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Wie wählt man(n) den richtigen Wein im Restaurant aus?

Der Verhaltenskodex als Gastgeber im Restaurant im Vergleich zu daheim oder überhaupt lockere Treffen mit Freunden unterscheiden sich grundlegend von der Situation bei einer Einladung zum Dating, auch wenn hier ebenfalls eine gewisse Gastgeberfunktion vorherrscht.

Da wie dort bleiben aber manche Grundregeln als gewisser guter Ton erhalten, wenn auch in modifizierter Weise – denn die Einhaltung eines „objektiven Maßstabs“ zeugt von Stil. Die Auswahl des Weines ist eine Frage solcher objektiver Kriterien und nicht nur des persönlichen Geschmacks, wenngleich bereits vorhandene Präferenzen einen gewichtigen Faktor darstellen.

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Das Ambiente in der erwählten Lokalität ist luxuriös, Styling und Deko verleihen der Situation gehobene Effekte. Die Wahl des Getränks sollte man sich daher nicht zu leicht machen, zu viele Pluspunkte könnte man verspielen, sich selber in ein schlechtes Licht rücken oder entstehender Unsicherheit erst den Weg ebnen.

Mit manchen Kriterien muss man sich daher vertraut machen, auch wenn gute Restaurants meist in der Lage sind, Empfehlungen abzugeben. Darauf sollte man sich aber keinesfalls verlassen, nicht zuletzt kann auch ein gut gemeinter Ratschlag eines Kellners eine bloße Einzelmeinung oder Vermutung darstellen und diesen eigentlich überfordern. Außerdem soll man sich nicht mit „fremden Federn“ schmücken – schon kleine Besonderheiten können zum Auffliegen führen.

Die Basics beim Wein auswählen

Geschmackliche Übereinstimmung mit dem Essen ist die wohl wichtigste Botschaft, allerdings aus dem Bauch heraus alleine nicht zu beantworten. Die aktuell begehrtesten Weinarten werden daher unten vorgestellt und mögliche Kombinationen genannt.

Weiter werden die Trends aufgezeigt. Eines ist klar: Die richtige Aussprache der Wein-Namen sollte man jedenfalls intus haben. Wer hier – auch verständlicherweise – Probleme hat, kann etwa vor der Verwendung die Namen in Online-Übersetzer mit Sprachausgabe eingeben. Da es sich um keine reinen Fantasienamen handelt, kommt ihnen auch in fremder Sprache zusammengesetzt eine Bedeutung zu.

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Zu Salat, Meerestieren und weißem Fleisch passt „Sauvignon Blanc“ – er schmeckt leicht, süßlich und fruchtig. Er gehört zu den Weißweinen. Fisch, Hühnerfleisch und Pasta wird gerne mit „Chardonnay“ serviert – jenem Weißwein, dem man zu Recht mit fruchtiger Frische verbindet.

„Pinot Grigio“ sollte man nur mit Fisch und weißem Fleisch kombinieren. Dieser trockene Weißwein präsentiert sich mit einer fruchtigen Note. Auch der „Riesling“ bietet sich für die genannten Speisen, ergänzt seinen „Einsatzbereich“ um die gute Komptabilität mit einem exotischen Menüplan.

„Pinot Noire“ soll neben Fisch und Huhn mit Lamm gut kombinierbar sein. Der wahre Frauenversteher lässt hier Vorsicht walten, um mit dieser Speiseauswahl die Dame des Herzens nicht zu verschrecken. Der Hintergrund liegt wohl darin, dass der Name dieses Fleisches auf die Eigenschaft als Baby hinweist, was mit dem Mutterinstinkt nicht gerade kompatibel ist, auch wenn andere Tierarten faktisch nicht viel älter werden.

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Mit Negativ-Impulsen wäre gerade beim ersten Date zu rechnen, auch wenn es unausgesprochen bleibt – zumindest der Vorschlag für diese Speise-Wahl sollte von ihr selber kommen. Dasselbe gilt für Kalbfleisch. Für Ergänzung mit rotem Fleisch ist „Cabernet Sauvignon“ heranzuziehen, außerdem bietet er sich außerhalb des Menüs oder im Anschluss sehr gut an. Er ist eher kräftig mit einer pfeffrigen Note.

„Merlot“, ein weiterer kräftiger Roter, eignet sich sehr gut zu Pizza, Pasta und gegrilltem Weißfleisch. „Sangiovese“, wie der Name schon vermuten lässt, ist ebenfalls ideal mit italienischen Speisen zu verbinden.

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„Zinfandel“ – eine Geschmackskombination aus Pfeffer und Beeren, wäre auch eine gute Alternative beim Italiener und sollte zudem mit Barbecue in die engere Wahl kommen.

