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Wie pflegt man(n) seinen Bart richtig?

Zu allererst muss man sich im Klaren darüber sein, was ein Bart eigentlich ist: Bärte sind Haare, Haare, Nägel und Haut haben dieselbe Basis an benötigten Nährstoffen. Was dem Haar gut tut, unterstützt auch Gesundung, Wachstum und Glanz der anderen. Bei den Umwelteinflüssen sind es dieselben, welche dem Gesamtpaket Probleme machen. Stellt man Auswirkungen, wie etwa Brüchigkeit, fest, dann leidet man oft auch unter trockener Haut und dünnen Fingernägeln.

Bei den dünneren Kopfhaaren wird so etwas immer zuerst sichtbar und alle Stabilisierungsmaßnahmen verändern dennoch auch den Bartwuchs zum Positiven. Ersichtlich wird dies beim Rasiervorgang: Während starkes Barthaar viel einfacher abzuschneiden ist, entziehen sich schwächliche, dünne Härchen rasch der Klinge und die Ergebnisse sind weit ungenauer als beim gesunden Bartwuchs. Bekommt man mit natürlicher, ausgelasteter Nährstoffzufuhr eventuelle Probleme nicht in den Griff, so kann das ein Anzeichen dafür sein, medizinische Beratung und Behandlung zu benötigen.

Ist die innere Gesundheit zu bejahen, braucht man sich nur um die äußere Pflege Gedanken machen. Beim männlichen Gesichtsbart haben sich eigene Regeln bewährt, wie rasch und effizient der Wuchs gepflegt werden kann. Dazu sind nur rasch zu gewinnende Minimalkenntnisse notwendig.

Wussten ihr, dass…

  • das Barthaar doppelt so schnell wächst wie Kopfhaar?
  • das Barthaar doppelt so stark ist wie Kopfhaar?
  • das Barthaar dem Ablösen von Hautschüppchen entgegensteht und ein regelmäßiges Gesichtspeeling Abhilfe schafft und daher bei Männern oft noch mehr zu empfehlen ist als bei den Damen?
  • vor dem Frühstück der Rasiervorgang besser zu praktizieren ist, da durch das Kauen die Wangenmuskulatur durchblutet und belebt wird?

Wie geht eigentlich der Profi an die Bartpflege heran?

Der Profi bestimmt die Auswahl der Technik beim Schneiden durch nicht weniger als vier Faktoren. Beginnend mit der Gesichtsform – ob schmal, oval, eckig oder rund: Zur Entscheidung, wo genau die Konturen zu setzen sind, aber auch bei der passenden Frisur, Brille oder Kopfbedeckung sollte jeder Mann die Einordnung seiner Gesichtsform einmal durchgeführt haben.

Der individuelle Bartwuchs: Die Frage nach der Wuchsschnelligkeit und der Dichte sollte in die Frage der konkreten Bartgestaltung mit einbezogen werden. Zumindest werden eventuelle Vor- und Nachteile der einzelnen Möglichkeiten bekannt, die selbstverständlich oft erst bei der täglichen Pflege zutage treten.

Bartform und Typ – bei diesem Schritt werden erst die definitiven Konturen festgelegt – es sei denn, der glattrasierte Mann hat als solcher die besten Vorzüge.

Konturen setzen bei gewisser Bartlänge: Es sollte eine Vorbereitung mit warmer Kompresse vorausgehen und die exakte Konturensetzung mit dem Maschinenkopf der Haarschneidemaschine erfolgen.

Die manuelle Pflege

Die richtige Pflege hängt natürlich davon ab, welche Art der Gesichtsbehaarung gewählt wurde. Darunter fällt auch die vollständige Entfernung des Bartes, also eine gänzlich glatte Rasur. Da heute viele aktuelle Bartformen beim Mann eine Kombination aus unterschiedlichsten Wüchsen darstellen, etwa der „Spitz- oder Ziegenbart“ nach alternativem Style, sind je nach Bedarf eigenständig die Modifikationen bei der Pflege durchzuführen.

Unterstützende Geräte finden sich zahlreich. Wenn man die Häufigkeit der Verwendung bedenkt und den wichtigen Eindruck des Gesichts, werden definitiv Kaufempfehlungen solcher Utensilien ausgesprochen. Manche modernen Bartwüchse sind ohne solche überhaupt nicht hinzukriegen. In der Folge wird die Pflege aller Gesichtspartien beschrieben, welche vom Bartwuchs betroffen sind mit Bezug auf das präferierte Styling.
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Die vollständige Glattrasur

Hier ist es weniger der Bartwuchs selber, sondern die Gesichtshaut, die es zu pflegen gilt und auf welcher regelmäßig scharfe und exakte Rasuren stattfinden. Diese Partie kann beim Einen oder Anderen besonderer Pflege bedürfen, die über das After-Shave zur Desinfektion weit hinausgeht. Zusätzlich ist die beruhigende Wirkung von Lotionen und feuchtigkeitsspendenden Emulsionen oder Gesichtscremes gerade hier zu empfehlen. Da bleibt dem Mann nichts anderes übrig, als sich durch die Angebote zu „kosten“ und seine Präferenzen selber herauszufinden.

