Unterhemden im Sommer? Modesünde oder voll in Ordnung?

Unterhemden im Sommer? Modesünde oder voll in Ordnung? mit dieser Frage möchte ich mich in diesem Beitrag ein wenig auseinandersetzen. Aber warum nur auf den Sommer beschränken, frage ich mich, schließlich ist die eigentliche Frage ob man Unterhemden überhaupt noch trägt? Unterhemden waren bis vor einem viertel bis halben Jahr noch Relikte aus der Steinzeit für mich, okay, nicht unbedingt Steinzeit, aber zumindest aus der Zeit meines Großvaters, welcher übrigens noch heute sein Unterhemd trägt.

Schlussendlich war es meine Großmutter, welche mich mit dem Unterhemd wieder in Verbindung brachte. Grund hierfür war eine Hochzeit auf welcher ich eingeladen war. Standesgemäß gekleidet, also in Anzug, mit Hemd und Krawatte, gerade bei sonnigen, warmen Frühlingstagen, welche wir zu diesem Zeitpunkt gerade hatten, neigt man(n) dann doch dazu ein wenig zu schwitzen. Da sich das allerdings nicht gleich am Hemd zeigen sollte empfahl mir meine Großmutter ein Unterhemd zu tragen. Denn dieses nimmt Schweiß auf und lässt einen selbst nach ein paar Stunden Hochzeitsfeierei frisch aussehen.

Funktionen eines hochwertigen Unterhemds im Sommer

Neben der Funktion der Schweißaufnahme erfüllt das Unterhemd aber auch noch andere, wichtige Funktionen wie beispielsweise:

  • Es bildet eine weiche Schicht zwischen dem eher „härteren“ Oberhemdstoff oder Poloshirt
  • Es schützt das Oberhemd von der Innenseite vor Abnutzung
  • Schweißflecken werden vom Unterhemd abgefangen und gelangen damit nicht an das Oberhemd
  • Vor allem im Bereich Rücken/Brust und unter den Armen findet die Aufnahme und Vernetzung von Feuchtigkeit statt
  • In kälteren Monaten dient es als Erkältungsschutz – vor allem im Bereich der Nieren

Man kann also festhalten, dass ein Unterhemd durchaus seine Vorteile mit sich bringt. Auch ist es ein Irrglaube, dass man mit einem Unterhemd im Sommer mehr schwitzt als ohne. Vielmehr schafft man mit diesem die Möglichkeit hässliche Schweißflecken auf dem Hemd zu vermeiden, ohne aktiv etwas dazu beitragen zu müssen. Hierbei ist es jedoch wichtig auf ein hochwertiges Unterhemd zurückzugreifen und lieber ein paar Euro mehr zu investieren, dass man glücklich damit wird.

Denn der besondere Vorteil an einem guten, funktionellem Unterhemd ist, dass es sowohl eine wärmende Funktion im Winter, als auch eine kühlende Funktion im Sommer übernimmt. Im Sommer nimmt es vor allem Schweiß auf. Weiterhin übernimmt das Unterhemd, gerade bei stärkerem Schwitzen und einem „nassen Oberhemd“ bei hochsommerlichen Temperaturen den natürlichen „Erkältungsschutz“.

So vermeidet es durch seine Beschaffenheit, dass die Oberbekleidung nass wird. Beim Betreten eines klimatisierten Raums ist dies von Vorteil, da man dort auf einmal von einer gewissen Kälte in Empfang genommen wird, welche in Kombination mit nasser Kleidung zu einer Erkältung führen kann. Man kann somit festhalten, dass ein Unterhemd im Sommer durchaus nützlich ist, wenn man darauf achtet ein qualitativ höherwertiges zu kaufen.

1×1 des Unterhemden Kaufs

Beim Kauf des richtigen Unterhemds sind einige Punkte zu beachten, eine Auswahl der wichtigsten Punkte für einen erfolgreichen Unterhemden Kauf habe ich nachfolgend im 1×1 des Unterhemden Kaufs zusammengefasst. Solltet ihr weitere wichtige Punkte haben, könnt ihr diese gerne in den Kommentaren ergänzen.

Das richtige Material eines Unterhemds ist definitiv der wichtigste Punkt beim Kauf. Schließlich wird es in aller Regel den ganzen Tag getragen und der Stoff umgibt somit unsere Haut vom frühen Morgen bis zum späten Abend, daher ist ein hochwertiges Material besonders wichtig. Man sollte bei der Auswahl besonders darauf achten, dass der Stoff weder zu feste, grob oder kratzig ist, da dies zu Hautirritationen führen kann.

Als Material für Unterhemden hat sich Baumwolle, sowohl mit als auch ohne Elasthan-Anteil sowie das aus Buchenholz gewonnene sehr atmungsaktive Micromodal bewährt. Beide Fasern besitzen die Eigenschaft die Feuchtigkeit des Körpers gut aufzunehmen und zu vernetzen. Schweißflecken auf der Oberbekleidung werden dadurch erfolgreich vermieden.

