Winterschuhe richtig einlagern – darauf sollte man achten

Viel muss man dazu nicht wissen. Viel Zeit oder Geld ist auch nicht nötig. Und doch gehen viele Menschen relativ sorglos mit den Schuhen um, gerade dann, wenn die wärmere Saison beginnt. Stiefel haben vorerst ausgedient. Es besteht allgemein ein Manko in der Handhabung von Schuhen, welche die „Lebensdauer“ aber wesentlich verlängert.


Man profitiert außerdem bereits von Anfang an in ein gepflegteres Äußeres, denn die Einhaltung der Punkte ist fürs freie Auge erkennbar. Wenn auch unbewusst, registriert der Betrachter in Sekundenschnelle, wie es der Träger mit Schuhpflege hält.

Schwierig ist es nicht. Die meisten Schuhe lassen sich nach Jahreszeiten einordnen, nur selten bieten sich Schuhe ganzjährig des Tragens an. Die Auseinandersetzung mit dem richtigen Einlagern lohnt sich auch für die Platzgewinnung und dient der Ordnung im Schuhkasten, der Garderobe oder sonstigen beleibten Plätzchen zum Abstellen.

Auch der beste Winterschuh befindet sich mit Saisoneröffnung von Turnschuhen & Co in Gefahr. Die Wahrscheinlichkeit, im Keller einem „Vermoderungsprozess“ ausgesetzt zu werden oder achtlos in Schachteln gepresst zu werden, kann für den besten Freund des Fußes das Todesurteil bedeuten.

Startschuss für die Frühjahrskur: Sonne, Vitamine, frische Luft auch für die Stiefel!

Am besten man begibt sich für die abschließende Prozedur ins Freie und stattet sich zuvor mit etwas Insiderwissen und Werkzeug aus. Dem Handwerksmuffel sei versichert: typische Schuhputz-Utensilien reichen aus und die erforderliche Kraftanstrengung ist nur minimal.

Eine unterschiedliche Behandlung aufgrund der Materialien ist kaum nötig: Im Winter dürften Textil-Schuhe ohnehin eher ausscheiden und auch die heute hochwertigen Alternativen zu Echtleder zeichnen sich durch einfachste Pflegeanleitungen aus. Die einzelnen Schritte für ideale Ergebnisse kann man daher getrost als Richtschnur mit allgemeiner Aussagekraft bewerten.

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Das Bürsten

Nur mit Bürstenstrichen können haftende Verschmutzungen ernsthaft entfernt werden. Beim Übergehen dieser vorbereitenden Handlung würde man den notwendigen Arbeitsaufwand nicht verringern, sondern eher verstärken. Die konkrete Bürstenart ist hier nicht relevant – solange man keine Drahtbürsten einsetzt, kann man keine Fehler begehen.

Es gibt aber heute ein breites Repertoire an Bürsten, wobei oft nur sekundär relevante Aspekte zur Entscheidungsfindung führen – etwa der Preis, Verzicht auf tierische Anteile oder Rückgriff auf ohnehin in Haushalten vorhandene Schmutzbürsten. Wer hier bestimmte Arten besonders bewirbt, sollte seine Präferenz sachlich begründen.

Bei diesem Vorgang ist auch ein Blick auf die Sohle wichtig: Kleine Steinchen oder ähnliches sind im diesem Arbeitsgang zu entfernen. Getrocknete Kaugummis können zur Kraftprobe mutieren, sollten aber dennoch entfernt werden.

Pikanterie am Rande: Großbritannien setzt mit Beginn 2015 auf eine Steuer für Kaugummis, die zusätzlich zu einer Strafe fürs Ausspucken zumindest die Straßen vor diesen unliebsamen Herausforderungen schützen sollen. Ob diese „Plage“ so eingedämmt wird, ist umstritten. Tipp: Das Rubbeln mit einem Eiswürfel dürfte die einfachste Lösung darstellen.

Die eigentliche Reinigung mit Lauge

Abhängig vom Schuhreiniger, wobei man auf hoch qualitative, ans Material angepasste empfiehlt sich ein Verhältnis von 1:1 mit Wasser. Es spricht allerdings auch nichts gegen bloße Seifenlauge. Mit dieser Lösung und einem welchen Schwamm lässt sich jeder Verschmutzung gezielt zu Leibe rücken.

Dabei darf es auch das sogenannte „Abwaschschwämmchen“ sein, wichtig ist nur die Reinheit. Lebensmittelrückstände wie Fett sollte man nicht am Schuhwerk verteilen, hierfür eignen sich abschließend andere Polituren doch etwas besser.

Die Trocknung: „2 in 1-Effekt“

Die Trocknung als solche ist nicht nur notwendig, um später muffelige Gerüche zu verhindern oder die Aufnahme der pflegenden Inhaltsstoffe im Anschluss zu ermöglichen. Sie bildet auch den Grundstein für die spätere Passform und den äußeren Eindruck!

