (z.B. DE-Klingen), aber
    andere wie Seifen z.B. können, falls immer mehr ausprobiert wird, schön ins Geld
    gehen…
    Die Trockenrasur kann überraschenderweise sehr gute Ergebnisse bringen: Sehr guter Rasierer (z.B. Panasonic); passendes Pre Shave (wichtig!) , richtiges Rasieren mit dem E-Rasierer (evtl. nur leicht aufdrücken) und vernünftige Nachbehandlung mit After Shave (finde ich gut und wichtig), Gel, Balsam oder Lotion.
    Dabei ist die Verletzungsgefahr sehr gering und die Haut wird mehr geschont (in der Regel zumindest) als bei einer Nassrasur, wo nicht wenige mit Rasurbrand zu kämpfen haben.
    Bei beiden Varianten wichtig, die Haarwuchsrichtung/Geometrie bei sich zu finden, um zu wissen, wie man(n) den Rasierer über die Haut führen kann (mit/gegen/quer zum Strich).
    Ich selbst erziele mit einem bestimmten Wilkinson Rasierer mit gutem transparentem Rasiergel oder leichterem Schaum aus Rasiercreme sehr gute Ergebnisse bei
    der Nassrasur; die Trockenrasur erreicht da aber fast das gleiche Ergebnis.
    Beim Gebrauch von anderen Rasierern verschlechtert sich bei mir das Rasurergebnis was Sanftheit und Gründlichkeit angeht. Beides im Einklang ist doch wünschenswert!
    Vorschlag: Als Nassrasierer den favorisierten Rasierer benutzen und dazu nacheinan-
    der (Zeitraum von mind. 3-4 Tage hintereinander) Gel, Rasierseife o. Creme benutzen.
    Dann schauen, was der Haut am besten zusagt.
    Evtl. mal` einen Rasierhobel (mit geschl. Kante) ausprobieren. Dazu Seife o. Creme.
    Das wird bei manchen mit der Zeit und Einübung sehr gute Ergebnisse bringen, andere haben mit Systemrasierern (Wilkinson, Gillette; Dorco u.a.) mehr Erfolg.
    Für die Trockenrasur empfehle ich hochwertige Panasonic Modelle.
    Bei jedem wird das Ergebnis anders aussehen, weil Haut und Haare verschieden sind!
    Von einem „vollen Programm“ bei der Nassrasur habe ich Abstand genommen, weil Haut und Haare erweicht und belastet werden; wo doch nur die Haare sich erweichen sollen. Etliche andere werden mir da nicht zustimmen.
    Viel Erfolg bei der Rasur mit dem „richtigen Setup“ wünsche ich !!

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