Die Auswahl der Speisen ist also im Vorfeld zu treffen und anhand dessen kann man die Wahl des Weines treffen. Wer die Speiseauswahl aber dem Gast überlässt, wofür Vieles spricht, und zudem kompletter Neuling in der Welt der Weine ist, sei zu raten: Zumindest pro Art der Speise sollte man den Namen eines adäquaten Weines parat haben – inklusive dem richtigen Aussprechen.

Trends und Facts

Die Franzosen haben schon längst massive Konkurrenz erhalten. Südamerikas Angebot beim Wein, allen voran Argentinien und Chile, gelte aktuell als Spezialtipp und verleihen dem Repräsentanten mitunter innovativen Charakter.

Gerade dann, wenn die Begleitung ihrerseits geübten Geschmack mit sich bringt, lassen sich mit dieser Wahl neue Akzente einbringen. Überraschungseffekte erzielt man etwa bei Weißwein mit „Picpoul de Pient“, bei Rotwein mit „Malbec“.

Willkommene Zeremonie zu Tisch

Rückfragen beim Kellner, welche vollmundigen oder leichten Sorten zur Auswahl stehen, die je nach Menüwahl mit diesem harmonieren sollen, wird nicht als Fauxpas gewertet. Vorausgesetzt, die Bedienung ist Anfragen dieser Natur gewachsen. Die richtige Wahl des Restaurants ist hier vorausgesetzt.

Auch das Erscheinen eines geübten Kollegen zur Klärung dieses Themas ist als Aufwertung zu betrachten. Immerhin ist diese kleine Zeremonie gewiss willkommen – das Äußere der Flasche wird in Szene gesetzt, man öffnet sie bei Tisch und der Gastgeber erhält eine kleine Kostprobe. Schmeckt er korkig, wird die Flasche ausgetauscht, andernfalls bedankt man sich.

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Wer hier die grundsätzlichen Faktoren kennt, wie „guter Wein“ als solcher zu outen ist, kann sich bereits in Sicherheit wiegen. Diese Grundsätze liegen neben dem eigentlichen Geschmack des Tropfens etwa in der sichtbaren Existenz von Schwebeteilchen – diese deuten auf mikrobiologische Prozesse hin, welche gegen einen akzeptablen Qualitätsstandard sprechen.

Aber keine Angst vor Bodensatz: Dieser ist zu dekantieren – also die Verwendung einer Karaffe zur Trennung geboten. Er zeugt aber lediglich von längerer Lagerung. Bläschenbildung beim Einschenken hingegen ist ein No-Go – Nachgärung ist im Gange, welche unerwünschte Nebenaromen mit sich brächte.

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Vom Geruch her sind es nicht nur unangenehme Aromen, wie Essig oder faule Eier, welche negative Wirkung entfalten. Auch starke Parfümierung ist verpönt. Natürliche Gerüche, auch Tabak, spricht für den guten Geschmack, doch Fusel sollte durch unterschieden werden können.

In Restaurants besteht bei offenen Weinen eine erhöhte Gefahr, in die legendäre „Fusel-Falle“ zu tappen.

Wahre Authentizität erfordert Eintauchen

Klar – wer keinerlei Vorkenntnisse mit sich bringt, kann mit der Auswahl des Weines keine Eindrücke der Sonderklasse lukrieren. Es muss schon Grundinteresse oder eine gewisse Leidenschaft für Weingenuss vorhanden sein, um wirklich gewisse Kennereigenschaften mit sich zu bringen.

Ist das der Fall, wäre doch ein Besuch in den „besten Weingegenden der Welt“ eine ideale Aufwertung für den nächsten Städtetrip. Hier bieten sich Bordeaux in Frackreich, die italienische Toskana oder Rioja in Spanien an. Außerhalb Europas gilt Weinland in Südfafrika als Tipp der Sonderklasse.

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Auch im trauten Heim erlaubt sich stilvolle Auseinandersetzung. Wer keine entsprechenden Räumlichkeiten für den traditionellen Weinkeller aufweist, kann mit modernen Geräten auch die Wohnräume aufwerten – mit idealen Temperaturen und Blickfeld ins Innere präsentieren sich die Weintemperierschränke namhafter Hersteller.

Mit gewiss wachsendem Stellenwert kann die Auseinandersetzung mit allen Sorten der Welt zum neuen Hobby werden. Die Bedeutung der richtigen Gläser wird evident und immerhin wird eines verhindert: Findet sich die Gesellschaft zum nächsten Mal zuhause ein, bleibt das richtige Handling bei der Weinauswahl als konsequenter Faktor erhalten.

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