Alles was du schon jemals über Whisky wissen wolltest

Whisky erlebt derzeit eine Renaissance. Zumindest hat man dieses Gefühl, wenn man sich ein wenig mit Spirituosen, Drinks und Co. auseinandersetzt.

Da ich vergangene Woche auf der Isle of Jura war, um den Jura Whisky quasi an seiner Geburtsstätte kennenzulernen, kam mir der Gedanke einen Beitrag zum Thema Whisky an den Start zu bringen. In diesem möchte ich dir die wichtigsten Dinge vermitteln, welche man über Whisky wissen sollte.

Über das zuvor eingebundene Inhaltsverzeichnis kannst du gezielt einzelne Punkte des Wissens-Guide über Whisky ansteuern. Solltest du noch Fragen zum Thema Whisky haben oder Anmerkungen, dann kannst du gerne die Kommentare nutzen, um diese mit mir und den anderen Lesern zu teilen.

Was ist Whisky?

Whisky ist ein Destillat, welches aus drei Rohstoffe besteht: Wasser, Getreide und Hefe. Diese Rohstoffe werden in mehreren Schritten, welche sich je nach Brennerei und/oder Herkunftsland unterscheiden können, verarbeitet. Nach der Gärung wird der Whisky in Fässern für mehrere Jahre gereift. Die beliebtesten Whisky produzierenden Länder sind Kanada, Schottland, Japan und die Vereinigten Staaten. Mittlerweile wird auch in Deutschland Whisky verarbeitet und erhält steigende Aufmerksamkeit.

Was ist Whisky - Wissen - Guide

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Die Whisky-Produktion im Detail

Ganz tief eintauchen möchte ich in die Materie der Whisky-Produktion nicht. Dennoch möchte ich dir zumindest einen groben Überblick über die Fertigungsschritte vom Rohstoff zum fertigen Whisky mit auf den Weg geben. Als Beispiel dient hier die Herstellung eines Single Malt Whisky.

  • Vorbereiten des Getreides
  • Schroten
  • Maischen
  • Gären
  • Destillieren
  • Lagern in Eichenfässern

Betrachtet man die zuvor aufgeführten Fertigungsschritte, könnte man zum Entschluss kommen, dass die Whisky-Herstellung äußerst simpel ist. Dies mag zunächst auch so erscheinen, der Teufel steckt hier allerdings im Detail. Die Herstellung eines Single Malt Whisky habe ich dir nachfolgend ein wenig genauer aufgeschlüsselt.

Die Gerste wird zunächst keimen gelassen, bis aus der Stärke des Korns Malzzucker geworden ist (Vorbereiten des Getreides). Im Anschluss daran wird das Malz gedarrt und grob gemahlen (Schroten). Der entstandene Malzzucker wird mit heißem Wasser aus dem Korn ausgelaugt (Maischen). Die daraus entstandene Flüssigkeit wird im Anschluss zum Gären angesetzt. Hierdurch entsteht eine Art Bier, ohne den Zusatz von Hopfen (Gären).

Diese Flüssigkeit wird im Anschluss zweimal auf Destillationsblasen aus Kupfer gebrannt (Destillieren). Das Destillat wird dann in Fässern aus Eichenholz mindestens drei Jahre reifen gelassen, bevor es als Whisky abgefüllt wird (Lagern).

„There are only two rules for drinking whisky. First, never take whisky without water, and second, never take water without whisky.“ – Chic Murray, Schottischer Schauspieler

Wenn du noch ein wenig mehr in die Produktion von Whisky eintauchen möchtest, kann ich dir den dazugehörigen Wikipedia-Artikel empfehlen. Dieser ist äußerst umfangreich und geht sehr ins Detail.

Whiskey oder Whisky? – Wie schreibt man es richtig?

