– Werbung mit einem Augenzwinkern –

Ich weiß noch genau, wie ich mich fühlte, als ich vor acht Jahren mein erstes Paar weiße Sneaker schnürte. Sie waren von Puma und der ikonische Streifen in Tiefschwarz versuchte vergeblich, den Schuhen etwas von ihrer Extravaganz zu nehmen. Bis heute kriegt man mich zwar aus meinen weißen Sneakern, aber die weißen Sneaker nicht aus mir.

Inmitten meiner gut betuchten Mittelschicht-Vorstadt-Clique, mit ihren bunten Air Max und den paradoxerweise immer frisch-geputzten Chucks war ich der Exot – lange bevor auch Mittfünfziger mit blondierten Haaren in Superstars und Stan Smiths ihren Einkaufswagen mit Billig-Sekt und Salzstangen für das Wochenende an der Ostsee durch den Alnatura fuhren. Die Schuhe kaufte ich mir im Winter.

Zugegeben, nicht die beste Idee, die ich je hatte. Wohl jeder, und ganz besonders meine Mutter, schlug sich die Hände vors Gesicht. Zu Recht, denn keine zwei Wochen später waren sie eher traurig grau als strahlend weiß. Dennoch war ich verliebt in meine neuen High-Tops. Von der richtigen Reinigung für Sneaker hatte ich damals noch nichts gehört. Deswegen trug ich sie, bis sie im Sommer durch ein wettergerechtes Low-Top-Paar ersetzt wurden.

Wie auf Wolken durch das Leben schweben

In weißen Sneakern zu gehen ist, wie auf Wolken durch das Leben zu schweben. Zumindest, solange das Leben im urbanen Raum stattfindet. Mit dem Auto ins Büro oder mit den Öffis zur Party? Gar kein Problem. Schließlich lassen sich weiße Sneaker mit absolut allem kombinieren. Mit ihnen ist man mühelos stilsicher unterwegs – solange es nicht regnet. Denn weiße Sneaker ziehen den Schmutz quasi magnetisch an.

Mit „es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung“ bist du bei mir trotzdem an der falschen Adresse. Ich komme lieber 10 Minuten zu spät, weil ich behutsam um Pfützen und Matsch navigieren musste, als meine Babys im Schuhschrank zu lassen.

Geht mir nicht auf den Senkel!

Das Leben in weißen Schuhen ist auch eines voller Angst, dass mir jemand auf die Füße tritt. Egal, ob ich in meinen Sneakern feiern oder ins Stadion gehe. Sofern man sich in große Menschenmassen traut, muss man ohnehin ständig auf der Hut sein: „Vorsicht, Dicker. Tritt mir bloß nicht auf meine Schuhe.“ Um sich in solchen Situationen frei bewegen zu können, muss man schon sehr schmerzfrei sein.

Auch diesen Fehler musste ich ein paar Mal machen, bis ich herausgefunden habe, wie es für mich am besten funktioniert: keine Angst mehr haben. Flecken auf Schuhen erzählen ja irgendwie auch Geschichten. Spannende Geschichten von einzigartigen Erlebnissen, langen Nächten oder der eigenen Dummheit. Und wenn sie irgendwann nicht mehr glänzen, dann gönn‘ ich mir guten Gewissens ein neues Paar für meine Sammlung. Denn nur so wird da ein Schuh draus.

Mit freundlicher Unterstützung von Görtz // Werbung // Copyright Titelfoto: ©istock.com/Sjale

Gepostet von Sebastian

Ich schreibe hier regelmäßig über Mode & Lifestyle. Wenn dir der Artikel gefallen hat, würde ich mich darüber freuen, wenn du ihm, trotz des Social-Network-Dschungels ein "Gefällt mir" geben würdest.

Ein Kommentar

  1. […] Weißt du eigentlich, wie gern ich dich hab? – Eine Ode an meine Lieblingsschuhe […]

    Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.