Für ein angenehmes Tragegefühl sollte man zudem auf ein maximales Stoffgewicht von 170g/m² achten, besser noch sind Unterhemden mit einem Stoffgewicht von 130-140 g/m², welche dadurch noch angenehmer zu tragen sind. In diesem Fall füllen sie sich fast wie eine zweite Haut an und können ohne Beschwerden getragen werden.

Auf jeden Fall sollte man beim Kauf darauf achten kein Unterhemd aus sogenannten Sportfunktions-Fasern zu kaufen. Diese Fasern machen im Sportbereich durchaus Sinn, da sie die Feuchtigkeit sofort vom Körper wegtransportieren, bedingt dadurch, dass diese Fasern keine Feuchtigkeitsaufnahme ermöglichen. Bei einem Unterhemd ist dieser Effekt allerdings fatal, kaum schwitzt man ein wenig, schon landet die ganze Feuchtigkeit in Form von Schweißflecken auf dem Oberhemd und das ist definitiv nicht im Sinne des Erfinders.

Beim Schnitt des Unterhemdes ist darauf zu achten, dass es einen möglichst körpernahen, eher engeren Schnitt hat. Dies gilt vor allem, wenn man gerne taillierte Oberhemden trägt. In diesem Fall muss man auch noch auf die richtige Größenwahl beim Unterhemd achten, nicht das es zu groß ist. Die Länge des Unterhemdes muss jedoch stimmen und hier ist extra lang immer besser.

Ob man die passende Länge hat merkt man beispielsweise ganz gut, wenn man aus dem Auto aussteigt, bleibt es in der Hose ist die Länge in Ordnung, rutscht es raus, formt „Rollen“ an Bauch und Rücken und lässt dadurch das Oberhemd unförmig erscheinen, dann ist es zu kurz.

Ebenfalls zum Thema Schnitt des Unterhemdes gehört die Form des Ausschnitts, hierbei ist darauf zu achten unter welchem Kleidungsstück das Unterhemd tragen möchte. Trägt man beispielsweise ein Hemd oder Poloshirt mit ein bis zwei Knöpfen offen, sollte man unbedingt auf eine geeignete Ausschnittform achten, ein V-Ausschnitt ist hier zu empfehlen. Denn das Unterhemd sollte niemals hervorgucken.

Möchte man noch mehr Knöpfe geöffnet tragen sollte man auf ganz besonders tiefe und weite V-Ausschnitte setzen – diese sind als sogenannte Deep-V-Neck-Varianten erhältlich. Die klassischen hoch gezogenen Rundausschnitte sind nur geeignet wenn man stets geschlossenen Oberhemden trägt.

Ein letzter wichtiger Punkt ist die Wahl der richtigen Farbe des Unterhemds, denn gerade bei diesem Punkt kann viel schief gehen. So sollte man darauf achten, dass das Unterhemd farblich möglichst wenig Kontrast bildet, um zu verhindern, dass es unter hellen und durchscheinenden, feinen Oberhemden nicht sichtbar wird. Für diesen Zweck gibt es spezielle Unterhemden in hautfarben, welche den Kontrast auf ein Minimum reduzieren und es völlig unsichtbar erscheinen lassen.

Trägt man überwiegend helle Oberbekleidung, welche nicht zu fein und durchscheinend ist, dann ist man mit weißer Unterwäsche gut beraten. Trägt man hingegen gerne dunkle Oberhemden und Polos empfiehlt es sich ein schwarzes Unterhemd darunter zu tragen. Ein kleiner Tipp am Rande: Am besten sollte man(n) immer vor dem Spiegel ausprobieren, welche Farbe sich am wenigsten unter dem Oberhemd abzeichnet und diese dann anziehen.

Man kann also festhalten, ist man auf der Suche nach dem passenden Unterhemd, egal ob Sommer oder Winter, gibt es ein paar Dinge auf welche man achten sollte: Größe, Schnitt, Farbe und verwendeter Stoff. Dann gilt die Devise anprobieren und entscheiden welches Unterhemd für einen am besten geeignet erscheint.

Da jeder Mann andere Ansprüche an seine Kleidung hat, dürfte dies Wohl auch der wichtigste Tipp sein. Alles in allem sind Unterhemden im Sommer vollkommen in Ordnung und helfen sogar dabei, dass die Oberhemden nicht vor Schweiß triefen. Tragt ihr Unterhemden?

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Copyright Foto: Bestimmte Rechte vorbehalten von marc falardeau

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2 Kommentare

  1. Ich finde Unterhemden unter einen coolen Karohemd kann sehr cool sein.. so im Rockstyle. Also nicht verstecken und ein wenig hervorblitzen lassen und Ausschnitt zeigen.

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