Ein Vergleich mit der Haarpracht eines Menschen sollte die Bedeutung aufzeigen: So wie das nasse Haar geföhnt oder gelegt wird, so wird auch beim Schuh die Optik im getrockneten Zustand geprägt. Der Schuh oder Stiefel sollte bei diesem Schritt in einen Schuhspanner oder sonstigem formgebenden Utensil fachgerecht eingespannt werden. Wer zu diesem Thema noch keine Erfahrungen hat oder die Bedeutung unterbewertet, der sollte ein paar Minuten dazu verwenden, um sich zu informieren. Die Anschaffungskosten sind den Effekt wert!

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Das Cremen

An dieser Stelle angelangt, sollten die Materialien ihre „eigenen“ Cremes oder Paste, Öl oder Pflegeprodukt erhalten. Empfehlungen erhält man fast automatisch beim Kauf der Schuhe, sofern man nicht im Diskounter zugeschlagen hat.

Aber ein Blick in den Fachhandel lässt die Wahl – hier muss man nicht auf jeden Cent achten, denn die Verwendung gewährt normalerweise langfristige Benutzung, gerade dann, wenn man unterschiedlichen Materialien gerecht wird. Zum Auftragen eignen sich spezielle Lappen aber ebenso gut ein ausgedientes Tuch – es gilt: Hauptsache, weich und sauber. Unterschiede bei diesen Utensilien bringen eher eigenen Komfort als Effekte beim Schuh oder Stiefel.

Farblich abgestimmte Pomaden überdecken freilich kleine Gebrauchsspuren und lassen die Ergebnisse in neuem Licht erscheinen. Die Klassiker „Schwarz“, „farblos“ und ein hellerer Beige-Ton sind sozusagen Standard. Die aufgetragene Schicht sollte 5-10 Minutenlang einziehen dürfen.

An der frischen Luft verflüchtigen rasch die Gerüche, wenngleich diese heute ohnehin als angenehm empfunden werden. Über die richtige Pflege mit Schuhcreme habe ich übrigens in meinem Beitrag Lederschuhe pflegen – so geht’s richtig bereits ein paar Worte verloren.

Polieren der Schuhe

Ein einfacher Arbeitsgang: schwingende Bewegungen mit der Bürste, natürlich nicht zu fest, sorgen in Verbindung mit der Politur für einen neuen Glanz und Resistenz gegen Umwelteinflüsse.

Wachsen – wozu?

Der Pragmatiker vermag diesem Schritt skeptisch gegenüberstehen: wozu auch noch noch Wachs auftragen? Nimmt die Oberfläche eigentlich noch weitere Essenzen auf? Das Werk scheint doch augenscheinlich vollendet.

Es ist wie beim Auto – erst eine Schicht Wachs „konserviert“ den Effekt, hinsichtlich Pflege und Optik gleichermaßen. Eine dünne Schicht reicht völlig aus. Nur benötigt das Einziehen etwas länger als die Creme. Eine halbe Stunde sollte man der Sache daher widmen. Inzwischen lassen sich die Kräfte tanken für den abschließenden Politurvorgang: als Resultat soll wie beim Auto, so auch beim Schuh Hochglanz einsetzen.

Der Schuhspanner

Nun vermögen die Folgemonate dem Schuh nichts mehr anhaben – vorausgesetzt, man bedient sich eines Schuhspanners, um Verformungen zu verhindern. Bei Stiefeln wird der Schaft geschützt vor unliebsamen Deformationen, die sonst so sicher wie das Amen im Gebet sind.

Der perfekt glänzende Schuh: was nun?

Die Lösung nennt sich „Schuhbeutel“ – die noch nicht hinreichend bekannten Beutel sind die ideale Lösung und versprechen eine schadlose Unterbringung ohne Reibung, Staub oder sonstige Faktoren.

Nur darf man pro Beutel lediglich einen Schuh verwenden. Für den Sparmeister: wer zu viele Schuhe einwintern möchte und nicht ausreichende Schuhbeutel sein Eigen nennt, sollte versuchen, zu „improvisieren“. Ähnliche Materialien als Überwurf oder eingerollte Schuhe sind besser als komplette Schutzlosigkeit.

Tipp: Geschlossene Schuhkästen gelten heute nicht mehr als gebrauchsfördernd. In diesen Mobiliaren gibt es keine oder nur sehr schwache Luftzirkulation. Offene Regale oder Teleskop-Schuhregale sind die moderne Lösung.

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2 Kommentare

  1. Danke für den interessanten Beitrag! Ich habe mich bisher auch nicht sonderlich um meine Winterschuhe gekümmert. Von der Straße in den Schuhschrank, bis ich sie wieder gebraucht habe. Das sollte ich wohl in diesem Frühjahr mal anders machen…

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