Das Erfolgsrezept der Glattrasur ist hier einmal mehr ins Leben zu rufen: Bart aufweichen in feuchtem, warmen Milieu – Einschäumen und 5 Minuten warten – Geübte rasieren schon gegen den Strich – intensive Pflege ohne scharfe Produkte nach jeder Prozedur!

Der Drei-Tages-Bart und der Henriquatre

Drei Tage lang wachsen lassen – aber Kontrolle der Länge und Konturen täglich, lautet die Devise. Der Einsatz eines Rasiermessers ist hierzu wohl am besten geeignet. An eher geraden Flächen wie der Wangen ist jedoch ein Barttrimmer zu empfehlen. Das Ergebnis läuft auf Gleichmäßigkeit hinaus.

Die Untergruppe des Drei-Tages-Bartes, der Henriquatre, ist zumindest zum Teil auf dieselbe Weise zu pflegen. Nur die Konturen bedürfen noch zusätzlicher Genauigkeit: Und zwar von der Oberlippe bis zum Kinn, wo an gesetzter Stelle der Abschluss „gesetzt“ wird, der Oberlippenbart bleibt damit verbunden. Der Effekt mag etwas „rau“ sein, regelmäßig getrimmt und nicht zerfleddert aber auch für gehobene Gesellschaften ein passender Style.

Männer mit einem unregelmäßigen Bartwuchs haben es hier ungleich schwerer: der ungleichmäßige Effekt ist nur manuell in Griff zu bekommen und erfordert wohl allerhand Training und häufigeres Pflegen. Ähnlich geht man beim Kotellettenbart vor, dessen Unterschiede marginal sind.

Der Traditionalist: Schnurrbartträger

Das gängigste Bartpflegeprodukt beim Schnurrbart ist die Bartwichse. Sie besteht zum Großteil aus Bienenwachs und Vaseline, andere Zusatzstoffe unterscheiden sich nur nach Erzeuger oder dem konkretem Produkt. Die Wahl kann daher ziemlich nach Belieben erfolgen. Durch Erhitzung und Erkaltung, angereichert durch Farb-, Duft-, oder Laugenstoffe erhält die Paste ihre schützende und pflegende Eigenschaft, die auch als Styling-Gel ihrer Aufgabe getreu wird. Mittels Auftragen durch die Fingerspitze lässt sie sich gut auftragen und einarbeiten. Der Bart wird weich und lässt sich in jede gewünschte Form bringen.

Man muss ihn aber abends wieder entfernen, wozu warmes Wasser nicht bei allen Produkten und immer ausreicht. Bei manchen Artikeln sollte man ein Bartshampoo dazu benützen. Diese wendet man an wie Haarshampoo, nur dass manchmal ein zweiter Durchgang notwendig ist, etwa wenn man zu viel des Guten auftrug oder es sich um sehr starke Bartwichse handelt.
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Der Vollbart

Er ist wieder im Kommen: Der Vollbartträger und seine auflebende Salonfähigkeit bedarf wirklich guter Pflege, um sich nicht zum höchstpersönlichen Fauxpas zu entwickeln. Der gute Rasierer oder Barttrimmer sorgt für einheitliche Länge, dessen Erhalt praktisch die erste Grundregel darstellt. Man erspart sich zwar die Grundrasur aber niemals die morgendliche Prozedur der Pflege.

Allzu leicht stellt sich hier der sogenannte „Penner-Effekt“ ein, der unter Umständen schon nach einem Tag an Nachlässigkeit den Eindruck verleiht, als beließe man den Vollbart aus bloßer Faulheit oder Ungepflegtheit.

Manche kombinieren ihn mit geflochtenen Zöpfen, ausrasierten Stellen oder Farbkreationen: Hier ist Vorsicht zu genießen, die Gesellschaft reflektiert derlei etwa gut beim Künstler, der Bankdirektor hingegen würde bei manchem in dieser Aufmachung auf Ablehnung stoßen, auch wenn er seinen Job besser machen würde als jeder andere.

Hier gilt außerdem: Das Rasiergerät, seine speziellen Eigenschaften und Qualität setzt die Akzente, bei der Auswahl für besonders individualistische Ergebnisse macht zum Großteil dieses den Unterschied aus.

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Copyright Foto: Three Bearded Monster von Jack Zalium (Flickr)

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