Etwas, was sicherlich verwirren kann, ist die Tatsache, dass Whisky manchmal mit und manchmal ohne ein zusätzliches „e“ am Ende geschrieben wird. Dabei ist es eigentlich ziemlich einfach zu unterscheiden, wann ein „e“ dazugehört und wann nicht. Stammt dieser aus den Vereinigten Staaten oder Irland wird er Whiskey geschrieben, kommt er allerdings aus Schottland, Japan oder so ziemlich aus dem ganzen Rest der Welt wird er als Whisky bezeichnet.

Whisky Sorten – Auswahl ohne Ende

Whisky Sorten – ein Stichwort, über welches man wahrscheinlich endlos schreiben oder diskutieren kann. Denn wie bei Wein gibt es nicht nur eine Sorte oder einen Geschmack, sondern eine Vielzahl. Daher verzeih mir, wenn ich dir nicht sämtliche Whisky Sorten aufführen und erläutern kann. Aus diesem Grund möchte ich mich auf die bekanntesten Sorten beschränken.

Whisky Sorten - Wissen - Guide

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Anmerken möchte ich noch, dass selbst Whiskys derselben Sorte nicht gleich schmecken. Denn trotz gleichem Herkunftsland, Zutaten und Herstellungsprozess, gibt es große Geschmacksunterschiede zwischen den Brennereien. Denn vor allem das Einlagern des Destillats und die Fassreifung hat einen großen Einfluss auf das spätere Aroma des Whiskys und bietet unzählige Variationsmöglichkeiten.

Unterscheidung nach Getreideart

Wie wir nun bereits erfahren haben ist Whisky unter verschiedenen Bezeichnungen im Handel erhältlich – damit ist nicht nur die Schreibweise mit oder ohne zusätzlichem „e“ gemeint. Unterschieden werden die verschiedenen Sorten beispielsweise nach den unterschiedliche Getreideart aus denen sie hergestellt wurden.

  • Grain Destillate, die aus Weizen, ungemälzter Gerste und Hafer – und/oder Roggen beziehungsweise Mais hergestellt werden.
  • Blended Whiskys bezeichnet Whisky, welche aus verschiedenen Destillaten und Whiskys hergestellt werden, um einen immer gleichen Geschmack zu erzielen.
  • Rye dieser Whisky wird überwiegend aus Roggen herstellt – mindestens 51% Roggenanteil.
  • Bourbon dieser Whisky wird überwiegend aus Mais herstellt – mindestens 51% Maisanteil.
  • Corn dieser Whisky wird überwiegend aus Mais herstellt – mindestens 80% Maisanteil.
  • Malt dieser wird ausschließlich aus gemälzter Gerste hergestellt.

Mit zu den meistverkauften Sorten weltweit zählt der Bourbon Whiskey, dieser muss aus mindestens 51% Mais hergestellt werden. Wobei sich der Maisanteil in der Maische meist im Bereich von etwa 65 bis 75% bewegt.

Als Straight Bourbon darf dieser lediglich verkauft werden, wenn er die gesetzlich vorgeschriebene Lagerzeit von zwei Jahren, in neuen, innen angekohlten Weißeichenfässern absolviert hat. Aufgrund des frischen Holzes der Fässer und der klimatischen Verhältnisse seiner Herstellungsregion erreicht der Bourbon Whiskey seine Reife schon nach wenigen Jahren.

Schottischer Whisky Schottland Whisky - Whisky Wissen -Guide

Scotch Whisky – Schottischer Whisky eine Besonderheit

Schottland Whisky wird noch einmal anders unterschieden – dort gibt es Stand August 2015 108 schottische Brennereien, in welchen Whisky gebrannt wird. Darüber hinaus gibt es Hundert weitere, welche aktuell stillgelegt sind oder nicht mehr existieren. Man ordnet die Brennereien und damit die dort hergestellten Whiskys verschiedenen Regionen zu. Unterschieden wird bei Scotch Whisky grundsätzlich zwischen:

  • Single Malt Scotch Whisky besteht ausschließlich aus Wasser und gemälzter Gerste, weiterhin wird dieser ausschließlich in einer einzigen Destillerie in sogenannten Brennblasen hergestellt.
  • Single Grain Scotch Whisky neben Wasser und Gerste ist der Zusatz von anderem Getreide gestattet, ebenso können Coffey Stills verwendet werden.
  • Blended Malt Scotch Whisky bezeichnet einen Verschnitt aus mindestens zwei Single Malt Scotch Whiskys aus mehr als einer Destillerie.
  • Blended Grain Scotch Whisky bezeichnet einen Verschnitt aus mindestens zwei Single Grain Scotch Whiskys aus mehr als einer Destillerie.
  • Blended Scotch Whisky bezeichnet einen Verschnitt aus mindestens einem Single Malt und einem oder mehreren Single Grain Scotch Whiskys.

Die „Blended“ Whiskys können sich aus Whisky verschiedenen Alters zusammensetzen. Die Altersangabe auf dem Whisky selbst, darf dann maximal das Alter des jeweils jüngsten enthaltenen Whiskys verwenden.

Das Optimum an Balance zwischen Destillerie-Charakter und Einfluss der Reifung erreicht Whisky, je nach Brennerei, nach unterschiedlich vielen Jahren. Mit einer Reifung zwischen 12 und 15 Jahren liegt man bei der Mehrzahl der Brände ganz gut. Bei diesen alten Whiskys zeigt sich, dass diese zwar oft besonders rund, weich und voll sind, jedoch geht dies meist auf Kosten der Individualität, da die Fassnote im Laufe der Jahre zunehmend dominiert. Daher kann man der weit verbreiteten Aussagen: „Je älter der Whisky, desto besser!“ nur bedingt zustimmen.

Whisky mischen – eine Sünde!?

Für viele Whisky-Puristen ist es ein regelrechter Frevel einen Whisky mit Wasser zu mischen. Aber es gibt auch Ausnahmen, so mischen sicherlich ebenso viele Whisky-Liebhaber ihren Whisky mit Wasser. Selbst Eiswürfel, ein Schuss Cola oder Ginger Ale sind in Ordnung – den ganz ehrlich, es geht um deine Whisky-Erlebnis und hier sollte dir niemand reinreden, wie du diesen zu trinken hast.

„Friendship is like whisky, the older the better.“

Die meisten Whisky-Sorten sind so destilliert, dass man diese ohne zusätzliches Mischen genießen kann. Aber gerade Bourbon passt wunderbar zusammen mit einem Schuss Cola oder Soda. Scotch Whisky wiederum harmoniert gut mit Wasser und Ginger Ale. Lediglich bei gut gereiften und/oder teuren Flaschen, sollte man darauf achten das Geschmackserlebnis nicht durch Mischen des Whiskys zu verwässern. Wäre schade drum.

Whisky – mit welchen Preisen muss man rechnen?

Von bis lautet hier wohl die richtige Antwort. Ein hoher Preis eines Whiskys spricht nicht unbedingt für Qualität. Dennoch ist es natürlich so, dass ein höherer Preis meist mit einer höheren Qualität einhergeht. Aber auch schon für 20 bis 30€ finden sich interessante Whiskys am Markt. Klar gibt es eine Flasche 18 jährigen Macallan für um die 360€ zu kaufen; das heißt aber nicht, dass ein 12 jähriger Macallan für knapp 80€ viel schlechter schmecken muss.

„Anybody who loves whiskey can’t be all bad.“ – W.C. Fields

Eine Empfehlung welche Preise nun angemessen sind und welche nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Als Whisky-Anfänger hat man aber jedoch die großartige Möglichkeit auf niedrigeren Preisstufen einzusteigen und sich langsam auszuprobieren, bis man die für sich passenden Whiskys entdeckt hat. Und gerade der eigene Geburtstag oder Weihnachten ist sicherlich eine großartige Möglichkeit, sich auch etwas teurere Whisky-Sorten schenken zu lassen.

About Sebastian

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